LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 17.09.04

Foto zur Mitteilung

Foto zur MitteilungTagungsorganisator Dr. Hans-Werner Peine vom LWL-Amt für Bodendenkmalpflege in der Studioausstellung "Keramik auf Sonderwegen", die den Charakter eines Schaumagazins hat.
Foto: LWL/Klostermann.


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Presse-Infos | Der LWL

Keramik auf Sonderwegen:
Internationaler Kongress im Westfälischen Museum für Archäologie

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Herne (lwl). Im Westfälischen Museum für Archäologie in Herne findet vom 19. bis 25. September das 37. Internationale Hafnerei-Symposion statt. Über 100 Keramikkenner aus sieben Nationen diskutieren über außergewöhnliche Formen und Funktionen in der Keramik in den letzten 1500 Jahren. Dazu zeigt das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) bis zum 14. November die Studioausstellung "Keramik auf Sonderwegen".

Eine Pfanne mit Augen und Nase am Griff, ein Kochtopf mit zwei Standfüßen oder eine aus einem weit entfernten Land stammende Kanne: Solche außergewöhnlichen Formen und Waren finden Archäologen faszinierend, weil sie sich von dem abheben, was sie üblicherweise zu Tage fördern. "Keramik auf Sonderwegen" ist das Thema des 37. Internationalen Hafnerei-Symposions (Hafner = Töpfer), zu dem sich der Arbeitskreis für Keramikforschung auf Einladung des LWL in seinem archäologischen Landesmuseum in Herne trifft.

Über 100 Archäologen, Volkskundler, Kunsthistoriker, Numismatiker, Chemiker und andere Naturwissenschaftler treffen sich mit Töpfermeistern und anderen Keramik-Kennern. In rund 40 Vorträgen und Diskussionsforen wollen sich Experten aus sieben Nationen, neben Deutschland und den Beneluxländern noch Ungarn, Österreich und Italien, über außergewöhnliche Formen und Funktionen von Keramik austauschen. Die Themen reichen dabei von spätrömischen Keramikmasken im Rhein-Mosel-Gebiet über Wärmeabgabe und Holzverbrauch mittelalterlicher und neuzeitlicher Kachelöfen bis hin zu keramischen Handgranaten sowie Westerwälder Steinzeug in Afrika oder Werbeerzeugnissen deutscher Porzellanhersteller nach dem Ersten Weltkrieg. Exkursionen führen die Teilnehmer nach Düsseldorf ins Hetjens-Museum, nach Haltern, wo die römischen Militärs eine eigene Töpferei betrieben und nach Münster in das Zentralmagazin des Westfälischen Museums für Archäologie.


Das Hafnerei-Symposion findet seit 1968 jährlich an wechselnden Orten in Europa statt, nach 1993 in Soest zum zweiten Mal in Westfalen. "Es ist das Treffen mit den meisten Teilnehmern in der langjährigen Geschichte dieses großen europäischen Arbeitskreises, der seit 1982 von dem Chemiker Dr. Werner Endres aus Regensburg geleitet wird," erzählt Dr. Hans-Werner Peine, LWL-Mittelalter- und Neuzeitarchäologe und langjähriges Mitglied im Arbeitskreis. Er richtet - wie schon 1993 - das diesjährige Treffen in Kooperation mit dem LWL-Archäologiemuseum aus.

Anlässlich der Tagung zeigt das archäologische Landesmuseum in Herne eine Studioausstellung zum Themenkreises des Symposions. Im Foyer ist vom 19. September bis zum 14. November eine Art "Schaumagazin" aus großen Regalen aufgebaut. Darin wird ein großes Spektrum außergewöhnlicher Keramik präsentiert: spätmittelalterliche Wächterhörner aus Bocholt (Kreis Borken), Höxter und westfälischen Burgen, Andachtsbildchen aus Liesborn (Kreis Warendorf), Becher, Schälchen und ein kleiner Krug, die zu Reliquienbehältern umfunktioniert wurden. Auch einige heimische Produktionszentren stellt die kleine Ausstellung vor. So zum Beispiel die Ziegelei des Stiftes Cappel bei Lippstadt (Kreis Soest). Dort wurden seit dem 16. Jahrhundert Dachziegel und Backsteine zum Hausbau aber auch Topfdeckel, Kerzenstände und Bratspießhalter hergestellt.

Die Exponate haben die Archäologen aus den Magazinen der archäologischen Denkmalpflege, der Stadtarchäologien und einigen westfälischen Museen zusammengetragen. "Damit möchten wir einer interessierten Öffentlichkeit Einblicke in das große und interessante Spektrum der Keramikproduktion geben, die nicht nur westfälische Töpfer und Ziegler seit dem frühen Mittelalter geschaffen haben," erklärt Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale.

"Keramik auf Sonderwegen"
Studioausstellung, Eintritt: frei
19.9. bis 14.11.2004 im unterirdischen Museumsfoyer
Westfälisches Museum für Archäologie, Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0, www.landesmuseum-herne.de.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Dr. Yasmine Freigang, Tel. 0251 5907-267 und Markus Fischer, Tel. 0251 591-235
presse@lwl.org



Links:
http://www.landesmuseum-herne.de



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