LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 02.09.04

Foto zur MitteilungGefahr durch Käfer im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold.
Foto: Noldt


Foto zur MitteilungXestobium rufovillosum, drei Larven im Detail.
Foto: Noldt


Foto zur MitteilungDie Bekämpfungsmethode per Heißluft einmal im Bild.
Foto: Noldt


Foto zur MitteilungSchädlingsbekämpfung mit Mikrowelle.
Foto: Noldt


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Presse-Infos | Der LWL

Mikrowelle und heiße Luft gegen Holzschädlinge
Neues Forschungsprojekt mit der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) am Westfälischen Freilichtmuseum Detmold

Bewertung:

Detmold (lwl). Schädlinge aller Art in hölzernen Gebäuden sind - wenn man historische Bausubstanz erhalten will - längst nicht nur im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold eine Gefahr, denn mindestens 40 der über 100 Museumshäuser sind von Holzschädlingen befallen. Dieser Herausforderung hat sich das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Hamburg (BFH) und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) mit einem Forschungsprojekt gestellt.

"Entwicklung und Optimierung umweltverträglicher Verfahren zu Monitoring, Prävention und Bekämpfung von Schädlingen in historischen Baukonstruktionen aus Holz" - so der komplette Name des 790.000-Euro-Projektes - soll von 2004 bis 2007 Wissen über Holzschädlinge sammeln, auswerten und darüber hinaus umweltverträgliche Bekämpfungsmethoden entwickeln.

Einige der Schädlinge sind der Fachwelt namentlich durchaus bekannt, so wie der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum [De Geer]), der schon seit einiger Zeit in den Fachwerkhäusern des Westfälischen Freilichtmuseums beobachtet worden ist. Aber was frisst er genau - Kernholz, Rinde oder Splintholz (d.h. das Holz zwischen Kernholz und Rinde)? Und lieben es die Tiere trocken und warm oder feucht und kühler?
Diese Fragen zu untersuchen, denen mit verschiedenen Methoden nachgegangen wird, gehört zur Aufgabenstellung des neuen Projektes. Dazu gehören zum Beispiel die unterschiedlichen Vorgehensweisen der Langzeitbeobachtung (Monitoring).

Dem Schädlingsbefall soll außerdem durch bautechnische Maßnahmen vorgebeugt werden. Die Holzfeuchte steht hier im Mittelpunkt des Interesses und wird durch Langzeitmessungen an bestimmten Versuchsgebäuden überprüft. Feuchtigkeit und damit verbundene Pilzvorschädigungen im Holz bilden - so viel ist bereits bekannt - wichtige Grundlagen für die Lebensbedingungen der Käfer. Aber auch umweltverträgliche Bekämpfungsmethoden wie das bereits genutzte "geregelte Heißluftverfahren" werden verbessert. Die Mikrowellentechnik wird mit neuen Geräten für den Einsatz gegen Holzschädlinge in Labor- und Freilandversuchen erprobt.

Partner des DBU-Projektes sind neben dem Westfälischen Freilichtmuseum Detmold und der Bundesforschungsanstalt für Forst- und Holzwirtschaft Hamburg das Atelier für Restaurierung und Sanierung - Werner von Rotberg GmbH in Heidelberg (Baden-Württemberg) und die Firma Kohler Automation in Butzbach-Griedel (Hessen). Das Vorhaben soll bis März 2007 abgeschlossen sein.

"Wir sind überzeugt, dass mit diesem Projekt nicht nur für die Museen sondern auch für die Denkmalpflege, für Privatleute und für alle, die sich mit der Erhaltung historischer Bausubstanz befassen, ein wichtiger Schritt nach vorn getan wird," freute sich LWL-Museumsleiter Prof. Dr. Stefan Baumeier am Mittwoch (2.9.) bei der Sitzung zum Projektauftakt im LWL-Freilichtmuseum.

Mit diesem Projekt setzt sich das Westfälische Freilichtmuseum zusammen mit seinen Partnern an die Spitze der Forschung auf diesem Gebiet. Von den Gesamtkosten von knapp 790.000 Euro, die alle Partner unter sich aufteilen, trägt die DBU rund 270.000 Euro. "Das Freilichtmuseum besitzt einen national wertvollen Bestand historischer Baudenkmäler aller sozialen Schichten aus den letzten 500 Jahren", so Franz-Georg Elpers von
der DBU. "Wir möchten helfen, sie für die Nachwelt zu erhalten, weil sie eine Vorstellung vom Leben dieser Epoche vermitteln können und für die Experten wichtige Zeugnisse der Baugeschichte sind." Die besondere Umweltbedeutung dieses Projektes bestehe dabei darin, dass im Kampf gegen die Schädlinge nicht nur zugunsten alternativer umweltfreundlicher Verfahren auf die "chemische Keule" verzichtet werden solle. Dem Käfer eine Besiedlung des Holzes von vornherein madig zu machen, sei unter Umweltaspekten ebenfalls ein wichtiges Plus, so Elpers.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Uwe Noldt, DBU, Telefon: 040/73962433
presse@lwl.org



Links:
http://www.freilichtmuseum-detmold.de



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