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Mitteilung vom 03.08.04

Foto zur MitteilungEin Highlight der Ausstellung: die Schiffsdampfmaschine von 1884. Nach ihrer Restaurierung erstrahlt sie in neuem Glanz.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Mit dem Ausflugsdampfer durch Paris
Ausstellung zeigt zum Jubiläum 'Schätze der Arbeit'

Bewertung:

Dortmund (lwl). Mit einer großen Ausstellung feiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des Westfälischen Industriemuseums. Mehr als 250.000 Objekte hat das Museum in dieser Zeit zusammengetragen - ein Gedächtnis der Region: Die Objekte liefern einmalige Einblicke in die Arbeits- und Alltagsgeschichte der Industrialisierung. Das Spektrum reicht vom Abortkübel bis zur Dampflok, von der Glasmacherpfeife bis zum Henkelmann. Nur ein Bruchteil der Stücke ist normalerweise in den Dauerausstellungen an den acht Standorten des Museums für die Öffentlichkeit zugänglich. Zum Jubiläum packt das Westfälische Industriemuseum sein Lager aus und zeigt in der Zentrale auf der Zeche Zollern II/IV in Dortmund rund 500 'Schätze der Arbeit'. In einer Serie stellt der LWL die originellsten, ältesten und bedeutsamsten Exponate der Ausstellung vor.

Die Schiffsdampfmaschine des Passagierdampfers 'Bateaux-Express No. 98'
Das hatten sich die Bergleute wohl anders vorgestellt: Ihre nagelneue Dampfmaschine pumpte zwar das störende Wasser aus den Stollen an die Oberfläche. Doch leider benötigte sie dafür bis zu 80 Prozent der gesamten geförderten Kohle. Gleichwohl stand die zweite Generation der Dampfmaschinen, entwickelt Anfang des 18. Jahrhunderts von dem Engländer Thomas Newcomen, um 1730 gleich hundertfach in englischen Bergwerken. Die erste funktionsfähige Dampfmaschine indes ist noch 35 Jahre älter: Denis Papin baute die dampfbetriebene Pumpe, um den Garten des hessischen Kurfürsten mit Wasser zu versorgen. Den Endpunkt der Dampfmaschinen-Entwicklung zeigt das Westfälische Industriemuseum in Form einer Schiffsdampfmaschine, die in dem französischen Ausflugsschiff Bateaux-Express No. 98 in Paris ihren Dienst tat. Das war 1884.

Und James Watt? Der Mann, der gemeinhin als der Erfinder der Dampfmaschine gilt, hat die Maschine gar nicht erfunden. Doch er entwickelte das Prinzip von Papin und Newcomen so weiter, dass die Maschinen wirklich universell einsetzbar waren. Konnten die 'Feuer- und Luftmaschinen', so ihr Name damals, bisher nur einen Kolben vor- und zurückbewegen, so verstand es erst Watt, den Dampfdruck richtig zu nutzen, indem er ihn mit komplizierten Gestängen in eine Drehbewegung umsetze. Die folgende Entwicklung war rasant, bessere Mechaniken ermöglichten den Betrieb in Eisenbahnen und Schiffen. Es war die Dampfmaschine, die die Industrialisierung in England und Deutschland erst ermöglichte.
Dampfmaschinen machten die Fabriken unabhängig von den natürlichen Energiequellen Wasser und Wind. Sie konnten Tag und Nacht laufen - und legten damit allerdings auch die Grundlage für die Ausbeutung der frühen Industriearbeiter. Die Maschine gab den Takt vor, und nicht mehr die Naturelemente oder gar der Mensch selbst.

'Der Bateaux-Express ist jahrelang auf der Seine gefahren, brachte Besucher 1889 zur Weltausstellung und stammt somit aus der gleichen Epoche wie der Eiffelturm', blickt Dietmar Osses, Leiter des Westfälischen Industriemuseums Zeche Hannover in Bochum in die Geschichte des Ausstellungsstückes. Die Maschine leistet 80 PS bei 200 Umdrehungen, und 'sie markierte den Endpunkt der Dampfmaschinen-Entwicklung', so Osses. Sie ist klein, kompakt, erzeugt eine hohe Leistung bei angemessenem Verbrauch. Ideal also für die kleinen Ausflugsschiffe, die quer durch Paris über die Seine fuhren.

Bis 1928 war das Boot dort im Einsatz, dann tat es seinen Dienst in Belgien. 1961 sollte es verschrottet werden, doch ein amerikanischer Liebhaber kaufte und lagerte es bis 1993 auf einer belgischen Werft. Nach dem Tod des Amerikaners kaufte das LWL-Industriemuseum das Boot - und damit auch die Dampfmaschine. Nach zweijähriger Restaurierung steht sie nun als älteste Dampfmaschine im Museum und ist wieder voll funktionsfähig. Bateaux-Express No. 98 steht stellvertretend für die große Vergangenheit der Dampfmaschinen, für die menschliche Erfindungskraft und den Willen zur Perfektion eines einmal bekannten Prinzips - und für das mondäne Paris der Jahrhundertwende.

Eine Vorführung der Schiffsdampfmaschine mit Willem Leeraar vom Westfälischen Industriemuseum gibt es am 7. und 8. August (Samstag und Sonntag) von 15 bis 18 Uhr in den Räumen der Ausstellung.

Schätze der Arbeit
25 Jahre Westfälisches Industriemuseum
20. Juni bis 12. September 2004
Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5,
Dortmund-Bövinghausen
Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr
Eintrittspreise: Erwachsene: 3,50 €, ermäßigt: 2,10 €, Familienkarte: 8 €
www.industriemuseum.de



Pressekontakt:
Markus Fischer Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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