LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 15.06.04

Foto zur MitteilungDieses farbenprächtige Frauenkleid, hier von Wolf und Luchs "bewacht" diente nur als Festtagstracht und wurde ansonsten in Rohhautbehältern aufbewahrt.
Foto: Jülich


Foto zur MitteilungDiese Zeremonienkeulen aus dem 19. Jahrhundert dienten nur zu religiösen Zwecken, für den Kampf waren ihre Stiele viel zu dünn.
Foto: Jülich


Foto zur MitteilungCherokee-Choctaw Indianer Buffalo Child ist mit traditionellem Gesang und Tanz an den ersten Ausstellungstagen zu Gast.
Foto: Privat


Foto zur MitteilungDie Indianer verzierten nicht nur die Mokassins der Erwachsenen, auch die Festtagsschuhe der Kinder waren reich verziert.
Foto: Jülich


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Presse-Infos | Der LWL

"Die in der Weite leben": LWL-Archäologiemuseum vergleicht Kulturen von amerikanischen Prärieindianern und europäischen Eiszeitjägern

Bewertung:

Herne (lwl). Gleich bei seiner ersten Sonderausstellung wagt das Westfälische Museum für Archäo-logie in Herne den Blick weit in die Welt hinaus und in die Zeit zurück: Unter dem Titel "Die in der Weite leben - Prärieindianer und Eiszeitjäger" vergleicht das Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) die Kulturen der nordamerikanischen Prärieindianer mit dem Lebenswandel unserer jagenden Vorfahren aus kalten Zeiten. In der Zeit vom 17. Juni bis 16. Januar zeigt das LWL-Museum zahlreiche bedeutende Exponate beider Kulturen und echte Lebensraumdarstellungen auf über 800 Quadratmetern. In der zwölf Meter hohen Halle haben die Ausstellungsmacher ein ganzes Tipi-Dorf aufgebaut.

"Ich habe früher begeistert Bücher über die nordamerikanischen Indianer gelesen und freue mich, dass gerade dieses Thema die erste große Sonderausstellung hier im neuen Haus des Westfälischen Museums für Archäologie in Herne prägt. Gespannt bin ich auf die Eiszeitjäger und den Vergleich zwischen diesen Kulturen der Steppenjäger", sagte LWL-Kulturdezernent Prof. Dr. Karl Teppe bei der Vorstellung der Schau am Dienstag (15.06).

Westfalens Chef-Archäologin Dr. Gabriele Isenberg betonte, dass sich die Begeisterung des Museumsteams nicht nur auf archäologische Zusammenhänge beschränke: "In der Tradition des Westfälischen Museums für Archäologie vergleichen wir in der Ausstellung fremde Kulturen mit unserer Geschichte. Dabei feiern wir eine doppelte Premiere, indem wir uns am neuen Standort erstmals mit dem amerikanischen Kontinent befassen. Mit dem Blick auf die indianische Lebensweise fällt es uns leichter, das Leben unserer Vorfahren zu verstehen. Beim Vergleich lassen sich im Kulturgut dieser beiden Steppenjäger-Gemeinschaften erstaunlich viele Parallelen finden. Natürlich gibt es auch Unterschiede, auf die wir deutlich hinweisen."

Zu sehen sind viele gut erhaltene und reich verzierte Indianer-Exponate, die nicht nur für die Jagd, die Religionsausübung und den Alltag wichtig waren, sondern auch die hohe Handwerkskunst der Indianer bezeugen und zum Teil so gar nicht zum gängigen Klischee der "wilden Roten" passen wollen. Dazu gehören Kinderspielzeug und eine Babytrage. Neben diesen Objekten zeigt die Ausstellung vergleichbare Relikte der Eiszeitgesellschaft wie ein Bild einer Babytrage, das auf eine Schieferplatte graviert ist.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ausstellung ist die Umwelt, die beide Gruppen von Steppenjägern, die zeitlich und räumlich so weit voneinander entfernt gelebt haben, vor ähnliche Probleme gestellt hat: In den Lebensraum-Darstellungen zeigt die Schau beispielsweise sechs lebensecht präparierte Bi-sons, Pferde, Kojoten, Adler und andere amerikanische Prärietiere, die die Indianerwelt geprägt haben. Ihnen steht beispielsweise das gewaltige Geweih eines Riesenhirschen gegenüber, der zu den Jagdobjekten der Eiszeitmenschen gehörte. Von ihm und den anderen Eiszeittieren sind zwar nur die Knochen erhalten, sie zeugen aber dennoch von der Größe der längst ausgestorbenen Tiere.

"Sehr klein sind dagegen die Knochen von einem der ersten Hunde, der zusammen mit den Menschen lebte", so LWL-Eiszeitspezialist Dr. Michael Baales, der besonders stolz darauf ist, dass viele Leihgeber aus dem In- und Ausland ihre Exponate dem LWL-Landesmuseum in Herne zur Verfügung gestellt haben.

Am Donnerstag, 17. Juni, eröffnen um 17 Uhr Maria Seifert, Vorsitzende des LWL- Westfalen-Parlamentes und Hernes Bürgermeisterin Waltraud Pabst die Ausstellung. Besondere Gäste sind Lindbergh Namingha, 1. Vorsitzender der Native American Association of Germany und Buffalo Child, ein Cherokee-Choctaw Indianer. Sie begleiten die Gäste zu einem ersten Rundgang durch die Sonderausstellung und singen und tanzen dort zu Trommelmusik. Nach der offiziellen Eröffnung können alle Besucher ab 18 Uhr mit den Eiszeitjägern und Prärieindianern auf die Pirsch gehen - und das bis 22 Uhr. Buffalo Child ist sogar noch bis Sonntag (20.06.) im LWL-Museum zu Gast.

"Gerade die großen Tipis und die lebensechten Tiere werden die kleinen Gäste verzaubern. Die gesamte zweite Jahreshälfte steht ganz im Zeichen von Indianern und Eiszeitjägern. Kinder und Erwachsene haben in unserem Museum die Gelegenheit sich intensiv und aktiv mit diesem spannenden Thema zu beschäftigen", kündigt Museumsleiterin Dr. Barbara Rüschoff-Thale viele Sonderveranstaltungen an, die der zur Ausstellungseröffnung erscheinende Veranstaltungskalender auflistet.

Parallel zur Sonderausstellung präsentiert das Museum in seinem Foyer Objekte indianischer Künst-ler und großformatige historische Fotos. Auch sie greifen die tief wurzelnde indianische Kultur auf und verbinden sie mit der modernen Zeit.

Zur Sonderausstellung erscheint ein Begleitbuch mit informativen Texten und einer Auswahl der schönsten Objekte und Landschaftsansichten. Dieses Begleitbuch ist für 4,90 € im Shop des Muse-ums erhältlich.

Die in der Weite leben - Prärieindianer und Eiszeitjäger
Sonderausstellung vom 17. Juni 2004 bis 16. Januar 2005
Westfälisches Museum für Archäologie,
Europaplatz 1, 44623 Herne, Tel. 02323 94628-0, www.museum-herne.de.
Öffnungszeiten: Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr, Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr, Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr

Basisdaten zur Sonderausstellung "Die in der Weite leben"

Titel:
"Die in der Weite leben - Prärieindianer und Eiszeitjäger"
Zeit: 17. Juni 2004 bis 16. Januar 2005
Ort: Westfälisches Museum für Archäologie, Europaplatz 1, 44623 Herne

Inhalt: Im Sommer 2004 macht das Museum zum ersten Mal ein Fenster in die Geschichte weit auf zu den Indianern der nordamerikanischen Steppen und den europäischen Eiszeitjägern. Dafür wird sogar ein ganzes Tipi-Dorf aufgebaut.
Die Sonderausstellung zeigt das frühere Leben der nordamerikanischen Jäger der Prärien und Plains und stellt dies den Spuren des frühen modernen Menschen vor 40 000 bis 12 000 Jahren in Europa gegenüber. Eiszeitjäger und Prärieindianer haben vieles gemeinsam, zeigen aber auch viele Unterschiede. Kann uns unser Wissen von den nordamerikanischen Indianern helfen, unsere eigene Vergangenheit besser zu verstehen?

Öffnungszeiten:
Dienstag, Mittwoch, Freitag 9 Uhr bis 17 Uhr
Donnerstag 9 Uhr bis 19 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 11 Uhr bis 18 Uhr
geschlossen am 24., 25., 31.12. und 1.1.

Eintrittspreise:

Sonderausstellung:
3,50 € Erwachsene
3,00 € Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
2,00 € Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre), Schülerinnen und Schüler
1,60 € Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder Programm im Rahmen einer Lehr-veranstaltung (zwei Begleiter frei)
2,00 € Ermäßigungsberechtigte
8,00 € Familien

Kombiticket für die Sonder- und Dauerausstellung:

5,00 € Erwachsene
4,50 € Erwachsene in Gruppen ab 16 Personen
3,00 € Kinder und Jugendliche (6 bis 17 Jahre), Schülerinnen und Schüler
2,00 € Schülerinnen und Schüler bei Teilnahme an Führung oder Programm im Rahmen einer Lehr-veranstaltung (zwei Begleiter frei)
3,00 € Ermäßigungsberechtigte
12,00 € Familien

Rahmenprogramm-Vorschau:

- Familiensonntag: An jedem ersten Sonntag im Monat ist Familiensonntag mit einem besonderen Programm für Kinder und Erwachsene. 14 und 16 Uhr.
- Führungen und Programme für Schulklassen und Gruppen. Kosten? Anmeldung?
- Programme im Rahmen des Herkules- Festivals (24.6. bis 13.7.):
- Trommel-Powwow (Kooperation mit der Städtischen Musikschule Herne)
- Lesung eines Indianer-Märchens (Kooperation mit der Stadtbücherei Herne)
- Brettspiele der Indianer (Kooperation mit der Stadtbücherei Herne)

- Lange Museumsnacht (3.9.) im Rahmen des Herner Innenstadtfestivals
- Kreativseminare zu Steinzeitschmuck, Speerschleuder, Nähen
- Vorträge



Pressekontakt:
Markus Fischer, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Yasmine Freigang, Telefon: 0251 5907-267
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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