LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 05.01.04

Foto zur MitteilungEuropacup Gewinnerin Caglikalp (rechts) mit Teamkollegin Daniela Gabauer und dem Pott
Foto: Privat


Foto zur MitteilungBettina Caglikalp am Arbeitsplatz in Münster
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Foto zur MitteilungDas Siegerteam mit Bettina Caglikalp (hinten 2.v.l.) und dem Betreuerstab, zu dem auch Ehemann Hasan (vorn Mitte) gehört.
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Presse-Infos | Der LWL

Teamsport mit den Ohren
Blinde LWL-Mitarbeiterin gewinnt den Europacup im Torball

Bewertung:

Dortmund/Münster (lwl). Es muss ein wahrer Krimi gewesen sein. Dortmund-Deusen gegen Vorarlberg. Finale der Damen beim Torball-Europacup. Das Spiel wogt hin und her. 15 Sekunden vor Schluss treffen die Österreicherinnen doch noch zum Ausgleich. 5:5. Verlängerung, aber die Abwehr steht. Entscheidung im Penalty-Werfen. Dreimal halten die Dortmunderinnen ihren Kasten sauber, einmal treffen sie selber. Bettina Caglikalp fällt ihren Mitspielerinnen jubelnd um den Hals. Jetzt gehört sie zum besten Torball-Team Europas.

Noch Wochen nach dem historischen Sieg in Braunschweig strahlt Bettina Caglikalp, wenn sie davon erzählt. "Eigentlich ist Vorarlberg unschlagbar. Denen sind die Nerven durchgegangen", sagt sie. Das passiert der 42-jährigen Dortmunderin äußerst selten. Weder beim Torball, der populärsten Ballsportart für blinde und sehbehinderte Menschen. Noch beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Münster, wo Bettina Caglikalp, selbst seit ihrem zweiten Lebensjahr blind, Einzelfall-Sachbearbeiterin im Sozialdezernat ist. Sie bleibt ruhig.

Das ist in ihrem Sport das A und O. "Beim Torball", so Bettina Caglikalp, "geht es vor allem darum, die anderen zu täuschen." Und dafür muss es auf dem sieben mal 16 Meter großen Spielfeld mucksmäuschenstill sein. Die Ohren ersetzen die Augen: In der Mitte des Feldes sind in 40 Zentime-tern Höhe drei Leinen gespannt, an denen Glöckchen hängen. Der Ball ist granulatgefüllt und ra-schelt. Eins der beiden Dreier-Teams kniet vor seinem Tor und lauscht, aus welcher Richtung das andere Team wirft. "Der Ball muss unter den Leinen durch, ohne dass es klingelt", sagt Bettina Caglikalp, "und am besten auch, ohne dass der Gegner etwas merkt."

Und wie koordinieren blinde Ballsportlerinnen ihre Angriffszüge und ihr Abwehrverhalten? "Wir haben uns einen Nummerncode ausgedacht, den wir uns zurufen", erklärt die Defensiv-Spezialistin. Nicht nur der jüngste Erfolg gibt den Torball-Damen aus Dortmund recht: Drei deutsche Meisterschaften haben sie seit 1994 eingefahren, die Herren, bei denen Bettinas Mann Hasan mitspielt, sind ähnlich erfolgreich.

In neun Monaten muss das Team den Europacup verteidigen. Ausgerechnet in Vorarlberg, der Höhle des Löwen. Ausrüstung, Reise und Unterkunft zahlen Bettina Caglikalp und ihre Kolleginnen aus eigener Tasche. Darum könnten sie einen Sponsor gut gebrauchen: "Das dürfte auch der LWL sein."




Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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