LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 27.01.05

Foto zur MitteilungDie ehemalige Goethe-Schule in Marten, heute Westfälisches Schulmuseum. Postkarte von 1944.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungEin typisches "Nagelbild" aus dem Ersten Weltkrieg, dargestellt auf einer Schulpostkarte aus Bocholt, 1916.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungPostkarte einer Aufführung des Vincke-Schulchores Castrop-Rauxel, 1930er Jahre.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Schul-Geschichte im Postkartenformat
Studioausstellung im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern

Bewertung:

Dortmund (lwl). Die Schulgeschichte des Reviers im Postkartenformat präsentiert das Westfälische Industriemuseum in seiner aktuellen Studioausstellung bis 20. Februar 2005. Auf der Galerie im historischen Werkstattgebäude der Zeche Zollern II/IV in Dortmund-Bövinghausen zeigt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) 180 Postkarten aus der eigenen Sammlung. Begleitend dazu findet an diesem Freitag, 28. Januar, um 18 Uhr eine Lesung mit kritischen Texten aus der Schulgeschichte des Reviers statt.

Die Ausstellung gibt Einblicke in ein Stück Architekturgeschichte der Schulbauten, umreißt aber auch Themen der Sozialgeschichte. Dr. Thomas Parent, stellvertretender Museumsdirektor, der die Schau zusammengestellt hat: "Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein galt das Ruhrgebiet als Malocher-Region. Im Vergleich zu traditionsreichen Bürger-Städten wie Köln oder Münster war höhere Schulbildung hier lange stark unterrepräsentiert. In den jungen Industriestädten der Emscherzone erfolgte der Aufbau eines höheren Schulwesens erst spät. In ihrer aufwändigen Architektur drückten die neuen Schulbauten der Gründerzeit dann aber kommunalen Stolz über das endlich Erreichte aus." Ansichtskarten aus den Jahren um 1900 zeigen die markantesten Bauten aus Bottrop, Castrop oder Hörde: Neben der Schule sind auf den Sammelbildern häufig die Kirche, das Rathaus und die Reichsbank zu sehen. Zechen oder Stahlwerke sind eher selten berücksichtigt.

Eine Abteilung der Ausstellung zeigt die Entwicklung der Schularchitektur zwischen 1850 und 1980: vom unscheinbaren Ziegelhaus von ca. 1850 über das repräsentative Gymnasium der Kaiserzeit bis zu den modernen Betonbauten der Wirtschaftswunderjahre. Gruppiert wird auch nach Schultypen: Volksschule, Realschule, Gymnasium für Jungen, Lyzeum für Mädchen. Daneben Berufsschulen, Maschinenbau- und Bergschulen, Sportschulen, die Musikschule "Orpheus" in Wanne-Eickel, die berühmte Folkwang-Schule für Musik, Tanz und Sprache in Essen

Eine weitere Abteilung untersucht die Schulnamen. Die klassische Literatur ist hier nur selten vertreten - etwa durch "Goethe-Schulen" in Dortmund-Marten und in Essen-Katernberg. Viel häufiger kommen patriotische Schulnamen vor: Hohenzollern, Kaiser Wilhelm, Augusta, Viktoria, Luise, Bismarck, Moltke, Hindenburg. Von graphischem Reiz sind individuelle Ansichtskarten, die einzelne Schulklassen aus Anlass der Mittleren Reife oder des Abiturs drucken ließen.

Auch Kriegs- und Krisengeschichte sind Thema. Thomas Parent: "Im Ersten Weltkrieg zeigen Postkarten hölzerne Ehrenschilde, in die Schüler gegen einen Obolus nach einem vorgegebenen Schema Nägel einschlagen durften. Auf diese Weise entstanden Mosaikbilder mit patriotisch-militaristischen Motiven. Der Erlös der Aktionen kam Kriegszwecken zugute."
Zwei Fotokarten von 1923 dokumentieren eine Schulspeisung für unterernährte Kinder in Oberhausen durch eine Hilfsaktion von Quäkern.

Eine umfangreiche Serie aus dem Essener Oberlyzeum der Augustinerinnen dokumentiert zahlreiche Aspekte des Schulalltags: Unterrichtsräume, die Lehrmittelsammlung, die Aula, den "Turnsaal" und das schuleigene Museum.

Bei der Lesung am Freitag (28.1.) stellt Dr. Thomas Parent um 18 Uhr auf Zollern II/IV unter dem Titel "Planungswahn und Schulversagen" kritische Texte aus der Schulgeschichte des Ruhrgebiets vor. Der Eintritt ist frei.
Die aktuelle Studioausstellung ist Teil der Reihe "Galerie Industriearbeit", in der das Westfälische Industriemuseum Bilder, Fotografien oder - wie jetzt - historische Ansichtskarten aus seiner mehr als 20.000 Stück umfassenden Sammlung präsentiert.

Schulpostkarten aus dem Revier
Studioausstellung, bis 20.2.05
Zeche Zollern II/IV, Alte Werkstatt,
Grubenweg 5, Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet Dienstag bis Sonntag 10 - 18 Uhr, letzter Einlass 17.30 Uhr



Pressekontakt:
Christiane Spänhoff, Westf. Industriemuseum, Tel. 0231 6961-127 und Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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