LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 06.09.05

Foto zur MitteilungZuflucht im Luftschutzstollen nahe der Zeche Hannover.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Zwischen Zwangsarbeit und Bombenkrieg
Dokumentation und Rundgang zum Denkmaltag auf Zeche Hannover

Bewertung:

Bochum (lwl). Neue Einblicke in die Geschichte von Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit und Werksluftschutz bietet der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in seinem Westfälischen Industriemuseum Zeche Hannover zum Tag des offenen Denkmals am Sonntag, 11. September, von 11 bis 18 Uhr.
Eine Dokumentation in der Maschinenhalle stellt die Zeche als Teil der Rüstungsindustrie vor und zeigt das Nebeneinander von Ausbeutung und Zwangsarbeit sowie Bombenkrieg und Luftschutzmaß-nahmen für Arbeiter und Anwohner. Historische Fotografien und Filmaufnahmen von einem Erkundungsgang aus dem vergangenen Jahr liefern Einblicke in den ehemaligen Stollen in der Bergehalde der Zeche Hannover.

In Führungen um 11, 14 und 16.30 Uhr sucht die Historikerin Anke Asfur die historischen Orte des Bergwerks, des Zwangsarbeiterlagers und des Luftschutzstollens auf und erläutert die Zusammenhänge von Kriegswirtschaft, Zwangsarbeit und Luftkrieg vor Ort.

Als Bergwerk der Friedrich Krupp AG war die Zeche Hannover in den 1930er und 1940er Jahren ein wichtiger Bestandteil des mächtigen Rüstungskonzerns, der die deutsche Wehrmacht mit Waffen und Kriegsgerät versorgte. Mit steigender Rüstungsproduktion und Einberufung großer Teile der Belegschaft zum Kriegsdienst setzte die Zeche ab 1943 auch Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter ein. Die Zechenverwaltung Hannover-Hannibal errichtete an der Grenze von Wanne-Eickel und Bochum-Hordel zwei Barackenlager für insgesamt 1.200 Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter. Unter schwersten Bedingungen mussten diese über und unter Tage arbeiten. Arbeitschutzbestimmungen galten für die osteuropäischen Zwangsarbeiter nicht, Schutzeinrichtungen fehlten in den primitiven Lagern.

Nachdem die Luftangriffe auf das Ruhrgebiet zugenommen hatten und der Staat den Werksluftschutzes förderte, richtete die Zeche Hannover ab 1941 in der Halde der Zeche einen der größten Luftschutzstollen im Raum Bochum ein. Über 2.000 Menschen fanden hier Schutz vor den Bombenangriffen auf Zechen und Siedlungen. Der gut ausgestattete Stollen verfügte über einen eigenen Operationssaal und war für Werksangehörige und Anwohner der umliegenden Siedlungen vorgesehen. Die Kriegsgefangenen und Zwangsarbeitern hatten keinen Zugang.

Das Westfälische Industriemuseum Zeche Hannover nimmt den Tag des offenen Denkmals zum Anlass für weitere Forschungen zu Rüstung, Zwangsarbeit und Bombenkrieg rund um die Zeche Hannover. Zeitzeugen, die dem Museum mit Erinnerungen, Fotografien oder Gegenständen aus der Kriegszeit helfen können, können sich an den Museumsleiter Dietmar Osses unter der Rufnummer 0234/ 61 00 874 wenden.

Programm zum Denkmaltag
11 - 18 Uhr
Dokumentation "Zwischen Zwangsarbeit und Bombenkrieg"
Kurzfilm: Der Hannoverstollen (2004)

11, 14 und 16.30 Uhr
Führung zur Zeche Hannover, den Zwangsarbeiterlagern und dem Luftschutzstollen

Westfälisches Industriemuseum Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251
44793 Bochum



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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