LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 11.03.05

Foto zur MitteilungIndische Kinder bei der Arbeit in einer Seidenspinnerei. Foto: terre des hommes

Foto zur MitteilungJunger Glasarbeiter im 19. Jahrhundert. Repro: LWL

Foto zur MitteilungBeim Papiertütenspiel erfahren Schulklassen, was es heißt, schon als Kind für seinen Lebensunterhalt arbeiten zu müssen.
Foto: LWL/Hudemann


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Der LWL

Kinderarbeit einst und jetzt
Ausstellung im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim

Bewertung:

Petershagen (lwl). Sie schuften mit ihren Eltern in der Landwirtschaft, verdingen sich auf den Straßen der großen Städte als Schuhputzer, sie betteln oder schleppen als Schuldknechte schwere Lasten im Steinbruch: Schätzungsweise 211 Millionen Jungen und Mädchen unter 14 Jahren arbeiten in den so genannten Entwicklungsländern oft unter menschenverachtenden Bedingungen. Rückblende: Vor 170 Jahren stellten Kinder in preußischen Fabriken nicht selten die Hälfte der Belegschaft; sie arbeiteten täglich zwölf Stunden und mehr. Im Spannungsfeld zwischen "Kinderarbeit - einst und jetzt" bewegt sich eine Ausstellung im Westfälischen Industriemuseum Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke). Vom 13. März bis 29. Mai 2005 erzählt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) von jungen Glasarbeitern im 19. Jahrhundert, von Kinderarbeit unter Tage, auf Höfen und Feldern damals genauso wie von Jungen und Mädchen, die heute in indischen Ziegeleien, Teppichmanufakturen oder Textilfabriken arbeiten.

Fotos, historische Ausstellungsstücke wie ein Spulrad, Glasformen und Pochwerkzeuge, außerdem aktuelle Zeugnisse wie der Schuhputzkasten eines indischen Straßenjungen oder Steinbruchwerkzeug machen das Thema anschaulich. Die beiden Ausstellungsteile entstanden in Zusammenarbeit mit dem Museum für Industriekultur in Osnabrück und dem Kinderhilfswerk "terres des hommes". Ein umfangsreiches Begleitprogramm (s. u.) ergänzt die Präsentation.

Um 1800 bildete die Textilindustrie zunächst den wesentlichen Schwerpunkt der Kinderarbeit in Deutschland. Noch um 1850 arbeiteten zahlreiche Schulkinder in preußischen Glashütten. "Bis zu sechs Prozent aller preußischen Fabrikarbeiter im 19. Jahrhundert waren Kinder unter 14 Jahren", erläutert LWL-Museumsleiter Michael Funk. Im Laufe des 19. Jahrhunderts sei die Ausbeutung von Kindern in Fabriken durch Gesetze schrittweise zurückgedrängt worden. Allerdings wuchs der Anteil der arbeitenden Kinder in der Heimindustrie, im Dienstleistungsbereich und in der Landwirtschaft. Funk: "Zehntausende schufteten auf den Höfen und Feldern, stellten bis spät in die Nacht hinein Kegel auf, trugen frühmorgens vor der Schule Zeitungen, Milch oder Brötchen aus oder stellten in nächtelanger Arbeit Spielzeug für andere Kinder her."

Etwa zehn Prozent der heutigen Kinderarbeiter in den so genannten Entwicklungsländern sind in Betrieben beschäftigt, die auch Waren in die Wohlstandsländer der Westlichen Welt exportieren: in Textilfabriken, Steinbrüchen, Teppichmanufakturen oder auf Kakao- und Kaffeeplantagen. Zum Teil unterliegen die Kinder der Schuldknechtschaft und Sklaverei, sie wurden verkauft und erleiden schwerste Misshandlungen. "Kinderarbeit ist im letzten Jahrzehnt zu einem international diskutierten Thema geworden. Fachleute befürchten dennoch, dass die Ausbeutung von Kindern in den nächsten Jahren zunimmt. Wirtschaftskrisen, der Wettlauf um immer geringere Arbeits- und Produktionskosten, drastische Kürzungen von Bildungs- und Sozialetats in armen Ländern verursachen immer mehr Kinderarbeit", erläutert Barbara Küppers vom Kinderhilfswerk "terre des hommes".

Veranstaltungen zur Ausstellung "Kinderarbeit - einst und jetzt"

So, 13.3., 11 Uhr:
Eröffnung der Ausstellung

So, 20.3., 11 Uhr:
Film Die kleine Verkäuferin der Sonne, Senegal 1998, 45 min.

So, 27. März, 11 Uhr:
Film Lost and Found - Die verlorene Brieftasche, Indien 1995, 25 min.

So, 3.4., 11 Uhr:
Film Twilight - Kinder der Dämmerung, Südafrika 15 min.

So, 10.4., 11 Uhr:
Film Balljungs. Woher kommen die Fußbälle? Deutschland 1999, 28 min.

So, 17.4., 11 Uhr:
Film Himmel und Hölle, Indien/ Jemen/ Haiti 1999, 52 min.

So, 24.4., 11 Uhr:
Film Elena und Pancha, Deutschland, Ecuador 1992, 26 min.

So, 1.5., 11 Uhr:
Film Die Scooterfahrer, Deutschland, Philippinen 1988, 15 min.

So, 8.5., 11 Uhr:
Film Le Métis - Straßenkinder in Burundi, Frankreich/ Burundi 1996, 28 min.

So, 15.5., 11 Uhr:
Film My City, Mosambik 1998, 10 min.

So, 22.5., 11 Uhr:
Film Kanimambo - Wir sind stark, Deutschland 1999, 18 min.


Führungen und Museumspädagogische Angebote für Schulklassen und Gruppen

nach Anmeldung, Dauer: ca. 1,5 Stunden, Kosten: 35 € plus Museumseintritt
Info und Buchung unter Tel.: 05707 9311-0
1. Straßenkinder - Ausstellungsführung und Rollenspiel
2. Papiertütenspiel - Ausstellungsführung und Herstellung von Papiertüten
3. Streichholzspiel - Ausstellungsführung und "Arbeit" in einer Streichholzmanufaktur


Sonderausstellung: Kinderarbeit - einst und jetzt
13. März 2005 - 29. Mai 2005

Westfälisches Industriemuseum Glashütte Gernheim
Gernheim 12, 32469 Petershagen
Geöffnet: Dienstag - Sonntag 10 - 18 Uhr



Pressekontakt:
Evelyn Zerbe, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0





Kommentar(e)

amina20.06.2012 11:22
wow wie cool das beste projekt ps. alexstancjk bye


Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos