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Mitteilung vom 09.02.04

Foto zur MitteilungUnter dem Titel 'Ausgebeutet für die Volksgemeinschaft' haben LWL-Landesmedienzentrum und der münstersche "Geschichtsort Villa ten Hompel" eine DVD zum Thema Zwangsarbeit herausgebracht.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungZwangsarbeiter aus der zeichnerischen Sicht des zehnjährigen Hilm Böckmann (1942).

Foto zur Mitteilung'Ostarbeiter' in Münster auf dem Weg in ihr Lager (1943)

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Presse-Infos | Der LWL

'Ausgebeutet für die Volksgemeinschaft' - Neue DVD für multimedialen Geschichtsunterricht zum Thema Zwangsarbeit

Bewertung:

Münster (lwl). Mehr als 13 Millionen Ausländer - Männer, Frauen und oft noch halbe Kinder - waren während des Zweiten Weltkriegs in Deutschland im Einsatz. Auch im Münsterland wurden zahllose Zwangsarbeiter in Landwirtschaft und Industrie eingesetzt. Das lange verdrängte Schicksal dieser Menschen greift eine DVD auf, die das Landesmedienzentrum des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) und der münsterische "Geschichtsort Villa ten Hompel" am
Montag (09.02.) vorgestellt haben.

Erschienen ist die Produktion mit dem provokanten
Titel "Ausgebeutet für die Volksgemeinschaft?" in der neuen Reihe "Historisches Lernen multi-medial". "Die DVD macht in 14 Filmsequenzen und über 40 ergänzenden multimedialen Materialien eindringlich sichtbar, wie Menschen zwischen 1940 und 1945 nach Deutschland verschleppt und hier ausgebeutet wurden", erläutert Prof. Dr. Alfons Kenkmann von der Villa ten Hompel, der als Herausgeber gemeinsam mit dem Leiter des LWL-Landesmedienzentrums, Dr. Markus Köster, für das Konzept der Reihe verantwortlich zeichnet.


Im Mittelpunkt stehen Zeitzeugenaussagen von drei ehemaligen Zwangsarbeitern und einer Zwangsarbeiterin aus der Ukraine. Sie haben ihre Erinnerungen zwischen 1998 und 2002 niedergeschrieben, um vom Stadtarchiv Münster einen Nachweis über ihre Zwangsarbeit zu bekommen. Die Berichte der vier stehen exemplarisch für das Schicksal sowjetischer Zwangsarbeiter in der Industrie, in der Landwirtschaft und bei der Reichsbahn. "Die DVD erinnert an die Verschleppung der Opfer und sie versucht die Lebensbedingungen und Alltagserfahrungen der Zwangsarbeiter in Deutschland zu rekonstruieren. Gleichzeitig beleuchtet sie die Organisation und den Stellenwert der Zwangsarbeit im System der nationalsozialistischen Kriegswirtschaft", erklärt die Historikerin Gaby Flemnitz, die das neue Medium gemeinsam mit Karl Reddemann inhaltlich konzipiert hat.

Zwar ist es historisch vielfach belegt, dass große Teile der Zivilbevölkerung die "Fremdarbeiter" gut behandelt haben. 'Doch das darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass über dem Arbeitsalltag der Verschleppten und Zwangsverpflichteten stets das Damoklesschwert der Hinrichtung oder des Abtransports ins KZ bei nichtigsten Anlässen schwebte. So reichte oft schon der bloße Verdacht von Außenstehenden, dass Zwangsarbeiter eine
Liebesbeziehung zu einer Angehörigen des so genannten deutschen Volkstums hatten, um sie hinzurichten', so Köster.

Ergänzend zu den Filmsequenzen haben Flemnitz und
Reddemann umfangreiches multimediales Begleitmaterial zusammengestellt: Schriftquellen im Original, Fotos, Tabellen und historische Filmaufnahmen erläutern und vertiefen das Thema. Diese Materialien lassen sich mit Hilfe der DVD-Technik problemlos präsentieren und ausdrucken. Die DVD ist für das historische Lernen konzipiert: 'Sie eignet sich für das Selbststudium, für Vorträge, für die Unterrichtsvorbereitung und für un-terschiedliche Lehr- und Lernformen. Sie richtet sich nicht nur an Schulen und die außerschuli-sche Bildungsarbeit. Auch alle zeithistorisch Interessierten können sie dank eines ausführliches Begleitheftes ohne technische Vorkenntnisse nutzen', betont Köster.

Neue Medien böten die Chance, Geschichte gerade für Jugendliche und junge Erwachsene erfahrbar und anschaulich zu machen, sind sich Köster und Kenkmann einig. Deshalb soll die Reihe noch in diesem Jahr fortgesetzt werden: Die nächste Produktion zum Thema 'Deutsche Besatzung in den Niederlanden' ist schon in Planung.

Interessierte können die DVD 'Ausgebeutet für die Volksgemeinschaft? Zwangsarbeit im Münsterland während des Dritten Reiches' beim Westfälischen Landesmedienzentrum (medienzentrum@lwl.org, Warendorfer Str. 24, 48133 Münster, Tel.: 0251/591-3902) für 19,90 Euro kaufen. Schulen und Verei-ne, die auch das Vorführrecht erwerben wollen, zahlen 45 Euro.





Pressekontakt:
Markus Fischer Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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