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Mitteilung vom 03.01.05

Foto zur MitteilungSzenenfoto aus "Hitlerjunge Quex", Deutschland 1933

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Presse-Infos | Der LWL

Spielfilme als Propaganda
LWL-Landesmedienzentrum zeigt "Hitlerjunge Quex"

Bewertung:

Münster (lwl). Einen Film aus der Nazizeit präsentiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit dem münsterschen Programmkino Cinema am 6. Januar 2005: den NS-Propagandafilm "Hitlerjunge Quex". Der Film ist selten zu sehen, da er wegen seines pronationalsozialistischen Inhalts in der Bundesrepublik nicht öffentlich aufgeführt werden darf. Das LWL-Landesmedienzentrum und das "Cinema" zeigen ihn nur unter Auflagen und begleitet von einem Referat eines Historikers.

Mehr als 1.100 Spielfilme wurden zwischen 1933 und 1945 in Deutschland gedreht. Rein quantitativ lässt sich das sogenannte Dritte Reich damit als absolute Boomzeit der Kinokultur in Deutschland klassifizieren. Einer der ersten Propagandaproduktionen des NS-Staates war der Film "Hitlerjunge Quex". Er beschreibt, wie der Druckerlehrling Heini Völker aus Berlin sich vom Kommunisten zum "mutigen Hitlerjungen Quex" wandelt, für den die braune Jugend zum Familienersatz wird.

Im "roten" Berlin verteilt Quex ganz auf sich allein gestellt nationalsozialistische Flugblätter, bis ihn eines Abends kommunistische "Meuchelmörder" einkreisen und nieder stechen. In den Armen seiner zu Hilfe eilenden Kameraden stirbt er mit dem Hitlerjugend-Lied auf den Lippen einen dramatisch inszenierten Märtyrertod. In der "melodramatischen Schlussapotheose" (Hilmar Hoffmann) tritt aus dem Körper des sterbenden Hitlerjungen Quex ein Heer aus Braunhemden und Fahnen ins Blickfeld, "bis das Hakenkreuz einer Fahne als Erlösung signalisierendes Emblem das Bild füllt."

Die 1933 von Hans Steinhoff inszenierte Produktion mit dem Untertitel "Ein Film vom Opfergang der Jugend" griff auf mehrere populäre Leinwandidole der Weimarer Zeit wie Heinrich George, Berta Drews und Hermann Speelmans zurück, um die "Kampfzeit der Bewegung" zur Legende zu stilisieren.

"Hitlerjunge Quex' macht beispielhaft deutlich, dass sich die Filmproduktion des 'Dritten Reiches' zum Transport ihrer ideologischen Inhalte aller verfügbaren psychologischen und suggestiven Manipulationsmethoden bediente", erläutert Dr. Markus Köster die Gründe, warum das LWL-Landesmedienzentrum den Film präsentiert.

Das Westfälische Landesmedienzentrum zeigt den Film mit Unterstützung der Friedrich-Wilhelm-Murnau-Stiftung am Donnerstag, 6. Januar, um 19 Uhr im Programmkino "Cinema" an der Warendorfer Str.45-47 in Münster. Als Referent wird mit Dr. Gerd Albrecht einer der profiliertesten Fachleute zum Thema "Spielfilme im Dritten Reich" zur Verfügung stehen. Da der Film nicht öffentlich gezeigt werden darf, liegt an der Kasse eine Liste aus, in die sich alle Besucher eintragen müssen. Außerdem müssen sie sich mit dem Personalausweis ausweisen. Der Eintritt beträgt für Studierende 5 Euro, für sonstige Interessierte 6,50 Euro. Vorbestellungen unter info@cinema-muenster.de; Tel. 0251 30300.

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Der Filmhistoriker Dr. Gerd Albrecht, der Leiter des Westfälischen Landesmedienzentrums, Dr. Markus Köster, sowie Jens Schneiderheinze vom Cinema stehen Ihnen ab 18 Uhr für ein Gespräch zur Verfügung.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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