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Mitteilung vom 19.09.01

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Ländliches Zeugnis jüdischen Glaubens und mahnende Spuren der Zerstörung
LWL kürt ehemalige Synagoge in Petershagen zum Denkmal des Monats

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Petershagen (lwl). Die ehemalige Synagoge in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) ist eines der wenigen historischen jüdischen Bethäuser, die in Ostwestfalen und im Weserraum erhalten geblieben sind. Deshalb hat der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) das 1846 errichtete Gebäude zum Denkmal des Monats September gekürt.

"Trotz der Zerstörungen der Pogromnacht im November 1938, der die gesamte Innenausstattung zum Opfer gefallen ist, und trotz jahrzehnterlanger Vernachlässigung als Lagerschuppen hat der Verein ‘Trägerkreis ehemalige Synagoge Petershagen' mit seinen Instandsetzungsarbeiten das Gebäude wieder in einen guten Zustand gebracht", so LWL-Denkmalpfleger Hartmut Ochsmann.

Das Gebäude, das eine ältere baufällige Synagoge ersetzte, ist im Stil einer einfachen Landsynagoge
gebaut worden. Es ist ein für das 19. Jahrhundert typischer Backsteinbau mit rechteckigem Grundriss und Satteldach. Wandpfeiler teilen die Fassade in vier Fensterachsen. Die Fenster werden von Eisensprossen gegliedert, die im oberen Teil rautenförmige, bunt verglaste Muster bilden. Die historische Ausstattung ist zwar nicht mehr vorhanden, dennoch zeugen Fußboden, Decken- und die Reste der Wandausmalung von der ursprünglichen Bestimmung als Synagoge.

"Das wichtigste Ziel unserer denkmalpflegerischen Arbeiten war es, die ehemalige Synagoge als Zeugnis deutsch-jüdischer Geschichteanschaulich zu erhalten und dabei auch mahnende Spuren der
Zerstörung sichtbar zu lassen. Schließlich ist das Gebäude als jüdisches Kulturerbe nicht nur ein Zeugnis und eine Erinnerungsstätte für mehrere Jahrhunderte jüdischen Glaubens und Lebens im ländlichen Raum Ostwestfalens, sondern zugleich auch Mahnmal für die dunklen Seiten der deutsch-jüdischen Geschichte", erklärt Ochsmann. Dem wird auch die künftige Nutzung Rechnung tragen. Der Verein "Trägerkreis ehemalige Synagoge Petershagen" hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Gebäude als Informations- und Dokumentationszentrum zur jüdischen Orts- und Regionalgeschichte zu
nutzen.

ca. 1783 Anschläge



Pressekontakt:
Markus Fischer Telefon: 0251 / 591-235
presse@lwl.org




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