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Mitteilung vom 10.02.06

Foto zur MitteilungJan Hallek (li.) und Ryszard Moroz konstruierten gemeinsam mit Guido Madsack und Jürgen Reinker einen Roboter, der Graphiken reinigt.
Foto: LWL/Spichala


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Ein Roboter reinigt künftig im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte verschmutzte Graphiken

Bewertung:

Münster (lwl). Eine Graphik zu restaurieren ist eine sehr mühselige Angelegenheit. Kaum jemand weiß das so gut wie Dr. Ryszard Moroz. Der Papier-Restaurator im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) hat täglich mit stark beschmutzten und brüchigen Graphiken zu tun, die er für die Sammlung und die Ausstellungen des Museums auf Vordermann bringt. Seine Arbeit wird künftig einfacher, denn gemeinsam mit Maschinenbau-Studenten hat er jetzt einen Radierroboter entwickelt, der ihm viel Routinearbeit abnimmt.

Mit einem Radierstift bearbeitet Moroz oft große Flächen, um Schmutz und Bakterien von den alten Papieren zu entfernen. "Das ist sehr zeitaufwändig, vor allem weil ich 120.000 Graphiken zu betreuen habe", sagte Moroz bei der Präsentation des Roboters am Freitag (10.02.) in Münster. So kam er auf die Idee, diesen Arbeitsschritt von einer Maschine erledigen zu lassen.

Die Frage des Restaurators schürte auch die Neugier von Jan Hallek, Guido Madsack und Jürgen Reinker, Studenten des Ausbildungszweiges Maschinenbau der Hans-Böckler-Schule am Berufskolleg der Stadt Münster. Moroz ermutigte die angehenden Techniker, seine Idee zu realisieren. Im Rahmen ihrer Diplom-Arbeit entwickelten sie in mehrmonatiger Arbeit die erste vollautomatische Radiermaschine für Graphiken. Unterstützt wurden die Studenten bei der Konfigurierung der Maschinenteile von der Kölner Firma IGUS und der münsterschen Firma Systec.

Zwar müssen Blattgröße, Geschwindigkeit und Drehzahl immer noch per Hand in den angeschlossenen Computer eingegeben werden, doch dann zieht der in einen Ständer eingespannte Radierstift seine Bahnen ganz ohne menschliche Hilfe. "Am Anfang hatten wir einige Probleme. Viele der Testblätter waren nach dem Radieren zerknittert oder verschmiert", erinnert sich Jan Hallek. "Daraufhin haben wir den Winkel des Radierstiftes etwas verändert. Seitdem läuft die Maschine recht gut."

Bis zur Präsentation im Landesmuseum vor Journalisten und Professoren hatten die Schüler Zeit, dem Radierroboter den letzten Schliff zu geben. Zunächst stand der Prototyp im Wohnzimmer von Moroz, danach setzte der LWL-Restaurator ihn in den Restaurierungswerkstätten des Landesmuseums ein und testete ihn in unzähligen Probeläufen.

Auch Jan Hallek ist über den tatsächlichen Einsatz des Roboters im Museum glücklich: "Wir haben viel Arbeit in dieses Projekt investiert, da wäre es schade gewesen, wenn die Maschine nun gar nicht zum Einsatz gekommen wäre. "Am besten wäre es allerdings, wenn die Erfindung nicht nur die Arbeit des Restaurators vereinfachen, sondern uns auch noch eine gute Abschlussnote bescheren würde."



Pressekontakt:
Dr. Daniel Müller Hofstede, Tel.: 0251 5907-168 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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