LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 09.12.05

Foto zur MitteilungErinnerungsstücke auf dem Wandregal der Bundesheimatgruppe Bolkenhainer Burgenland, Borken.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungDie Aluminium-Kaffeekanne wurde auf der Flucht nach Borken benutzt und wird seither auf dem Wandregal ausgestellt.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Vom Nudelholz bis zur Heimaterde
Ein Regal voller Erinnerungen an das Bolkenhainer Burgenland

Bewertung:

Borken/Dortmund (lwl). Tischdecken und Brauttücher in allen erdenklichen Größen und Farben, feines schlesisches Porzellan, ein altes Nudelholz und ein Nadelkissen, verzierte Wandteller und ein Glas voller Heimaterde: Mit über 100 Einzelobjekten ist die Regalwand der Heimatstube "Bolkenhainer Burgenland" in Borken das facettenreichste Ausstellungsstück von insgesamt 300 Objekten, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in der Sonderausstellung "Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder" im Westfälischen Industriemuseum Zeche Zollern II/IV in Dortmund präsentiert.

Im Mittelpunkt der Schau stehen die Leistungen und Erfahrungen der Flüchtlinge und Vertriebenen aus dem Osten, die nach 1945 mit Arbeitskraft, Know-how und Unternehmergeist zum Wiederaufbau im Westen beitrugen. Zahlreiche vertriebene Bürger aus dem schlesischen Bolkenhain kamen im August 1946 nach Borken und in die umliegenden Gemeinden. Mit im Gepäck hatten sie Andenken aus der alten Heimat wie Gesangbücher, Blumenvasen, Wimpel und Fotoalben. 1965 übernahm die Stadt Borken die Patenschaft für die Bolkenhainer. Gleichzeitig begannen die Vertriebenen mit dem Aufbau einer Heimatstube, damit das Bolkenhainer Burgenland nicht in Vergessenheit geriet.

Die Bolkenhainer waren nicht die einzigen, die ihren Erinnerungen auf diese Weise Raum verschafften: "Die ersten Heimatstuben in NRW wurden bereits zu Beginn der 1950er Jahre gegründet, bis 1964 wuchs ihre Zahl auf 34 an. Die Räume boten den Flüchtlingen die Möglichkeit, miteinander in Kontakt zu bleiben, Erinnerungen wach zu halten und Erfahrungen auszutauschen", erklärt Dr. Stephan Pahs vom Ausstellungsteam. Noch heute gibt es in Nordrhein-Westfalen einschließlich der ostdeutschen Museen mehr als 40 ähnliche Sammlungen.

Die Heimatstube in Borken wird von Hans Jochen Meier und Anita Kegelmann von der Bundesheimatgruppe "Bolkenhainer Burgenland" betreut. Neben der Regalwand und ausgestellten Trachten ist die Gruppe besonders stolz auf ihr Bildarchiv. Es enthält in acht Bänden kommentierte Stiche und Fotografien zur Stadt- und Bevölkerungsgeschichte Bolkenhains und Umgebung.

Spuren der Flüchtlinge und Vertriebenen findet man heute aber nicht nur in Heimatstuben: "Straßenschilder sind nach Orten in Schlesien, Pommern oder Ostpreußen benannt. Mittlerweile sind viele westdeutsche Städte auch Partnerschaften mit den Herkunftsgemeinden der Vertriebenen eingegangen", so Stephan Pahs. Diesen vielfältigen Spuren hat die Ausstellung "Aufbau West" eine eigene Abteilung gewidmet; dort findet sich auch das gefüllte Regal aus der Borkener Heimatstube.

"Aufbau West - Neubeginn zwischen Vertreibung und Wirtschaftswunder"

18.09.2005 bis 26.03.2006
Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5
Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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