LWL-Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Mitteilung vom 19.04.02

Foto zur MitteilungDr. Ernst Seraphim (2.v.l.) mit den LWL-Archäologen bei der Übergabe seiner Sammlung (von links: Dr. Gabriele Isenberg, Dr. Daniel Bérenger, Dr. Hans-Otto Pollmann).
Foto: LWL/Rüschoff-Thale


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Presse-Infos | Der LWL

30 Jahre lang Steinzeitwerkzeuge gesammelt
Ernst Theodor Seraphims Sammlung kommt ins neue LWL-Museum

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Paderborn/Bielefeld (lwl). Siebentausend Jahre alte Steingeräte, Keramikscherben und Mahlsteine hat er in den letzten dreißig Jahren bei Borgentreich-Großeneder (Kreis Höxter) aufgelesen - jetzt schenkte Dr. Ernst Theodor Seraphim seine umfangreiche Sammlung mit Werkzeugen aus der Steinzeit dem Archäologiemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) .

Der ehemalige Lehrer für Geowissenschaften und Biologie und Mitglied der Geographischen Kommission des LWL interessiert sich besonders für das Eiszeitalter. "Als ich 1966 nach Paderborn zog, fand ich im Weserbergland ideale Bedingungen für meine Forschungsinteressen" so der 73jährige heute. Bei seiner Suche nach dem genauen Verlauf der Eisgrenze in Westfalen fand der Eiszeitforscher immer wieder auch von Menschen bearbeitete Feuersteine. Und nahm deshalb Kontakt zu den LWL-Archäologen auf. "Seitdem erkundete er quasi in unserem Auftrag die Lebensräume der Mesolithiker und Neolithiker, also der ersten Menschen, die nach der letzten Eiszeit vor 10.000 Jahren nach Westfalen kamen" sagt Dr. Daniel Bérenger von der LWL-Außenstelle Bielefeld, die Dr. Seraphim über die Jahre wissenschaftlich begleitet hat.

Die wichtigste archäologische Entdeckung machte der damalige stellvertretende Leiter des Westfalenkollegs 1974 in Borgentreich-Großeneder: zwei Siedlungen aus der Zeit der ersten Bauern. Bis die LWL-Bodendenkmalpfleger unter der Leitung von Dr. Hans-Otto Pollmann den Platz 1993 ausgraben konnten, sammelte Seraphim regelmäßig und systematisch auf, was der Pflug an die Erdoberfläche brachte: Er verzeichnete zum Schluß 6.500 Geräte aus Feuerstein, ungezählte Gefäßscherben, zahlreiche Mahlsteine und Hämatitstücke. Hier hatten seit der Mitte des 6. Jahrtausends v. Chr. frühe Bauern gesiedelt. Sie hatten das Land gerodet und bestellt, riesige Häuser aus Holz und Lehm gebaut und die verstorbenen Mitglieder ihrer Gemeinschaft ganz in der Nähe bestattet.

Von dieser Siedlung fanden die Archäologen so viele Spuren, dass sie im neuen Westfälischen Museum für Archäologie in Herne vor den Augen der Besucher wieder ersteht. Ein neun Quadratmeter großes Modell zeigt einen Moment aus dem Leben der ersten Bauern in Ostwestfalen vor 7.000 Jahren. "Wir sind glücklich, daß wir, dank der Großzügigkeit seines Entdeckers, diesen wichtigen Fundplatz im neuen Landesmuseum mit den besten Funden darstellen können" freute sich Dr. Gabriele Isenberg, Direktorin des Westfälischen Museums für Archäologie und Amts für Bodendenkmalpflege, als sie die vielen, bis zum Rand gefüllten Kisten in Empfang nahm. "Wir können natürlich nicht alle Stücke ausstellen. Die übrigen sind ein reiches Studienmaterial, das Fachleuten und interessierte Laien zugänglich bleibt" versprach die LWL-Chefarchäologin. Das Museum wird im Frühjahr 2003 eröffnet.







Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Yasmine Freigang, Telefon: 0251 5907-267
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