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Mitteilung vom 18.05.05

Foto zur MitteilungDie Familie von Prinz Stefan zur Lippe (l.) freut sich über das neue "Patenkind", Kasandra ist das erste Stut-Fohlen der Senner, das im LWL-Freilichtmuseum geboren wurde.
Foto: LWL


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Endlich ist sie da: Kasandra ist das erste Senner-Stutfohlen im LWL-Freilichtmuseum - Prinz zur Lippe übernimmt Patenschaft

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Detmold (lwl). Bei strahlendem Sonnenschein war es diese Woche im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold endlich so weit: Das acht Tage alte Senner-Fohlen präsentierte sich erstmals seinem Paten Prinz Stefan zur Lippe und dessen Familie. Vom Paten erhielt das erste im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) geborene Stut-Fohlen der Sennerpferde den Namen "Kassandra".

Senner Pferde sind akut vom Aussterben bedroht, Stutfohlen Kassandra ist eines von weltweit nur noch 47 Pferden dieser traditionsreichen Rasse. Jahrhundertelang züchtete das Lippische Fürstenhaus Senner Pferde mit einem halbwilden Gestüt in der Senne. Mit der ersten urkundlichen Erwähnung 1160 gilt diese Pferderasse als die älteste in Deutschland.

In Blütezeiten des Gestütes waren es bis zu 200 Tiere, die als Renn-, Jagd- Wagen- und Reitpferde gefragt waren und als politische Geschenke auch schon einmal die Geschicke des Fürstentums Lippe beeinflussten. Da sie frei in der Senne lebten, zeichneten sie sich durch ihre Robustheit, ihre Ausdauer und Langlebigkeit aus.

Genetische Untersuchungen haben die Eigenständigkeit der Rasse belegt: So wurde nie mit fremden Stuten gezüchtet. Zur Vermeidung von Inzucht wurden immer Hengste anderer Rassen, vornehmlich Vollblüter, eingesetzt. Diese Tradition wird bis heute fortgesetzt: 1918 gingen die Pferde in das Eigentum des Verbandes Lippischer Pferdezüchter über, der sich verpflichtete, mindestens acht Zuchtstuten zu halten. 1936 jedoch kam es zur Versteigerung der letzten Senner auf dem Marktplatz in Detmold. Das Ende der Rasse schien besiegelt, hätte nicht Julie Marie Immink Gefallen an den edlen Pferden gefunden und sie unter schwierigsten Bedingungen über die Kriegs- und Nachkriegsjahre gerettet, bis auch sie 1950 aufgeben musste. Glücklicherweise waren einige Pferde in Lippe verblieben, u.a. bei Familie Lüpke aus Lemgo. Karl Ludwig Lackner, begab sich 1970 auf die Suche nach Senner Pferden und begann ab 1976 sein Gestüt in Borgholzhausen aufzubauen, unter anderem mit der Stute Indra von Frau Lüpke und der Stute Norma, die er in Rheinland-Pfalz ausfindig gemacht hatte.

Das LWL-Museum begann 2001 mit der Sennerzucht und beteiligt sich neben weiteren Privatpersonen weiterhin an der Erhaltung dieser einzigartigen Pferderasse. Auch in der Mossheide in der Senne weiden auf Initiative der Biologischen Station seit 2000 wieder Senner. Die Stuten des Freilichtmuseums, "Nadine" und "Dorinah" haben bisher mit drei Hengst-Fohlen, "Hamlet", "Ikarus" und "Jupiter" zum Bestand beigetragen. Über das erste Stut-Fohlen "Kassandra" freute sich Landschaftsökologin Agnes Sternschulte besonders: "Bei nur noch elf für die Zucht verwendeten Stuten ist Kassandra natürlich für den Bestand der Senner besonders wichtig."

Westfälische Freilichtmuseum Detmold - Krummes Haus - 32760 Detmold geöffnet vom 25.03. bis 30.10. 2005, Öffnungszeiten: di - so, 9 - 18 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)



Pressekontakt:
Gefion Apel, Tel. 05231 706-104 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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