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Coesfeld, Fürstliches Archiv

Geschichte Durch den  Reichsdeputationshauptschluss wurden die aus ihren linksrheinischen Stammlanden verdrängten Wild- und Rheingrafen zu Salm-Grumbach im Fürstbistum Münster mit dem größten Teil des Amts Horstmar und den darin liegenden geistlichen Anstalten entschädigt. Die Besitznahme der neuen Grafschaft geschah 1802. Schon 1806 erfolgte die Eingliederung in das Großherzogtum Berg und Ende 1810 in das Kaiserreich Frankreich.

Da die Archive der ehemaligen rheinischen Herrschaften der Wild- und Rheingrafen - Salm-Grumbach mit Rheingrafenstein sowie Dhaun und Kyrburg - 1921 im Archiv des Fürsten zu Salm-Salm in Anholt deponiert wurden, enthält das Fürstliche Archiv Coesfeld nur noch Archivalien der westfälischen Entschädigungslande sowie später erworbener Besitzungen.

Vgl. ebenfalls  Inventare der nichtstaatlichen Archive Westfalens (INA), Alte Folge (AF)  Beibd. 1, Heft 2: Kreis Coesfeld, Salm-Horstmar/Croy.
Benutzungsort LWL-Archivamt für Westfalen
Eigentümer/in Fürst zu Salm-Horstmar
Bestände
Billerbeck, Archidiakonat, Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Coe.F
Findbuch Coe.F
Umfang 94 Urkunden
Laufzeit 1359-1752
Inhalt Renten; Sakramentsgilde Billerbeck; Hauspacht in Billerbeck; Erben und Kotten; Markenrechte; Archidiakonat (Wegesachen, Kirche und Schule zu Billerbeck).
Information Der Archidiakonat Billerbeck gehörte zu den sog. vier bischöflichen Kaplaneien, die vom Bischof an Domkanoniker vergeben wurden. 1803 zog der im Amt Horstmar entschädigte Wild- und Rheingraf zu Salm-Grumbach Besitz und Einkünfte des Archidiakonats an sich. 1804 wurde dem letzten Archidiakon von der Lippe das Archiv abgefordert. Ein Rest des Archivs landete nach von der Lippes Tod 1823 im Bistumsarchiv Münster.

Bis zum Jahre 1838 erfolgte eine erste Ordnung des gesamten Archivs, die im alten Repertorium als "Inventarium des Archivs vom vormaligen Archidiaconat Billerbeck" (S. 231-238) verzeichnet ist. Innerhalb der allgemeinen Sachordnung lagerten die Archivalien in Fächern (4 und 5), Paqueten und Stücken, von denen die Paquete bei Arbeiten in den 1970er Jahren aufgelöst wurden. Auf diese alte Verzeichnung stütze sich Ludwig Schmitz-Kallenberg in den "Inventaren nichtstaatlicher Archive des Kreises Coesfeld" (INA 1, 3., 1904, S. 47), der für den Urkundenteil (INA 1, 2., 1904) lediglich eine verlorene Urkunde vor 1400 und diese allein nach dem Regest des alten Repertoriums anführte. Da sich diese Urkunde im Bestand vorfand und wichtige Nachträge gleichfalls nicht verzeichnet wurden, scheint Schmitz-Kallenberg den Bestand überhaupt nicht angesehen zu haben. Gleichwohl legte der Druck des alten Inventars nahe, dessen Sachgliederung zu übernehmen und durch Nachträge zu ergänzen. Bei der Neuordnung, die dem Betand den Buchstaben F zuwies, wurden ferner Urkunden und Amtsbücher bzw. Akten getrennt gelagert, jedoch zusammen verzeichnet.

Eine Neuverzeichnung erfolgte durch Dr. Alfred Bruns und Dr. Werner Frese in den 1970er Jahren.
Literatur Bruns, Alfred (Bearb.)
Das Archiv des Archidiakonates Billerbeck. Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 5. Münster 1981.
Marienborn, Kloster, Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Coe.D
Findbuch Coe A,C,D
Umfang 178 Urkunden
Laufzeit 1230-1756
Inhalt Renten; Zehnte; Ländereien; Erben und Kotten; Lehngüter; Markenrechte; St. Jacobi in Coesfeld, Gescher, Nottuln, Lette (18. Jh.); Frei- und Wechselbriefe; Privilegien; Stiftungen; Vikarien.
Anmerkungen Ergänzungsüberlieferung.
- Münster, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Reichskammergericht, W 1308a, Bd. IV, Lit A No 1, fol 195 und Bd. V, fol 327: Säkularisation.
- Coesfeld, Stadtarchiv.
Information Das 1230 von Bischof Ludolf von Münster in Lippramsdorf gegründete Frauenkloster Marienborn, seit 1235 Zisterzienserinnen, wurde 1243/1244 in die Stadt Coesfeld verlegt. 1803 erfolgte die Aufhebung zugunsten des Grafen von Salm-Horstmar.

Das Kloster wurde im Jahr der Aufhebung als Wohnung für den Wild- und Rheingrafen von Salm und seinen Bruder hergerichtet. Ab 1829 wurde ein Flügel und die Kirche für das Gymnasium Nepomucianum genutzt, ab 1918 als Finanzamt und ab als 1933 Heim der Hitler-Jugend. Der Komplex wurde 1937 abgebrochen.
Literatur Darpe, Franz
Güter- und Einkünfteverzeichnisse der Klöster Marienborn und Marienbrink in Coesfeld, des Klosters Varlar sowie der Stifter Asbeck und Nottuln. Codex Traditionum Westfalicarum, Bd. 6. Münster 1907.


Berg, Siegfried
Die grundherrlichen Verhältnisse des Klosters Marienborn in Coesfeld. Marburg 1913.

Hock, Gabriele Maria
Die westfälischen Zisterzienserinnenklöster im 13. Jahrhundert. Gründungsumstände und frühe Entwicklung. Münster 1994.

Ludorff, A. (Bearb.)
Kreis Coesfeld. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Bd. 36. Münster 1913. [S. 34, 44f., 59]

Niesert, Joseph
Über die Gründung des Cisterciensernonnenklosters Marienborn und dessen Verlegung nach Coesfeld. Coesfeld 1830.

Potthoff, Marie-Theres
Coesfeld - Zisterzienserinnen. In: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, hg. von Karl Hengst, Teil 1 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Band 2), Münster 1992, S. 191-194.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Coesfeld, zum Fürstentum Salm-Horstmar (Salm-Grumbach) und zum Thema Adel im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

Stadt Coesfeld | Google Maps

Stadt Coesfeld
Literatur Bruns, Alfred
Zwei westfälische Papsturkunden von 1142 und 1146. In: Archiv für Diplomatik 23, 1977, S. 196-208.

Bruns, Alfred
Varlarer Frei- und Wechselbriefe. Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 1. Münster 1977.

Bruns, Alfred (Bearb.)
Das Archiv des Archidiakonates Billerbeck. Westfälische Quellen und Archivverzeichnisse, Bd. 5. Münster 1981.

Darpe, Franz
Güter- und Einkünfteverzeichnisse der Klöster Marienborn und Marienbrink in Coesfeld, des Klosters Varlar sowie der Stifter Asbeck und Nottuln. Codex Traditionum Westfalicarum, Bd. 6. Münster 1907.

Frese, Werner
Genealogische Quellen in Privat- und Kommunalarchiven des Münsterlandes. In: F. C. Berkenvelder u. a. (Hg.), Familienforschung im deutschen Grenzraum zu den Niederlanden. Jubiläumsband der "Werkgroep Genealogisch Onderzoek Duitsland 1967-1992", Hilversum 1992, S. 61-95.

Schmitz-Kallenberg, Ludwig (Bearb.)
Inventare der nichtstaatlichen Archive des Kreises Coesfeld. Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Provinz Westfalen[, Reihe 2]: Inventare der nichtstaatlichen Archive der Provinz Westalen, Bd. 1: Regierungsbezirk Münster, Heft 3: Kreis Coesfeld. Münster 1904. [S. 28-71]

Schmitz-Kallenberg, Ludwig (Bearb.)
Urkunden des fürstlich Salm-Horstmarschen Archives in Coesfeld und der herzoglich Croy'schen Domänenadministration in Dülmen. Veröffentlichungen der Historischen Kommission der Provinz Westfalen[, Reihe 2]: Inventare der nichtstaatlichen Archive der Provinz Westfalen, Beibd. 1: Regierungsbezirk Münster, Heft 2: Kreis Coesfeld, fürstliche Kammer in Coesfeld und herzogliche Domänenadministration in Dülmen. Münster 1904. [S. 3-169]

[Scotti, Johann Josef u.a. (Bearb.).
 Sammlung der Gesetze und Verordnungen, welche in dem Königlich Preußischen Erbfürstenthume Münster und in den standesherrlichen Gebieten Horstmar, Rheina-Wolbeck, Dülmen und Ahaus-Bocholt-Werth über Gegenstände der Landeshoheit, Verfassung, Verwaltung und Rechtspflege. Vom Jahre 1359 bis zur französischen Militair-Occupation und zur Vereinigung mit Frankreich und dem Großherzogthume Berg in den Jahren 1806 und resp. 1811 ergangen sind. Im Auftrage des Königlichen Preußischen Hohen Staats-Ministeriums gesammelt und herausgegeben. Münster 1842.


Berg, Siegfried
Die grundherrlichen Verhältnisse des Klosters Marienborn in Coesfeld. Marburg 1913.

Dicke, Heinrich
Die Gesetzgebung und Verwaltung im Fürstentum Salm 1802-1810. Münster 1912.

Ehbrecht, Wilfried (Hg.)
Billerbeck. Westfälischer Städteatlas, Lieferung 6. Altenbeken 1999.

Elm, Kaspar
Beiträge zur Geschichte des Wilhelmitenordens. Köln [u. a.] 1962.

Hock, Gabriele Maria
Die westfälischen Zisterzienserinnenklöster im 13. Jahrhundert. Gründungsumstände und frühe Entwicklung. Münster 1994.

Ludorff, A. (Bearb.)
Kreis Coesfeld. Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, Bd. 36. Münster 1913. [S. 34, 44f., 59]

Niesert, Joseph
Über die Gründung des Cisterciensernonnenklosters Marienborn und dessen Verlegung nach Coesfeld. Coesfeld 1830.

Potthoff, Marie-Theres
Coesfeld - Zisterzienserinnen. In: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, hg. von Karl Hengst, Teil 1 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Band 2), Münster 1992, S. 191-194.

Stoob, Heinz (Hg.)
Coesfeld. Westfälischer Städteatlas, Lieferung 2. Dortmund 1981.
Systematik
Zeit2.15   1200-1249
2.16   1250-1299
2.17   1300-1349
2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.1   1500-1549
3.2   1550-1599
3.3   1600-1649
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
Ort3.1.4   Gescher, Stadt
3.3.2   Billerbeck, Stadt
3.3.3   Coesfeld, Stadt
3.3.8   Nottuln, Gemeinde
3.6.5   Haltern am See, Stadt
Sachgebiet6.8.8   Frauen
15.14   Vereine, Arbeitskreise, Stiftungen
16.6.3   Geistliche, Rabbiner, Ordensleute
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
Datum Aufnahme 2010-04-07
Datum Änderung 2011-11-04
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