LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 24.01.06

Foto zur MitteilungHorst Tappert in "Denn wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg" (1953).
Stadtarchiv Espelkamp, Repro: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

"Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg"
Film-Raritäten aus den 1950er Jahren in der Ausstellung "Aufbau West"

Bewertung:

Dortmund / Espelkamp (lwl). "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg." Dieses Motto galt nach Ende des Zweiten Weltkriegs für Neuanfang und Wiederaufbau. Denselben Titel trägt ein Film aus dem Jahr 1953, der für die Flüchtlingsstadt Espelkamp im Kreis Minden-Lübbecke wirbt. In der Hauptrolle: Horst Tappert. Der Film läuft in der aktuellen Sonderausstellung "Aufbau West", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis 26. März im Westfälischen Industriemuseum in Dortmund präsentiert. Am kommenden Samstag (28.1.) ist der Film zusammen mit vier anderen Raritäten aus den späten 1940er und den 1950er Jahren beim Filmnachmittag auf der Zeche Zollern II/IV zu sehen.

Horst Tappert - der spätere "Derrick" - fährt in dem 15-Minuten-Streifen noch selbst den Wagen und hat in der Nähe von Espelkamp eine Panne. Während sein Auto repariert wird, laden Einheimische den Gestrandeten zu einem ausführlichen Spaziergang ein. Espelkamp wurde ab Juli 1949 auf dem ehemaligen Militärgelände einer Munitionsanstalt (MUNA) als Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirche und des Landes NRW gegründet. Eigene Flüchtlingsstädte widersprachen ansonsten der Integrationspolitik des Landes. In Espelkamp sah man allerdings die Chance, einheimische Industrien dort anzusiedeln, wo motivierte und qualifizierte Kräfte auf Arbeit warteten. So entwickelte sich die Stadt zu einem modernen Industriestandort mit circa 28.000 Einwohnern.

Neben der staatlichen Hilfe trug der Einsatz internationaler und nationaler Einrichtungen sowie karitativer und sozialer Organisationen dazu bei, den Vertriebenen in Espelkamp ein neues Zuhause zu geben. "Mit dem Engagement christlicher Hilfswerke wie der Schwedenhilfe oder den amerikanischen Mennoniten war auch die Basis zur Grundsteinlegung einer christlichen Siedlung gelegt. Man kann sagen, dass Espelkamp die erste soziale Stadtgründung der evangelischen Kirche war", erläutert Dr. Andreas Immenkamp aus dem Ausstellungsteam.


Zu sehen sind am Samstag außerdem vier weitere Filme:

"Asylrecht. Report on the Refugee Situation" unter Regie von Rudolf W. Kipp. Der Film entstand 1948 und zeigt Menschen beim Überqueren der Zonengrenze, ihre Unterbringung in Lagern und Notunterkünften sowie ihre Versorgung und Überprüfung in den zentralen Durchgangslagern Nordrhein-Westfalens und Niedersachsens. Die britische Filmakademie zählte "Asylrecht" 1949 zu den sechs besten Dokumentarfilmen und die Filmbiennale in Venedig prämierte ihn im gleichen Jahr mit einer Sonderauszeichnung.

Von den neuen Pestalozzidörfern, die im Ruhrgebiet für die in den Bergbau angeworbenen Jugendlichen gebaut wurden, handelt der Film "Im Dorf der Berglehrlinge". Er entstand im Auftrag des Jugendheimstättenwerks um 1956 und ist eine Mischung aus Dokumentar- und Spielfilm. Der Dokumentarfilm "Alltag nach dem Krieg" (1947) enthält ausschließlich Originalaufnahmen der Filmamateurin Elisabeth Wilms aus den Jahren 1945-1948 und zeigt die Lebensumstände in der kriegszerstörten Stadt Dortmund - kommentiert durch die Filmemacherin selbst. Mit ihrer 16-mm-Kamera hielt Elisabeth Wilms nach Kriegsende den Überlebenskampf in Dortmund fest: zerstörte Wohnungen, unterernährte und kranke Menschen, aber auch Selbsthilfe und die Unterstützung durch karitative Organisationen.

Mangelbehebung ist auch Thema des Kurzfilms "Die Zauberschere" (1948), wenn auch mit einer eher heiteren Note und einigen Vorschlägen, wie man mit Fantasie und Geschick dem Nachkriegsmangel an schicker Kleidung begegnen kann. Der Film wurde 1947 von der Junge-Film-Union in Hamburg produziert, Regie führte Horst Beck.

"Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder"
bis 26.3.2006
Westfälisches Industriemuseum Zeche Zollern II/IV
Grubenweg 5, Dortmund-Bövinghausen
dienstags bis sonntags 10 bis 18 Uhr
Sa, 28.1., 15 Uhr Filmnachmittag: Raritäten aus den 1950er Jahren (Museumseintritt)



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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