LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.01.06

Foto zur MitteilungDorothea Koch beim Bügeln in der Siegener Wohnung, 1952.
Foto: privat


Foto zur MitteilungTitel Buch "Mein Dorf oder die Reise rückwärts".
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Literarische "Reise rückwärts" mit Dorothea Koch-Thalmann
Lesung im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV

Bewertung:

Dortmund/Siegen (lwl). "Mein Dorf oder die Reise rückwärts" heißt das Buch, aus dem die Düsseldorferin Dorothea Koch-Thalmann am Samstag, 21. Januar, 16 Uhr im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund liest. Darin schreibt sie über ihre Kindheit in Schlesien, die Vertreibung und den Neuanfang in Siegen. Die Lebensgeschichte der gebürtigen Breslauerin ist Teil der aktuellen Sonderausstellung "Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) noch bis 26. März in Dortmund zeigt.

Im Mittelpunkt dieser Ausstellung stehen die Leistungen und Erfahrungen der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten und der sowjetischen Besatzungszone, die zwischen 1945 und 1961 mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau im Westen beitrugen. Mehrere Hundert Objekte und Fotos - darunter auch das Buch von Dorothea Koch-Thalmann - erinnern an den Neubeginn und dokumentieren über 40 Familien- und Betriebsgeschichten.

Mit den wechselnden Perspektiven des damals jungen Mädchens und der heute rückblickenden Frau berichtet die 1932 geborene Autorin zunächst von ihrer glücklichen Kindheit in Breslau und Wüstewaltersdorf, dem Heimatdorf ihrer Eltern im Eulengebirge. Dem unbeschwerten Leben machten der Krieg sowie 1946 die Vertreibung der Deutschen aus Schlesien ein Ende.

Die Ausschreitungen der sowjetischen Besatzer, die Unterdrückung durch die neue polnische Verwaltung und die Vertreibung ins Ungewisse prägen ihre Erinnerungen an diese Zeit. Die Reise im Güterwaggon endete für Dorothea Koch-Thalmann und ihre Familie zunächst im Lager Marienborn/Helmstedt. Von dort aus ging es weiter nach Siegen, wo Vater Georg Koch eine Anstellung als Schneider erhielt.

Der Neuanfang im Westen war für die kleine Familie hart. Georg Koch, der in Breslau ein Ladengeschäft mit einer eigenen Schneiderei betrieben hatte, machte sich auch in Siegen wieder selbständig. Die Werkzeuge dazu hatte er aus Breslau mitnehmen können und die Nähmaschine wurde mit Lastenausgleichsmitteln gekauft. Allerdings bot der enge Wohnraum - ein Zimmer im Dachgeschoss - kaum Platz für die Schneiderei. "Mein Vater hat sich dann von einem Tischler eine schwere Holzplatte machen lassen, die er tagsüber auf sein Bett legte. Hier konnte er zeichnen, zuschneiden und nähen. Dann war das Zimmer nur noch eine Schneiderwerkstatt", erinnert sich Dorothea Koch-Thalmann.

Als sie 1947 aus der Schule entlassen wurde, ging sie bei ihrem Vater in die Lehre und lernte das Herrenschneiderhandwerk. Eine eigene Berufswahl stand nicht zur Debatte und so arbeitete die junge Frau nach Abschluss der Gesellenprüfung 1950 weiter in der väterlichen Werkstatt, bis Rückenprobleme sie zur Aufgabe des Berufs und zur Umorientierung zwangen. Später arbeitete Dorothea Koch-Thalmann in der Jugend-, Kinder- und Frauenarbeit bei verschiedenen Einrichtungen in Köln, Duisburg und Düsseldorf.

Eine Fahrt mit dem Düsseldorfer Neander-Chor führte sie 1980 zurück nach Wüstewaltersdorf, wo sie das Kriegsende erlebt hatte. Diese Reise löste einen langen Verarbeitungs- und Schreibprozess aus, in dem sich die Autorin mit dem Verlust ihrer Heimat und dem Neubeginn im Westen auseinander setzte.

Ein Ergebnis ist das Buch "Mein Dorf oder die Reise rückwärts". Besucher der Lesung am Samstag haben anschließend die Möglichkeit, sich im Gespräch mit der Autorin und mittels der Exponate in der Sonderausstellung "Aufbau West" näher mit der Lebensgeschichte von Dorothea Koch-Thalmann zu beschäftigten.

"Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder"

18.09.2005 bis 26.03.2006
Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5
Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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