LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 15.04.05

Foto zur MitteilungKötterhaus in Gemenwirthe, Kreis Borken (um 1940).

Foto zur MitteilungDie seltenen Innenaufnahmen, wie hier aus einem Haus im münsterländischen Saerbeck, geben Einblick in Dielen und Ställe wie hier in eine Kaminküche.
Foto: LWL-Archiv/Schepers.


Foto zur MitteilungDie Stube des Hofes Dreker in Holtheim im Paderborner Land (um 1935).
Foto: LWL-Archiv/Schepers


Foto zur MitteilungGründungsdirektor Josef Schepers (1908 -1989).
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Verschwundene bäuerliche Lebenswelten: Ausstellung mit Fotos von Josef Schepers im LWL-Freilichtmuseum Detmold

Bewertung:

Detmold (lwl). Die traditionelle bäuerliche Kulturlandschaft Westfalens hat sich seit dem Zweiten Weltkrieg stark verändert: Unzählige Bauernhöfe fielen dem Strukturwandel zum Opfer, die verbliebenen Betriebe stehen unter einem andauernden Modernisierungsdruck. Viele in Jahrhunderten entstandene Gebäude und Hofanlagen wurden und werden abgebrochen oder umgebaut. Unter dem Titel "Häuser und Höfe aus Westfalen" zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab Dienstag (19.04.) in seinem Westfälischen Freilichtmuseum Detmold eine Auswahl von Fotos aus dem Nachlass des Gründungsdirektors Josef Scheipers, die Höfe aus allen Teilen Westfalens in ihrem ursprünglichen Zustand zeigen. "Die Bilder haben nicht nur einen dokumentarischen sondern auch einen großen ästhetischen Wert", so Ausstellungsmacher Dr. Heinrich Stiewe.

Der westfälische Volkskundler und Hausforscher Josef Schepers (1908-1989) begann schon während seiner Studienzeit in den 1930er Jahren, alte Bauernhöfe zu erforschen und fotografisch zu dokumentieren. Aus diesen Forschungen entstand sein Werk "Haus und Hof westfälischer Bauern" (1. Auflage Münster 1960). Zugleich bildeten sie die Grundlage für Konzeption und Aufbau des LWL-Freilichtmuseums Detmold, dessen erster Direktor Schepers von 1960 bis 1976 war.

Die Aufnahmen zeigen Hofanlagen und ländliche Gebäude aus Westfalen im Zustand der 1930er bis 1950er Jahre. Zu dieser Zeit fand Josef Schepers noch Bauernhöfe mit strohgedeckten Fachwerk-bauten im Schatten großer Hofeichen, auf denen die Zeit scheinbar stehen geblieben war. Tatsächlich war die Modernisierung auf dem Lande aber schon vor dem Zweiten Weltkrieg weit vorangeschritten, was Schepers mit Sorge betrachtete. Umso mehr bemühte er sich, die letzten noch weitgehend unberührten Hofanlagen zeichnerisch und fotografisch festzuhalten.

Die Ausstellung zeigt Beispiele ländlicher Gebäude und Siedlungsformen aus den verschiedenen Kulturlandschaften Westfalens: "Neben den schlichten Fachwerkbauten des Münsterlandes, deren Fachwerke schon früh mit Backsteinen ausgemauert wurden und die mit Hohlpfannen gedeckt waren, beeindrucken die monumentalen Meierhäuser etwa des Ravensberger Landes mit dichtem Gitterfachwerk und reich verzierten Einfahrtstoren. Die ältesten Bauernhäuser, die Schepers im Osnabrücker Land oder der früheren Grafschaft Lippefand, stammen aus der Mitte des 16. Jahrhunderts. Während im Norden und Westen Westfalens Streusiedlung und Einzelhöfe verbreitet sind, entstanden am Hellweg und an der Weser große Haufendörfer", so Stiewe.

Neben Gesamt- und Detailansichten der Gebäude geben seltene Innenaufnahmen Einblick in Dielen und Ställe, Küchen und Stuben. Auch das landschaftliche Umfeld der Gehöfte mit Gärten und Weiden, Hecken und Teichen hat Schepers fotografisch dokumentiert. Den großen Hofanlagen mit ihren zahlreichen Nebengebäuden stehen die bescheidenen Kotten der "kleinen Leute" auf dem Lande gegenüber. Auf vielen Fotos sind die Bewohner der Häuser zu sehen: Bauern und Landarbeiter, Männer, Frauen und Kinder. Josef Schepers hatte die Absicht, zumindest "in letzter Stunde noch ein papiernes Bild des alten Bauernhofes, ein Bild unserer Herkunft, zu retten" - heute ermöglichen seine Fotografien seltene Einblicke in längst verschwundene bäuerliche Lebenswelten.

"Häuser und Höfe aus Westfalen"
Sonderausstellung mit Fotos aus dem Nachlass von Josef Scheipers

Westfälisches Freilichtmuseum Detmold, ehemalige Fasanerie
19. April bis 24. Juli 2005
Geöffnet: täglich außer montags, 11 - 17 Uhr (Einlass bis 17 Uhr)
Westfälisches Freilichtmuseum Detmold - Landesmuseum für Volkskunde -
Krummes Haus, 32760 Detmold, Tel. (05231) 706-0; Fax 706-106
www.freilichtmuseum-detmold.de; E-Mail: wfm-detmold@lwl.org



Pressekontakt:
Gefion Apel Tel.: 05231 706-140 und Markus Fischer, Tel.: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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