LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 21.09.05

Foto zur MitteilungMit einem Taubenauflass startet die Ausstellung "Das Glück fliegt in der Luft" am Freitag. Foto: LWL

Foto zur MitteilungZüchter mit preisgekrönter Taube. 1940er Jahre. Foto: LWL

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Presse-Infos | Der LWL

Von Leidenschaft, Spionen und Geld: "Das Glück fliegt in der Luft"
Brieftauben-Ausstellung auf der Henrichshütte Hattingen

Bewertung:

Hattingen (lwl). Seit mehr als 100 Jahren ist das Revier ein Zentrum des Deutschen Taubensports. Rund um das "Rennpferd des kleinen Mannes" dreht sich die Wanderausstellung "Das Glück fliegt in der Luft", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vom 23. September bis 23. Dezember in seinem Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte Hattingen präsentiert. Eröffnet wird die Schau am Freitag (23.9.) um 18 Uhr. Gut eine Stunde später fliegen hunderte Tauben bei einem Massenstart vom Hüttengelände aus zu ihren Schlägen. Zum Begleitprogramm gehören unter anderem eine Taubenversteigerung und ein Streitgespräch über Tauben in der Stadt.

Historische Fotos, Filme und zahlreiche Leihgaben aus Vereinen machen die Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen lebendig. Interviews mit Züchtern vermitteln lebendige Einblicke in den aktuellen Taubensport. "Im Ruhrgebiet hegen und pflegen heute noch 25.000 Züchter rund drei Millionen Tiere", erklärt Museumsleiter Robert Laube. Kenner lockt die Ausstellung unter anderem mit einer hochkarätigen Sammlung von Konstatieruhren aus dem Uhrenindustriemuseum Villingen-Schwenningen. Die komplexen Messgeräte waren jahrzehntelang die einzig gültige Instanz der Zeitermittlung bei Wettflügen. Heute erfolgt die Auswertung mit Hilfe von Computern und Satellitennavigation.

Das Spektrum der Themen reicht bis in die Zeit zurück, als Tauben die Rolle von Botschaftern, Nachrichtenübermittlern oder sogar Spionen spielten. Wer weiß heute noch, dass die Nachrichtenagentur "Reuters" einst mit einem Brieftauben-Depeschendienst begann? Außerdem erfahren Besucher, wie der einmalige Orientierungssinn der Vögel funktioniert oder warum Liebe und Leidenschaft eine wichtige Rolle für die geflügelten Heimkehrer spielen.
Eine besondere Attraktion ist der "Stammtisch" als Mittelpunkt des Züchteruniversums: Dort findet der Besucher historische Fotos, Siegertafeln und Trophäen der Bochumer Reisevereinigungen. Er erinnert daran, dass das Vereinslokal stets eine besondere Bedeutung hatte: Die Züchter fieberten dort den Ergebnissen der Wettflüge entgegen, fachsimpelten über Zuchtgeheimnisse und Trainingsmethoden. "Brieftaubensport war und ist eben immer noch eine gesellige Angelegenheit", so der Museumsleiter.
Bereits seit den 1880er Jahren ist Westfalen ein Zentrum des Brieftaubensports in Deutschland. Seinen Höhepunkt erlebte der Volkssport in den 1960er Jahren mit mehr als 100.000 aktiven Züchtern in Deutschland. Den rasanten Aufschwung hat der Brieftaubensport vor allem zwei Faktoren zu verdanken: In den Arbeiterkolonien boten Gärten und Dachböden ideale Voraussetzungen für Taubenschläge. Auf der anderen Seiten hatte so mancher junge Industriearbeiter die Hoffnung, bei den Wettflügen das schnelle Glück zu machen. Denn die Preisgelder konnten bei erfolgreichen Züchtern durchaus den hart verdienten Wochenlohn übersteigen.

Begleitprogramm:

Fr, 23.09. 18 Uhr Ausstellungseröffnung. Gegen 19.15 Uhr "Taubenauflass", Eintritt frei

So, 23.10. 11-15 Uhr Emanzipation im Taubenschlag: Frühschoppen mit aktiven Taubenzüchterinnen - Fachgespräch mal ohne Männer. Im Anschluss (13 Uhr) Hüttenführung für Frauen mit Ute Senger. Museumseintritt

So, 20.11. 11-13 Uhr Streitgespräch "Tauben in der Stadt". Züchter, Naturschützer, Vogelfreunde und Denkmalschützer diskutieren. Moderation: Thomas Griesohn-Pflieger, Eintritt frei

Sa, 26.11. 11-16 Uhr Brieftauben-Versteigerung: "Flügel für Flügel". Brieftaubenfreunde haben Tauben gespendet. Mit dem Gewinn soll ein Grundstock zum Kauf eines Konzertflügels für die Gebläsehalle der Henrichshütte gelegt werden. Vorbesichtigung der Tiere von 11-13 Uhr, Versteigerung von 13-16 Uhr

Fr, 2. u. Sa, 3.12. Taubenzucht-Regionalverbandstag. Fr, 19.30 Uhr: Siegerehrung der Regionalverbandsmeister "Bochum und Umgebung". Sa: Jugendtag des Regionalverbandes 403 mit Diskussions-Foren sowie der Siegerehrung der Jungzüchter. Begleitend: Hüttenführungen für Kinder und Jugendliche
So, 18.12. 11-17 Uhr Aktionstag "Hier geht's zu wie im Taubenschlag". Spiel und Spaß rund um die Brieftauben

Das Glück fliegt in der Luft.
Zur Geschichte des Brieftaubensports in Westfalen

23. September bis 23. Dezember 2005
Westfälisches Industriemuseum Henrichshütte Hattingen
Werksstraße 31-33, 45527 Hattingen
geöffnet: Di bis So 10 bis 18 Uhr, Fr bis 21.30 Uhr
Informationen und Anmeldung von
Führungen: Tel. 02324 9247-0



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff,Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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