LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 23.05.03

Foto zur MitteilungDer fotografische Autodidakt Ignaz Böckenhoff hat einen außergewöhnlichen Bilderschatz geschaffen.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungBernhard und Maria-Elisabeth Nießing auf einer grünen Hochzeit, 1954 oder kurz darauf.
Repro: LWL


Foto zur MitteilungPredigt auf dem Weinbergsteich, um 1950.
Repro: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Mit Licht gemalt: Gemeinde Raesfeld und LWL zeigen die aussagekräftigsten Fotos von Ignaz Böckenhoff

Bewertung:

Raesfeld (lwl).Ignaz Böckenhoff (1911-1994) war ein Außenseiter, unverheiratet, geschäftlich unbegabt und beruflich erfolglos. Aber er war ein großartiger Fotograf.
Über 50 Jahre lang hat er fotografiert – fast ausschließlich in Raesfeld und fast immer waren Menschen seine Motive. Auf diese Weise entstand ab 1930 ein einmaliges Ortsporträt, das für das ländliche Leben ganz Westfalen-Lippes repräsentativ ist. Die 40 schönsten dieser Bilder zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) gemeinsam mit der Gemeinde Raesfeld noch bis zum 6. Juni 2003 in einer Ausstellung im Raesfelder Rathaus, die anschließend auf Wanderschaft durch Nordrhein-Westfalen geht. Sie wird beim Sponsor des Ausstellungsprojektes, den Volksbanken und Raiffeisenbanken in Rheinland und in Westfalen, zu sehen sein. Außerdem präsentiert die Gemeinde Raesfeld unter der Adresse www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de rund 1400 weitere Fotos im Internet.

Böckenhoff war nicht Fotoreporter, sondern Chronist. „Seine Bilder spiegeln mehr als jede andere Quelle das Leben auf dem Land, seine traditionelle Gesellschaftsordnung vor und nach dem Zweiten Weltkrieg wider“, urteilt Dr. Volker Jakob, Leiter des LWL-Bild-, Film- und Tonarchivs. Böckenhoff dokumentierte Altes wie Neues, im Aussterben begriffene Berufe, den Wandel in der Landwirtschaft, die kleinindustrielle Produktion der örtlichen Betriebe, all dies immer mit einem Gespür für den richtigen Augenblick einer Aufnahme. „Dabei haben die Bilder einen besonderen Charakter: Weil alle fotografierten Menschen den ‚Dorfchronisten’ kannten, verstellten sie sich nicht, ließen ihn ganz nah an sich drankommen“, so Jakob.

Die zweite Hälfte der 1930er und 1940er Jahre waren für Böckenhoff in fotografischer Hinsicht besonders fruchtbar. Er dokumentierte mit seinen Kameras die schleichenden politischen Veränderungen, die zunehmende Ideologisierung und Militarisierung des dörflichen Lebens. In dieser Zeit sind seine stärksten Aufnahmen entstanden, nicht nur zeitgeschichtliche Dokumente, sondern ein intimes, persönliches Zeugnis seiner Umwelt.

Insgesamt hinterließ Böckenhoff 80.000 Negative. Um diesen westfalenweit einzigartigen Fotoschatz zu heben, wandte sich die Gemeinde Raesfeld, die den Nachlass 1994 erworben hat, an den LWL, dessen Westfälisches Landesmedienzentrum Kommunen und Heimatvereine berät. In einem zweijährigen Projekt erschloss und archivierte die Kunsthistorikerin Dr. Ruth Goebel die Negative. 1400 fotogeschichtlich besonders bedeutsame Bilder digitalisierte sie. Die Gemeinde Raesfeld hat in Zusammenarbeit mit dem LWL-Landesmedienzentrum einen Internetauftritt erarbeitet, der diese Bilder jetzt für Interessierte zugänglich macht. Außerdem stellt die Seite www.fotosammlung-boeckenhoff.raesfeld.de das Werk des Fotografen und die Geschichte seines Heimatdorfes vor.

„Die Geschichte dieses Projektes zeigt einmal mehr, dass erfolgreiche Kulturarbeit immer das Ergebnis von Kooperationen ist. Das, was der Einzelne nicht zu leisten vermag, gelingt im Miteinander. Und genau dies ist die Maxime, die sich der LWL in der Kulturpflege zu eigen macht: Dort helfend einzugreifen, wo Hilfe notwendig ist“, so Dr. Markus Köster, Leiter des LWL-Museumsamtes, bei der Ausstellungseröffnung.

Aus den aussagekräftigsten Fotos hat das LWL-Landesmedienzentrum einen Bildband zusammengestellt: Menschen vom Lande. Ignaz Böckenhoff. Herausgegeben von Volker Jakob und Ruth Goebel, Essen, Klartext-Verlag 2002, ISBN 3-89861-149-3, 19,95 Euro. Für Fotoliebhaber haben die LWL-Medienexperten unter dem gleichen Titel eine fünf Handabzüge umfassende und auf 50 nummerierte Exemplare limitierte Fotoedition herausgegeben, die beim Westfälischen Landesmedienzentrum unter der Tel. 0251/591-4719 (Frau Fleege) für 150 Euro erhältlich ist.

Die nächsten Stationen:

Volksbank Heiden 2. Juni bis 27. Juni 2003
(Kreis Borken)

Volksbank Selm-Bork 1. bis 31. Juli 2003
(Kreis Unna)

Volksbank Delbrück
19. September bis 26. Oktober 2003
(Kreis Paderborn)

Volksbank Bad Driburg-Brakel-Steinheim
3. bis 30. November 2003
(Kreis Höxter)

Volksbank Anröchte
8. Dezember 2003 bis 4. Januar 2004
(Kreis Soest)

Volksbank Halle
12. Januar bis 8. Februar 2004
(Kreis Gütersloh)

Volksbank Ochtrup
16. Februar bis 14. März 2004
(Kreis Steinfurt)

Volksbank Dorsten
15. März bis 18. April 2004
(Kreis Recklinghausen)

Volksbank Bad Oeynhausen-Herford
31. Mai bis 27. Juni 2004




Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Mit seinen 41 Schulen, 17 Krankenhäusern, 17 Museen und als einer der größten Sozialhilfezahler Deutschlands erfüllt der LWL Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament mit 135 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert wird.





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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 16.000 Beschäftigten für die 8,2 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 17 Museen und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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