LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 08.02.06

Foto zur MitteilungDima fertig für den Transport.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungMuseumsleiterin Dr. Barbara Rüschhoff-Thale: Lange Verhandlungen über das Exponat.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Spektakulärer Mammutfund kommt in Klima-Ausstellung nach Herne
Fotos der Entdeckung in St. Petersburg wieder aufgetaucht

Bewertung:

Herne/St. Petersburg (lwl). Im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne wird ab 30. Mai die bisher größte Ausstellung in Deutschland über "Klima und Mensch" sowohl die Anpassungsfähigkeit der Menschen, Tiere und Pflanzen über die Jahrtausende als auch die Wetter-Extreme vor sechs Millionen Jahren bis zu zukünftigen Hochwasserkatastrophen erlebbar machen (bis 30. Mai 2007). Das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wird das "Leben in Extremen" auf 900 Quadratmetern mit über 800 bedeutenden Exponaten aus allen Kontinenten präsentieren. Vorab stellen wir einige der wichtigsten Themen vor.

Ein Donnern kündigt sie an, schwere, stampfende Schritte ertönen schon von weitem, eine Mammut-Herde bewegt sich durch die sibirische Tundra. Mitten drin ein Mammut-Baby, 90 Zentimeter groß, etwa sieben Monate alt. Der Kleine ist krank, hat eine Fußverletzung und ist von Parasiten befallen, er schleppt sich etwas hinter den anderen Tieren her. Plötzlich, ein unbedachter Schritt: Das geschwächte Kalb fällt in eine Schlammkuhle. Die anderen Tiere ziehen weiter, nur die Mutter bleibt, streckt ihren Rüssel in die Grube, versucht das Baby herauszuziehen, vergeblich. Sie wartet, bis ihr Junges erlöst wird, passt auf, dass keine Raubtiere zu nahe herankommen, die sich schon von allen Seiten nähern - bis das Mammut endlich im Schlamm versinkt, dauert es mehrere Tage.

Die traurige Geschichte des Mammut-Babys Dima ereignete sich vor rund 35.000 Jahre in Russland, im sibirischen Permafrostgebiet, wohin sich die Mammuts am Ende der letzten Eiszeit zurückgezogen hatten. Zum Glück für die Forscher: "Denn nur wegen der eisigen Temperaturen wissen wir auch, warum Dima so schwach war und ums Leben gekommen ist", sagt Barbara Rüschoff-Thale. "Der sibirische Dauerfrostboden ist eine natürliche Gefriertruhe, die zahlreiche Tierleichen bis heute bewahrt hat", erklärt die Leiterin des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne, in dem das Mammut-Baby bei der Ausstellung "Klima und Mensch" zum ersten Mal seit zwölf Jahren wieder in Deutschland zu sehen ist. Auch Dima war über zehntausende Jahre vollständig gefroren, gute konserviert sind noch sämtliche inneren Organe im Körper erhalten.

Den Leichnam ins LWL-Museum nach Herne zu bekommen, war gar nicht so einfach. Der Leihgeber, das Zoologische Museum der Russischen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg, ist ein zäher Verhandlungspartner. Rüschoff-Thale: "Es hat über ein Jahr gedauert, bis das Museum überhaupt zu Gesprächen bereit war - eine positive Entscheidung für uns stand da noch in weiter Ferne." Aber: Die Treffen in Russland haben sich für die Museumsleiterin auch aus einem anderen Grund gelohnt. "Ich habe dort viel aus erster Hand über die Fundgeschichte von Dima erfahren."

Denn nicht nur Dimas Tod, sondern auch die Entdeckung des Mammut-Babys vor 30 Jahren war etwas Besonderes. Eine Gruppe von Goldsuchern buddelte im Sommer 1977 direkt über Dimas Leichnam, der von einer dicken Schicht aus knochenhartem, gefrorenen Schlamm bedeckt war. Immer wieder riss die Schaufel eines Baggers den Boden auf, holte Kies und Sand nach oben, bis plötzlich der Baggerfahrer etwas Ungewöhnliches erblickte. Er stieg von seinem Fahrzeug herunter, schaute in das Loch und entdeckte das Mammut. "Zum Glück informierten die russischen Goldgräber Wissenschaftler vor Ort, die den Fund sicherten", sagt Barbara Rüschoff-Thale. Eile war geboten, denn das am besten erhaltene Mammutbaby, das jemals gefunden wurde, drohte aufzutauen und zu verwesen. Die Forscher tauchten den Leichnam in Paraffin, das den Körper konservierte.

Neben der Zusage für Dima hat Barbara Rüschoff-Thale übrigens noch eine andere Entdeckung aus St. Petersburg mitgebracht: die Originalfotos vom Fund des Mammuts. "Als ich gerade da war, haben die russischen Kollegen die Bilder wieder gefunden. Sie waren verschollen."

Die Ausstellung steht unter der Schirmherrschaft der Unesco und des NRW-Ministerpräsidenten Jürgen Rüttgers. Sie wird unterstützt von der Nordrhein-Westfälischen Stiftung für Umwelt und Entwicklung. Sie wird außerdem gefördert von: Kulturstiftung Westfalen-Lippe, Gelsenwasser AG, ThyssenKrupp Steel AG, RWE Westfalen-Weser-Ems-AG, 1komma6 Multimediale Dienstleistungen GmbH, Stadtwerke Herne AG, Reifen Stiebling GmbH, Sasol Germany GmbH, Werner Ollbrink GmbH, Verein der Freunde und Förderer des Westfälischen Museums für Archäologie e. V., Deutsche Benkert GmbH & Co. KG, Schwing GmbH, Kulturinitiative Herne e.V.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Kommentar(e)

molli29.09.2012 17:41
Hübsche seite


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