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Mitteilung vom 26.07.05

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Trümmer und Träume -Filmaufnahmen von Kriegsende und Neuanfang in Westfalen

Bewertung:

Münster (lwl). Brennende Häuser, ohnmächtige Löschversuche der Feuerwehr, der zerstörte Dom und mitten in den Trümmern das unversehrte Kiepenkerl-Denkmal - Münster im Bombenkrieg. Diese eindrucksvollen Filmbilder nahm 1943 der Viktor Jack auf. Der Drogist nutzte eine Sondergenehmigung, die er als dienstverpflichteter Hilfspolizist besaß, um den Untergang Münsters mit der Kamera festzuhalten. Die Aufnahmen bilden eine von sechs Sequenzen, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Donnerstag (28. Juli) um 18 Uhr im münsterischen Programmkino Cinema vorstellt. Im letz-ten Filmforum der Reihe "Vom Ende zum Anfang - 1945 im Film" stehen diesmal Kriegsende und Neuanfang in Westfalen im Fokus.

Genau so dramatisch wie die Bilder von der Zerstörung Münsters sind US-amerikanische Filmaufnahmen, die die Eroberung Westfalens durch die Alliierten zeigen. Gerade zu verstörend wirkt das Material von der Befreiung des Kriegsgefangenenlagers am Hohen Heckenweg in Münster. Der Anblick völlig ausgemergelter Zwangsarbeiter macht plausibel, warum die Amerikaner die Sequenz mit "Munster Concentration Camp" betitelten und im Herbst 1945 als Beweismittel im Nürnberger Kriegsverbrecherprozess einsetzten. Britische Bilder aus Minden zeigen, dass in eigens organisierten Kinoveranstaltungen auch die deutsche Bevölkerung schon im Mai 1945, nur wenige Wochen nach Kriegsende, mit Filmaufnahmen der Gräueltaten des Hitlerregimes konfrontiert wurde.

Einen ganz anderen Blick auf die "Stunde Null" warf die Bäckersfrau und Filmamateurin Elisabeth Wilms, die 1947 in Dortmund und dem Münsterland drehte. Bilder von Kindern, die inmitten von Trümmern spielen und alten Menschen, die in Keller- und Dachwohnungen halbzerstörter Häuser leben, vermitteln einen plastischen Eindruck vom Alltag der Nachkriegszeit. Aber auch die Versuche, die Not der Nachkriegsjahre durch Kohlenklau, Schwarzmarkthandel und Hamsterfahrten aufzubessern, rückt Wilms ins Bild.

Den Abschluss der Filmcollage bildet eine kurze Sequenz, die den Wiederaufbau des münsterischen Schlosses durch Studierende zeigt. Der Kommentar erläutert, dass jeder Student pro Semester acht Tage lang zur Mithilfe am Wiederaufbau verpflichtet war und Neuimmatrikulierte sogar drei bis sechs Monate mitarbeiten mussten.

Eingeführt und kommentiert werden die sechs Sequenzen von Dr. Volker Jakob, Dr. Markus Köster und Volker Pade vom Westfälischen Landesmedienzentrum des LWL. "Wir wollen die Öffentlichkeit einen Blick auf diese Filmschätze werfen lassen", erläutert Köster. "Die Bilder zeigen, dass sich die Wahrnehmung von Kriegsende und Neuanfang je nach Perspektive stark unterschied. Die alliierten Sieger hielten ganz andere Bilder mit der Kamera fest als die besiegten Deutschen, Amateurfilmer hatten einen anderen Blick als professionelle Wochenschauen."

Das Forum am 28.7. beschließt eine achtteilige, als Rahmenprogramm der Ausstellung "1945 - Im Blick der Fotografie" konzipierte Filmreihe. Die Ausstellung selbst ist noch bis zum 11. September im Westfälischen Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte in Münster zu sehen.

Donnerstag, 28. Juli, 18.00 im Cinema Münster
Warendorfer Str. 45-47
Kartentelefon: 0251/30300
www.cinema-muenster.de

Die Fotos stammen mit einer Ausnahme aus der Publikation "1945 -Fotografien aus Westfalen", die das Westfälische Landesmedienzentrum vor einigen Wochen herausgebracht hat (medienzentrum@lwl.org).



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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