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Mitteilung vom 06.11.02

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Auf dem Weg vom Abbruchkandidat zum Heimathaus
LWL kürt Holtkämperei in Gütersloh-Isselhorst zum Denkmal des Monats

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Gütersloh-Isselhorst (lwl). Es war alles andere als ein romantischer Dornröschenschlaf aus dem ehrenamtliche Denkmalfreunde eines der ältesten Fachwerkhäuser in Gütersloh-Isselhorst geweckt haben: "Als der Abbruch der "Holtkämperei" bereits beschlossene Sache zu sein schien, gründeten engagierte und fachkundige Denkmalfreunde den 'Arbeitskreis zur Rettung der Holtkämperei'. In Zeiten leerer öffentlicher Kassen haben sie mit wenig Geld und viel Engagement bereits einen Teil des Gebäudes in
vorbildlicher Weise wiederhergestellt", lobt Dr. Sabine Schwedhelm, Denkmalpflegerin beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL). Deshalb hat der LWL die Isselhorster Holtkämperei jetzt zum Denkmal des Monats gekürt.

Die "Holtkämperei" soll das Heimathaus für Isselhorst werden. "Das zu erreichen und das Gebäude damit endgültig zu retten, ist schwierig. Deshalb sind weitere Helfer und Sponsoren hochwillkommen. Auf jeden Fall zeigt die Holtkämperei, dass man mit viel persönlichem Engagement auch in Zeiten leerer öffentlicher Kassen ortsgeschichtlich bedeutende Kulturdenkmäler retten kann", so Schwedhelm.

Fast 30 Jahre stand das stattliche Haus aus dem 17. Jahrhundert leer. Es regnete durch, die nassen Lehmdecken waren bereits heruntergefallen, Böden und Wände waren feucht und schimmelig.

Die "Holtkämperei" war dem Verfall preisgegeben, als ein Schandfleck mitten im Ort galt sie als Abbruchkandidat. "Trotz aller Schäden ist die Holtkämperei mit ihrem schönen alten Dach aus leuchtend roten, handgefertigten Ziegeln und ihrer wechselvollen Geschichte eine hochrangige Quelle begehbarer und erlebbarer Heimatgeschichte", würdigt Schwedhelm den hohen Wert des Baudenkmals.

Ursprünglich wurde das Haus als Bäckerei und Branntweinbrennerei genutzt. 1732 ließ ein "Chirurgus" das Haus umbauen. Um 1800 wurden die ersten Ställe im Haus aufgegeben. Später wohnte hier der Wegzollerheber. Direkt am Haus soll sich die Schranke befunden haben, die er für Reisende nach Bielefeld nur öffnete, wenn sie den Zoll bezahlt hatten. Ihren Namen erhielt die "Holtkämperei" nach dem Postagenten Holtkamp, der ab 1865 hier den schon länger bestehenden Postdienst versah.







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