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Mitteilung vom 09.05.03

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Feine Möbel aus Westfalen" - LWL zeigt Sonderausstellung im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold

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Detmold (lwl). "Stilmöbel auf dem Lande?" - mag sich mancher bei der Sonderausstellung "Feine Möbel aus Westfalen. Die Manufaktur des Rietberger Hofmalers Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher (1749- 1823)" im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold fragen. Ab Dienstag, 13. Mai, sind die edlen Möbelstücke des Manufakturisten P.F.L. Bartscher im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) in einmaliger Vielfalt zu sehen.

Bisher ist die Tatsache, dass auch vor 200 Jahren im Herzen Westfalens Bedarf nach hochwertigen Stilmöbeln bestand, eher nicht bekannt: Sieht man Auktionslisten durch oder die Bestände der Antiquitätenhändler ist Westfalens Möbelbaugeschichte noch ein weitgehend unbeschriebenes Blatt.

Diese Tatsache zu ändern, hat sich das LWL-Museum jetzt zum Ziel gesetzt: Mit engagierter Unterstützung von Wissenschaftlern aus der Region wurde rund um den Künstler Philipp Ferdinand Ludwig Bartscher ein Forschungs- und Ausstellungsprojekt ins Leben gerufen, dessen Ergebnisse jetzt mit der Eröffnung der Sonderausstellung und dem Erscheinen der Publikation vorgelegt werden.

Der Künstler Bartscher leitete Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts in seiner Heimatstadt Rietberg eine florierende Maler- und Kunstschreinerwerkstatt. Er gehörte um 1800 zu den bedeutenden Künstlern Westfalens, er schuf Raumdekorationen und entwarf Gesamtkonzeptionen für Raumausstattungen im klassizistischen Stil, der zu seiner Zeit en vogue war. Als gelernter Maler malte er Kirchen aus, fertigte Theaterkulissen und begutachtete und restaurierte Gemäldesammlungen. Adels- und wohlhabende Bürgerfamilien schätzten seine Leistungen gleichermaßen, wodurch er sich weit über die Grenzen Rietbergs hinaus einen Namen in ganz Westfalen machte. So war es nicht nur die fürstliche Familie zur Lippe, der er Möbel lieferte und deren Räume er gestaltete, auch die Grisaillen (Graumalereien) im Festsaal auf Schloss Schwarzenraben bei Lippstadt wurden von ihm 1820 gestaltet.

Besucher des LWL - Freilichtmuseums kennen die Wandmalereien und Möbel des Saales im Schönhof, deren Entwürfe von Bartschers Hand stammen: Stiftsdechant Carl Florenz Harsewinkel beauftragte ihn bereits um 1784 mit diesen Arbeiten. Unter Federführung des Westfälischen Freilichtmuseums Detmold - Landesmuseum für Volkskunde - haben Bartscher- und Möbelexperten wie Manfred Beine vom Stadtarchiv, Restauratoren wie Albrecht Schoder aus Wiedenbrück, Volkskundler, Historiker, Denkmalpfleger und Kunsthistoriker in interdisziplinärer Zusammenarbeit erstmalig einen möglichst vollständigen Überblick über die weit verstreuten Möbel Bartschers zusammengestellt. Grundstock der ab kommenden Dienstag im Westfälischen Freilichtmuseum Detmold zu sehenden Ausstellung sind museumseigene Bestände, die durch zahlreiche Leihgaben aus dem gesamten westfälischen Raum ergänzt werden.

Die wohlproportionierten, aufwändig furnierten Möbel in den warmen Farbtönen sind ein kleines ästhetisches Ereignis. Projektleiter und Kunsthistoriker Dr. Ralf Nitschke freute sich: "Man kann sehr ansprechende Möbel und Gemälde in der Ausstellung sehen - außerdem lernt man den Künstler und Menschen Bartscher in seinem künstlerischen, aber auch in seinem regionalen, praktischen und theoretischen Umfeld kennen - die Möglichkeit gab es vorher noch nie."

Museumsleiter Prof. Dr. Stefan Baumeier, selbst Herausgeber und Autor des begleitend bei der Edition Braus erschienenen Buches mit gleichem Titel (ca. 29,00 €) zeigte sich ebenfalls begeistert: "Die allererste Möbelmanufaktur Westfalens - auch wenn sie ihren Betrieb Anfang des 19. Jahrhunderts einstellte - kann mit Ausstellung und Buch erstmals zutreffend dargestellt werden: Das ist eine echte Bereicherung." Die Sonderausstellung ist vom 13. Mai bis zum 31. Oktober dienstags bis sonntags zu besichtigen, Informationen im Internet gibt es unter www.feinemoebel.net.




Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Mit seinen 41 Schulen, 17 Krankenhäusern, 17 Museen und als einer der größten Sozialhilfezahler Deutschlands erfüllt der LWL Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament mit 135 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert wird.


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