LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 01.12.04

Foto zur MitteilungDer LWL hat dem Junkerhaus und seinem Erbauer ein multimediales Denkmal gesetzt.
Foto: LWL/Bahl


Foto zur MitteilungDas Junkerhaus ist nicht nur innen, sondern auch außen mit ornamentalen Schnitzereien überzogen.
Foto: LWL/Sagurna


Foto zur MitteilungJunkers Kunststil lässt sich am besten mit "art brut" oder "Outsider Art" umschreiben.
Foto: LWL/Sagurna


Foto zur MitteilungDas frisch restaurierte Schlafzimmer des Junkerhauses.
Foto: LWL/Sagurna


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Presse-Infos | Der LWL

LWL setzt dem Lemgoer Junkerhaus und seinem Erbauer ein multimediales Denkmal

Bewertung:

Lemgo (lwl). Schon auf den ersten Blick geheimnisvoll und sagenumwoben erscheint das Junkerhaus in Lemgo (Kreis Lippe). An ihm scheiden sich die Geister ebenso wie an seinem Erbauer Karl Junker (1850 - 1912): Die einem sehen in dem mit ornamentalen Schnitzereien überzogenen Haus die Schöpfung eines kranken Geistes, die anderen preisen es als fantastisches Gesamtkunstwerk. Mit der DVD "Das Junkerhaus in Lemgo", die am Dienstag (30.11.) in Lemgo Premiere feierte, hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) dem Haus und seinem Schöpfer ein multimediales Denkmal gesetzt.

"Den Weg des Hauses bis zum heutigen Museum hat der LWL gleich vierfach begleitet und unterstützt: Die Fachleute unseres Museumsamtes haben das Haus restauriert. Dabei haben sie sowohl von unse-ren Denkmalpflegern wie auch von unserem Amt für Landschafts- und Baukultur viel Unterstützung erhalten. Unser Landesmedienzentrum hat mit seinem Junkerfilm Pionierarbeit geleistet. Denn die überregionale Wertschätzung Junkers hat gerade erst begonnen, es ist damit zu rechnen, dass in den nächsten Jahren eine Reihe neuer Forschungsergebnisse vorgelegt werden", beschrieb LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe die enge Verbindung des LWL mit der jüngsten Geschichte des Junkerhauses.

Der Film, den der LWL nicht nur in Lemgo während und nach der Restaurierung, sondern auch in Heidelberg gedreht hat, beschäftigt sich nicht nur mit dem Haus, sondern auch mit dem Leben seines Erbauers: Nachdem Junker mit 18 Jahren seine Gesellenprüfung als Tischler abgelegt hatte, verließ er für zwölf Jahre Lemgo und bildete sich in Hamburg, Berlin und vor allem in München an der Kunstgewerbeschule und an der Akademie der Bildenden Künste fort. Nach seiner Rückkehr arbeitete er hauptsächlich als Maler.

Nach dem Vorbild der Künstlerhäuser, die er in München kennengelernt hatte, begann er wenige Jahre später mit dem Bau seines Hauses als Gesamtkunstwerk. "Von der Aufteilung her ist das Haus durchaus bürgerlich, seine Gestaltung ist jedoch prägnant: Sämtliche Decken und Wände sind vertäfelt, alle Flächen zwischen den vielen Bildern hat Junker beschnitzt und bemalt", so LWL-Filmemacher Dr. Hermann-Josef Höper. Wie viele Künstler des 19. Jahrhunderts fühlte sich Junker von seiner Umgebung nicht verstanden. Er zog sich immer mehr zurück. Deshalb bildeten sich nach seinem Tod 1912 schnell Legenden um seine Person. Dazu trug Junker zu Lebzeiten zumindest unbewusst bei, indem er mitunter seine Lebenssituation falsch dargestellt hat.

So ist bis heute nicht abschließend geklärt, ob Junker psychisch krank war. Darauf deutet die Tatsache hin, dass sich in der Sammlung von Patientenbildern, die der aus Hemer stammende Psychiater Hans Prinzhorn in Heidelberg zusammengetragen hat, auch einige Werke Junkers befinden. Möglicherweise hat sie aber auch ein Galerist als Vergleichsstücke nach Heidelberg gebracht.

Junker hat fast alle zeitgenössischen Stilrichtungen seiner Zeit aufgenommen: In seinen Werken finden sich Elemente des Symbolismus, in dem Traum und Phantasie in den Vordergrund rücken, ebenso wie lange geschwungene Linien und der Natur entnommene Formen als Merkmale des Jugendstils oder impulsive, überzeichnete Formen und Farben des Expressionismus. "Man kann Junker wohl am ehesten gerecht werden, wenn man ihn als Vertreter der 'Art brut' versteht. Wörtlich übersetzt bedeutet das 'unverblümte Kunst' und meint spontane und unreflektierte Werke zum Beispiel von Kindern, gesellschaftlichen Außenseitern und Psychiatriepatienten. Diese auch 'Outsider-Art' genannte Kunst scheint unabhängig von Normen zu sein und gibt die inneren Zustände des Künstlers wieder", fasst Höper seine Eindrücke zusammen.

Weil sich für die "Outsider Art" zunehmend ein internationales Publikum interessiert, hat der LWL die DVD auch mit einer englischen Sprachversion ausgestattet. Neben dem 25-minütigen Film enthält die DVD auf einem ROM-Teil, der per Computer zugänglich ist, 130 Bilder, die einen Querschnitt durch die Kunst Karl Junkers zeigen.

Das Junkerhaus in Lemgo
Die Kunst eines Außenseiters - Karl Junker (1850 - 1912)
DVD mit einem 25-minütigem Film und einem ROM-Teil mit 130 Fotos
Preis: 14,90 Euro (zzgl. 2,60 Euro Versand),
Schulen und Vereine, die auch das Vorführrecht erwerben wollen, zahlen 45 Euro.
Bezug: Westfälisches Landesmedienzentrum, Warendorfer Str. 24, 48133 Münster,
Tel.: 0251 591-3902, medienzentrum@lwl.org



Pressekontakt:
Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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