LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 25.11.02

Foto zur MitteilungAuf Anregung von Benno Hörst (r.) produziert der LWL zur Zeit gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Rundfunk eine Filmbiografie über den couragierten Pfarrer Hermann Scheipers (2. v. r.) und dessen Zwillingsschwester Anna.
Foto: LWL


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Presse-Infos | Der LWL

Das LWL-Landesmedienzentrum produziert eine Filmbiografie über couragiertes Geschwisterpaar aus Ochtrup

Bewertung:

Ochtrup (lwl). Zeugnisse von Überlebenden der nationalsozialistischen Konzentrationslager werden seltener. Pfarrer Hermann Scheipers, 1913 in Ochtrup (Kreis Steinfurt) geboren, gehört zu jenen Zeitzeugen, die die menschenverachtende Brutalität des nationalsozialistischen Terrorsystems am eigenen Leibe zu spüren bekamen. Auf Anregung des Ochtrupers Benno Hörst, der Mitglied der Landschaftsversammlung beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ist, produziert das LWL-Landesmedienzentrum zur Zeit gemeinsam mit dem Mitteldeutschen Rundfunk eine Filmdokumentation über Hermann Scheipers und seine Zwillingsschwester Anna. Landrat Thomas Kubendorff hat den Geschwistern am Montag (25.11.) für ihre Zivilcourage im Einsatz gegen Intoleranz und Diskriminierung das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Als "Staatsfeind" wurde Scheipers 1940 zunächst ins Polizeigefängnis Leipzig und dann ins KZ Dachau eingeliefert. Sein "Vergehen": Der Priester hatte in seiner damaligen Gemeinde im sächsischen Hubertusburg mit polnischen Zwangsarbeitern die Messe gefeiert.
Dass Hermann Scheipers die viereinhalb jährige Haft überlebte, verdankte er vor allem seiner Zwillingsschwester Anna. Auf einen verschlüsselten Hilferuf hin drang die junge Frau aus Westfalen im August 1942 bis ins SS-Reichssicherheitshauptamt in Berlin vor und verlangte energisch Aufklärung über das Schicksal ihres Bruders. Und das Unglaubliche geschah: Angesichts des Aufruhrs, den die von Bischof Galen aufgedeckten Euthanasieverbrechen ein Jahr zuvor im katholischen Münsterland ausgelöst hatten, wurde nicht nur Hermann Scheipers, sondern sämtliche Priester aus dem sogenannten Invalidenblock des KZ Dachau wieder in den Arbeitsblock überstellt und damit vor dem Tod in der Gaskammer gerettet.

Nach dem Zweiten Weltkrieg ging Pfarrer Scheipers zurück ins Bistum Dresden-Meißen und geriet bald auch mit den neuen, "roten" Machthabern aneinander. 15 Spitzel setzte die Stasi auf ihn an. Seine Schwester hielt ihm auch jetzt über den "eisernen Vorhang" hinweg die Treue. 1983 kehrte Scheipers in seine westfälische Heimat zurück, er lebt heute wieder in Ochtrup.

Der Film über die wichtigen Lebensstationen der couragierten Geschwister aus Ochtrup wird voraussichtlich im Frühjahr 2003 in der ARD ausgestrahlt. Anschließend erscheint er als Videofilm in der Reihe des LWL-Landesmedienzentrums für die schulische und außerschulische Bildungsarbeit.








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