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Mitteilung vom 25.05.05

Foto zur MitteilungIn Form einer archäologischen Grabungsstätte wird der historische Töpferofen in der Ziegelei Lage präsentiert.
Foto: WIM


Foto zur MitteilungDie Funde auf der Halde der alten Töpferei deuten auf die enorme Produktpalette des Handwerksbetriebes hin.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Erweiterung der Dauerausstellung in der Ziegelei Lage:
Töpferofen aus dem Habichtswald erhält neue Heimat

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Lage (lwl). Ein 660 Jahre alter Töpferofen aus dem Habichtswald hat seine neue Heimat im Westfälischen Industriemuseum Ziegelei Lage gefunden.

Das seltene Stück steht im Mittelpunkt eines neuen Ausstellungsbereichs, der am Sonntag, 29. Mai, um 11 Uhr im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) eröffnet wird. Zwar hat das Herstellen und Brennen von Keramiken kaum etwas mit der Ziegelproduktion zu tun, doch besteht der historische Ofen selbst aus handgestrichenen Ziegeln. "Damit zählt das Objekt nicht nur zu den ältesten erhaltenen Zeugnissen für die Verwendung von Ziegelsteinen in unserer Region, sondern gilt auch als der besterhaltendste spätmittelalterliche Töpferofen in Nordeuropa", erklärt der wissenschaftliche Referent Dr. Andreas Immenkamp.

Der Ofen stammt aus einer Töpferei, die etwa von 1250 bis 1350 in Leeden bei Tecklenburg (Kreis Steinfurt) produzierte. Sie lag in einem Waldgebiet, dem Habichtswald, der das erforderliche Brennmaterial lieferte. Bereits im Winter 1976/77 waren Archäologen bei der Untersuchung der alten Töpferei auf die Reste des Ofens gestoßen. Sie beschlossen, den seltenen Fund in einem Stück auszugraben und als Block zu bergen. Bereits 1977 wurde er erstmals im Archäologiemuseum in Münster ausgestellt. Nach Ablauf der Ausstellung wurde der Koloss in Kisten verfrachtet und eingelagert. Dort schlummerte er unbeachtet, bis der ehemalige Direktor des Industriemuseums, Helmut Bönnighausen, das ausladende Ausstellungsstück in die Ziegelei Lage holte.

Bei den Grabungen in der alten Töpferei galt das Interesse der Archäologen im Besonderen der Abwurfhalde, wo zur Betriebszeit Fehlbrände und zersprungene Waren entsorgt wurden. Die dort entdeckten Funde vermitteln ein umfassendes Bild vom Waren- und Formenspektrum eines für die nähere Region produzierenden Handwerkbetriebes. Die Grabungen förderten eine enorme Bandbreite an Gebrauchskeramik zutage, die von unserer Vorfahren im ausgehenden Mittelalter benutzt wurde: Becher, Kannen, Töpfe, Krüge, aber auch Kerzenständer. Besonders selten sind jene Fundstücke, die Einblicke ins Kinderspiel der damaligen Zeit ermöglichen. So entdeckten die Archäologen kleine Figürchen, Pferdedarstellungen mit und ohne Reiter, Murmeln und Miniaturgefäße.

In der neuen Ausstellungseinheit der Ziegelei Lage wird Museumsbesuchern eine repräsentative Auswahl der Produkte präsentiert. Da es sich bei den Originalen meist um Bruchstücke handelt, hat das Museum einige davon rekonstruieren lassen, um eine bessere Vorstellung von den intakten Gefäßen zu erhalten.

Die Präsentation des Ofens gestalteten die Wissenschaftler im LWL-Museum wie eine Grabungsszene. Damit brachten sie den Ofen dorthin zurück, wo er ursprünglich herstammt: in die Erde.



Pressekontakt:
Evelyn Zerbe, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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