Beckum, Schwesternhaus Blumental

Geschichte Das bei der Westmühle an der Werse, vor den Toren Beckums gelegene Schwesternhaus Marienborn (süsternhus ton Marienborne, auch "Blumental" genannt) wurde am 08.09.1446 auf einem von Hermann Volker geschenkten Hof gegründet. Aufgrund der kriegerischen Auseinandersetzungen zur Zeit der Münsterschen Stiftsfehde erfolgte 1451 die Errichtung eines neuen Konventshauses innerhalb der Stadtmauer an der Südpforte; 1463 war die Kapelle fertig gestellt und das Kloster konnte aus dem Pfarrverband gelöst werden. Kurze Zeit später (22.06.1464) nahmen die Schwestern die Augustinusregel an. Nachdem die Klostergebäude dem Stadtbrand vom 24.07.1657 zum Opfer gefallen waren, gelang ein bescheidener Wiederaufbau bis 1662. Doch war der wirtschaftliche Niedergang nicht aufzuhalten, mit dem auch die Zahl der Schwestern zurückging.

Im Zuge der Säkularisation im Juni 1803 wurde der Dechant des Kollegiatstifts Beckum zum Verwalter bestellt. Nach dem vergeblichen Versuch, die verbliebenen Schwestern nach Ahlen (Tochtergründung von  Maria Rosa) umzusiedeln - dies war am Widerstand der Ahlener Schwestern gescheitert -, erfolgte zum 01.04.1814 die Aufhebung. Die geringen Vermögenswerte flossen in den Beckum-Ahlener Klosterfonds ein, der noch heute existiert und für Schulzwecke verwendet wird.

Von den Gebäuden, die im 19. Jh. verkauft und abgebrochen wurden, ist noch das 2009 renovierte Dormitorium vorhanden, das seitdem als Heimat- und Familienarchiv benutzt wird.
Benutzungsort Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Eigentümer/in Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen
Bestand
Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Schwesternhaus Blumental, Beckum - Urkunden
Findbuch B 203u
Umfang 72 Urkunden
Laufzeit 1375-1803
Anmerkungen Ergänzungsüberlieferung.
- Beckum, Stadtarchiv.
- Düsseldorf, Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland. Großherzogtum Berg: 9497, Säkularisation.
- Münster, Bistumsarchiv
- Münster, Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen. Beckum-Ahlenscher Klosterfonds: Findbuch A 124. - KDK Münster: Fach 19, Nr. 135, Säkularisation. - Msc.: I 91, Gedächtnisbuch des Schwesternhauses Blumental in Beckum mit Kalendar, Memorien- und Konventsliste, 1446-1765, mit starken Wasserschäden [Provenienz Schwesternhaus Blumental]. - Altertumsverein, Msc.: 236, S. 166-167, Verzeichnis der Schwestern 1664ff.
Information Die immensen Wasserschäden bei den Urkunden und Akten des Schwesternhauses Blumental sind großenteils bei einem Unwetter am 05.07.1734 entstanden, als das Wasser sechs Fuß hoch in der Kirche stand (Msc. I 91, Bl. 18). Ab 1812 wurden die Archivalien auf dem Domänenbureau verwahrt. Graf Reisach verzeichnete 1821 das Klosterarchiv neu (Urkunden und Akten), entnahm dem Bestand jedoch über 100 durch Feuchtigkeit beschädigte Urkunden. Zu einem späteren Zeitpunkt wurden die Urkunden erneut verzeichnet (vgl. Alte Findbücher).

Im Jahre 2007 unternahm Jörg Wunschhofer eine grundlegende Neuverzeichnung der Urkunden und Akten, bei der auch zahlreiche urkundliche Bezüge in den Akten erfasst worden sind. Die Neuverzeichnung wurde von Dr. Thomas Reich in das Verzeichnungsprogramm Vera übertragen.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Beckum und zu Klöstern/Stiften im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

Schwesternhaus Blumental | Google Maps

Chronologie des Klosters Blumental in Beckum. Vom Kloster zum Heimat- und Familienarchiv
Literatur Kneppe, Cornelia
Archäologische Untersuchungen auf dem Gelände des ehemaligen Klosters Blumenthal in Beckum. In: Ausgrabungen und Funde in Westfalen-Lippe 9 B, 1995, S. 415-432.

Kohl, Wilhelm
Schwesternhaus Blumental zu Beckum, in: Germania Sacra NF 3,1, Berlin 1967, S. 219-248.

Kohl, Wilhelm
Beckum - Schwesternhaus Blumental. In: Westfälisches Klosterbuch. Lexikon der vor 1815 errichteten Stifte und Klöster von ihrer Gründung bis zur Aufhebung, hg. von Karl Hengst, Teil 1 (=Veröffentlichungen der Historischen Kommission für Westfalen, Reihe 44: Quellen und Forschungen zur Kirchen- und Religionsgeschichte, Band 2), Münster 1992, S. 54-56.

Leidinger, Paul
Die Säkularisation der Schwesternhäuser Ahlen und Beckum 1814. In: Der beflügelte Aal 22, 2003, S. 95-102.

Ludorff, A[lbert] (Bearb.)
Die Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Beckum. Die Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen. Münster 1897.

Schmieder, Siegfried
Kloster Blumenthal. In: Siegfried Schmieder / Egon Ahlmer / Wilhelm Winkelmann (Hg.), Stadt Beckum. Ereignisse und Entwicklung in 750 Jahren, Beckum 1974, S. 31-42.

Schürbüscher, Hugo
Das Projekt Dormitorium. Ein letztes Relikt des Klosters Blumenthal in Beckum. In: 58, 2008, S. 231-235.

Symann, Ernst
Kloster Blumenthal. In: Beckum 1224-1924, Beckum 1924, S. 66-72.
Systematik
Zeit2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.2   1550-1599
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
3.7   1800-1849
Ort3.8.2   Beckum, Stadt
Sachgebiet6.8.8   Frauen
16.6.3   Geistliche, Rabbiner, Ordensleute
16.6.5   Domkapitel / Klöster / Stifte, Klosterleben
Datum Aufnahme 2010-06-28
Datum Änderung 2011-11-04
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