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Mitteilung vom 15.06.04

Foto zur MitteilungHat auf seinem Weg zur Erde heftige Schläge eingesteckt: das Bruchstück des Gibeon-Meteoriten. In der Ausstellung "Schätze der Arbeit" ist der Außerirdische das älteste Exponat.
Foto: LWL


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Geometrie aus dem Weltall
LWL zeigt zum Jubiläum seines Industriemuseums "Schätze der Arbeit"

Bewertung:

Dortmund/Bochum (lwl). Mit einer großen Ausstellung feiert der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in diesem Jahr das 25-jährige Bestehen des Westfälischen Industriemuseums. Mehr als 250.000 Objekte hat das Museum in dieser Zeit zusammengetragen - ein Gedächtnis der Region: Die Objekte liefern einmalige Einblicke in die Arbeits- und Alltagsgeschichte der Industrialisierung. Das Spektrum reicht vom Abortkübel bis zur Dampflok, von der Glasmacherpfeife bis zum Henkelmann. Nur ein Bruchteil der Stücke ist normalerweise in den Dauerausstellungen an den acht Standorten des Museums in Bocholt (Kreis Borken), Bochum, Dortmund, Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis), Lage (Kreis Lippe), Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke), Waltrop (Kreis Recklinghausen) und Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) für die Öffentlichkeit zugänglich. Zum Jubiläum packt das WIM sein Lager aus und zeigt ab dem 20. Juni in der Zentrale auf der Zeche Zollern II/IV in Dortmund rund 500 "Schätze der Arbeit". In einer Serie stellt der LWL die originellsten, ältesten und bedeutsamsten Exponate der Ausstellung vor.

Bruchstück eines Eisen-Meteoriten

Das älteste Exponat der Jubiläumsausstellung "Schätze der Arbeit" hat es sozusagen aus der Bahn geworfen. Das ist lange her. Schätzungsweise vor 30.000 bis 50.000 Jahren fiel es auf die Erde. Beim Alter des Meteoriten-Stücks schwindelt es den Laien noch mehr: Experten schätzen das Bruckstück auf rund 4,5 Milliarden Jahre. Ein merkwürdiger "Schatz der Arbeit", dieser 80-Kilo-Klumpen.

Der Leiter des LWL-Museums Zeche Hannover in Bochum, Dietmar Osses, erklärt, warum der Meteorit in der Ausstellung gezeigt wird: "Er ist ein Beispiel für Eisen, das nicht auf der Erde hergestellt wurde." Und damit ist er das Gegenstück zu den vielen Exponaten, die sich mit der industriellen Eisenerz-Verarbeitung von Menschenhand beschäftigen.

Das Meteoriten-Bruchstück als Stein zu bezeichnen, ist grundweg falsch. Bei dem "Klumpen" handelt es sich um ein Fragment des so genannten Gibeon-Meteoriten. Und dieser besteht zu mehr als 90 Prozent aus Eisen. Schon um 1836 wurden im heutigen Namibia - nicht weit entfernt von dem Ort Gibeon - große Bruchstücke des Meteoriten gefunden. Die bis 400 Kilogramm schweren Stücke verteilten sich über Hunderte von Kilometern. Damit sorgte der Meteoritenregen vor Tausenden von Jahren für das größte Streufeld der Erde. Heute ist das Feld ziemlich abgesucht. Die metallischen Fundstücke sind in Museen und bei Sammlern auf der ganzen Welt zu finden.

Das Interessante an dem Meteorit, so fanden Wissenschaftler heraus, ist seine schöne Struktur. Wenn man das Eisen schneidet, poliert und dann anätzt, offenbart sich ein Kristallgitter: außerirdische Geometrie. Was aussieht, als hätte es ein Bildhauer eingeritzt, ist in Wahrheit ein Millionen Jahre dauerndes Spiel der Metalle Nickel und Eisen. "Diese Strukturen entstehen durch ganz langsames Abkühlen, ähnlich wie Eisblumen auf dem Fenster. Ursprünglich stammen die Meteoriten aus dem Kern von Kleinplaneten und waren flüssig. Es dauert circa 100.000 Jahre, bis die Metalle um ein Grad Celsius abkühlen", erklärt Osses.

Bei dem Exponat aus der Ausstellung ist diese Struktur nicht zu erkennen, weil es nicht bearbeitet wurde. Aber sein Äußeres vermag auch eine interessante Geschichte zu erzählen: wie sich der Meteorit den Weg aus dem Weltraum auf die Erde bahnte und beim Durchschießen der Erdatmosphäre gewaltige "Beulen" einstecken musste.

Die eigentlichen Entdecker des Meteoriten waren übrigens keine Forscher, sondern die Ureinwohner. Funde haben gezeigt, dass sie aus dem außerirdischen Metall Werkzeuge geformt haben. Wenn das keine "Schätze der Arbeit" sind . . .

Schätze der Arbeit
25 Jahre Westfälisches Industriemuseum
20. Juni bis 12. September 2004 (Eröffnung 20. Juni, 11 Uhr)
Zeche Zollern II/IV, Grubenweg 5,
Dortmund-Bövinghausen

Geöffnet dienstags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr



Pressekontakt:
Markus Fischer Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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