LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 16.07.03

Foto zur MitteilungZwangsarbeiter stapeln Granathülsen auf der Henrichshütte (1942).
Foto: LWL/Archiv WIM


Foto zur MitteilungAdrian Liebregts (82) aus den Niederlanden war von 1942 bis 1945 als Ofenmann im Walzwerk der Henrichshütte beschäftigt.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungKommt nach 58 Jahren erstmals wieder zur Henrichshütte, wo er in den beiden letzten Kriegsjahren als Zwangsarbeiter war: Dino Toncelli - heute 82 - aus Mailand.
Foto: LWL


Foto zur MitteilungWiktor Babenko und Iwan Shurujew gehören zur Gruppe der ukrainischen Zwangsarbeiter, die Samstag in Hattingen erwartet werden.
Foto: LWL


Zum Herunterladen bitte mit der linken Maustaste auf das Foto klicken. Nachdem sich das neue Fenster geöffnet hat, bitte das Foto mit der rechten Maustaste speichern.

Die zum Download angebotenen Fotos dürfen nur mit Fotonachweis und gemeinsam mit der Pressemitteilung oder dem Thema verwendet werden, in deren Zusammenhang sie veröffentlicht wurden. Eine gesonderte Verwendung der Fotos ist nicht gestattet. Bei Ausstellungen ist die Reproduktion nur im Rahmen der aktuellen Berichterstattung zur Ausstellung erlaubt. Bei einer anderweitigen Nutzung sind Sie verpflichtet, selbständig die Fragen des Nutzungsrechts zu klären.

Presse-Infos | Der LWL

Erster Besuch nach fast 60 Jahren
Ehemalige Zwangsarbeiter auf Spurensuche in Hattingen

Bewertung:

Hattingen (lwl). Mit 20 Jahren wurde Nadeshda Kowalenko aus der Ukraine nach Hattingen verschleppt. In der Gießerei der Henrichshütte leistete sie Schwerstarbeit für die deutsche Rüstung. Adrian Liebregts aus Tilburg war zur selben Zeit Ofenmann im benachbarten Walzwerk. In der Schlackesteinfabrik hatte die Werksleitung den Italiener Dino Toncelli eingesetzt. Drei Menschen, drei Nationen - ein gemeinsames Schicksal. Sie alle waren Zwangsarbeiter in Hattingen. Am kommenden Samstag, 19. Juli, kehren insgesamt zwölf ehemalige Zwangsarbeiter aus der Ukraine, den Niederlanden und Italien zum ersten Mal nach fast 60 Jahren an die Orte ihrer Vergangenheit zurück. Eine Woche begeben sie sich auf Spurensuche in Hattingen, Witten und Sprockhövel, treffen deutsche Zeitzeugen und sprechen mit Jugendlichen.

Angeregt wurde dieser internationale Besuch durch die Doppelausstellung "Zwangsarbeit in Hattingen", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) und die Stadt Hattingen noch bis Ende Juli im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte und im Stadtmuseum präsentieren. Als "Juniorpartner" hat die IG Metall Jugend Gevelsberg-Hattingen den einwöchigen Besuch mit Hilfe der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (evz) in Berlin realisieren können. Die Stiftung fördert u.a. die Begegnung zwischen jungen Menschen und ehemaligen Zwangsarbeitern sowie anderen NS-Opfern.

Mit dem Besuch verbunden ist ein Filmprojekt: Absolventen aus dem Hagener Journalistenzentrum "Haus Busch" begleiten die Gruppe während ihres Aufenthaltes und erstellen im Auftrag der IG Metall eine 20-minütige Dokumentation, die in der schulischen und gewerkschaftspolitischen Bildungsarbeit eingesetzt werden soll.

Wir möchten Ihnen, liebe Journalistinnen und Journalisten, an zwei Tagen Gelegenheit geben, über den Besuch und die Begegnungen zu berichten:

1. Pressetermin
"Ehemalige Zwangsarbeiter auf Spurensuche in Hattingen"
am Dienstag, 22. Juli, um 14 Uhr
im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte, Werksstraße 25.


Sie haben Gelegenheit, Lubow Lukowka beim Gang über das Hüttengelände zu begleiten, wo die heute 80-Jährige von 1942 bis 1945 als Kranführerin gearbeitet hat. Sie lernen außerdem Iwan Shurujew (76) kennen, der unter anderem beim Bau des jetzt wieder zugänglichen Luftschutzstollens mitgearbeitet hat. Die Niederländer Adrian Liebregts und Leonhard van der Burgth, beide 82 Jahre alt, besuchen von der Hütte aus die Überreste des Wohnlagers Welper, wo beide 1944/45 untergebracht waren.


Einen Tag später spricht die Gruppe mit Schülern der Gesamtschule Welper, die sich anhand der Ausstellung bereits ausgiebig mit dem Thema Zwangsarbeit in Hattingen beschäftigt haben und jetzt den persönlichen Kontakt suchen. Wir laden Sie ein, diese Begegnung zu begleiten:

2. Pressetermin
"Ehemalige Zwangsarbeiter treffen Hattinger Schüler"
am Mittwoch, 23. Juli, um 11 Uhr
in der Gesamtschule Welper, Marxstraße, in Hattingen

Im Anhang finden Sie das vorläufige Besuchsprogramm der Woche in Stichworten. Falls Sie an einem der weiteren Programmpunkte teilnehmen möchten, bitten wir um kurze Absprache.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Berichterstattung.


Christiane Spänhoff


Das Besuchsprogramm im Überblick



Samstag, 19.7.
Ab 14 Uhr Ankunft aller Gäste in der Bildungsstätte der IG Metall in Sprockhövel

Sonntag, 20.7.
Besuch der Zwangsarbeiter-Ausstellung im Westfälischen Industriemuseum Henrichshütte und im Stadtmuseum Hattingen.
Erste individuelle Spurensuche in Kleingruppen

Montag, 21.7.
Empfang im Hattinger Rathaus (10 Uhr) durch Bürgermeister Dieter
Liebig, anschließend Stadtrundgang.
Nachmittags: Gespräche mit Hattinger Senioren

Dienstag, 22.7.
Besuch des russischen Ehrenfriedhofs (10 Uhr).
Nachmittags: Individuelle Spurensuche in Hattingen und Witten (Pressetermin 14 Uhr)

Mittwoch, 23.7.
Begegnung mit Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Welper (Pressetermin 11 Uhr), Schulbesichtigung, Kulturprogramm.
Nachmittags: Besichtigungsprogramm der BOGESTRA

Donnerstag, 24.7.
Besichtigung des Rheinturms in Düsseldorf auf Einladung des Landtages, Stadtrundfahrt und Schiffstour in Köln

Freitag, 25.7.
Werksbesichtigung ThyssenKrupp Stahl AG, Duisburg
Nachmittags: Zeit zur freien Verfügung.
Abends: Abschiedsfest mit allen Beteiligten

Samstag, 26.7.
Abreise





Pressekontakt:
Markus Fischer, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, Telfon: 0231 6961-127
presse@lwl.org




Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 106 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


Der LWL auf Facebook:
http://www.facebook.com/LWL2.0







Ihr Kommentar




zu den aktuellen Presse-Infos