Grevenburg

Geschichte Seit dem 14. Jh. ist die Familie von Oeynhausen im Pfandbesitz der Oldenburg (Olde Schwalenburg) bei Marienmünster, Ortsteil Münsterbrock, dem alten Stammsitz der Grafen von Schwalenberg. 1380 erwarb sie als Pfandschaft und 1427 als Lehen den lippischen Anteil am Dorf Sommersell, in dessen Nähe sie im 16. Jh. die Grevenburg, heute Stadt Nieheim, errichtete. 1430 fielen durch Erbschaft die Güter Sudheim, Lichtenau, Nordborchen, Reelsen sowie der Polhof in Steinheim und andere Besitzungen in der Nähe von Steinheim an. Mit einem Teil dieser Güter, dem Polhof und den Steinheimer Besitzungen, etablierte sich die erst im 18. Jh. erloschene Linie Eichholz, die aber wie alle Linien durch das gemeinsame Lehnsband mit der Gesamtfamilie verbunden blieb.

Im 16. und 17. Jh. verbreitete sich die Familie nach Hannover und Hessen und erwarb die Güter Welsede, Lindheim und Hesserode. Mit der Auflösung des Lehnsbandes im 19. Jh. lockerte sich der Familienverband, die Güter fielen verschiedenen Linien zu. Grevenburg und Nordborchen verblieben dem älteren Haus Grevenburg, das 1841 Nordborchen verkaufte und 1846 das Gut Oldenburg erwarb. Von Burg Schwalenburg ist heute noch der um 1370 erbaute und als Wohnung genutzte Wohnturm erhalten.
Benutzungsort LWL-Archivamt für Westfalen
Eigentümer/in Freiherr von Oeynhausen
Bestand
Grevenburg, Urkunden Regestenliste | Suche im Bestand
Bestandsignatur Gre.Gre
Findbuch Gre.Gre
Umfang 237 Urkunden
Laufzeit 1377-1815
Inhalt Familie von Oeynhausen; Familien von Grünrodt, von Münchhausen, von Spiegel; Güter zu Grevenburg, Oldenburg, Reelsen, Nordborchen, Sudheim, Eichholz, Welsede, Velmede, Lindheim, Gießen, Hesserode, Bahrdorf, Ahlbrock; Amt Oldenburg; Gemeinden Sommersell und Kargensieck; Jurisdiktion zu Sommersell, Reelsen und Nordborchen; Kirche zu Sommersell; Krug zu Sommersell.- Kopiar des Klosters Marienmünster.
Anmerkungen Der Bestand ist verfilmt worden, die Filme sind im LWL-Archivamt für Westfalen benutzbar.
Information Den Hauptbestand des Archivs bilden Unterlagen zur Familien- und Besitzgeschichte. Unter den Familienmitgliedern ragen hervor: Johann Melchior (gestorben 1675), der im Dienste der Grafen zur Lippe sowie der Fürstin zu Ostfriesland stand, sein Sohn Christian Ludwig Ferdinand, Hofmeister der verwitweten Landgräfin Dorothea von Hessen, nach deren Tod Kammerpräsident zu Eiseaach (gestorben 1714) und Carl August Ludwig, Berghauptmann und Entdecker der Salzquellen in dem nach ihm benannten Bad Oeynhausen (gestorben 1865). Durch ihre Nachlässe erhält das Archiv Grevenburg überregionale Bedeutung.

Bei der Besitzgeschichte liegt der Schwerpunkt auf Oldenburg und Grevenburg. Die Oldenburg bei Marienmünster, wohl Sitz der Grafen von Schwalenberg vor ihrer Übersiedlung nach Schwalenberg, war lippisch-paderbornischer Samtbesitz und seit 1372/1376 im Pfandbesitz der von Oeynhausen. Grevenburg war als Pfand, später als Lehen der Grafen zur Lippe in ihrer Hand. Obwohl die jetzt auf Grevenburg wohnende Familie von Oeynhausen zur Sudheimer Linie gehört, sind doch die Archivalien von Sudheim nicht nach Grevenburg gelangt, sondern beim Verkauf des Gutes Sudheim dort geblieben und später vernichtet worden. Da Grevenburg, Oldenburg, Sudheim, Nordborchen und Reelsen vielfach im gemeinsamen Besitz waren und nur jeweils die Einkünfte geteilt wurden, erklärt sich das Vorhandensein von Archivalien.

Das auf Schloss Grevenburg untergebrachte Archiv der Familie von Oeynhausen wurde durch Einquartierungen in der unmittelbaren Nachkriegszeit in Mitleidenschaft gezogen. Die Urkunden wurden 1952 durch Dr. Wolfgang Leesch verzeichnet, Ordnung und Verzeichnung der verstreuten Akten wurden von Dr. Franz Herberhold in den Jahren 1960 bis 1978 durchgeführt.
Weitere Ressourcen Ressourcen zu Marienmünster, zu Steinheim und zum Thema Adel im Internet-Portal "Westfälische Geschichte"

Oldenburg in Marienmünster-Münsterbrock | Google Maps

Stadt Marienmünster

Schloss Grevenburg in Nieheim-Sommersell | Google Maps

Stadt Nieheim
Literatur Glasmeier, Heinrich
Das Archiv der Freiherren von Oeynhausen. Archivfahrten kreuz und quer durch Westfalen, 19. In: Westfälisches Adelsblatt 4, 1927, S. 7-19.

Oeynhausen, Julius von / Grotefend (Bearb.)
Geschichte des Geschlechts von Oeynhausen. 4 Teile. Teil 1: Regesten und Urkunden von 1036 bis 1605 (Paderborn 1870); Teil 2: Regesten und Urkunden von 1606 bis 1832 (Frankfurt 1887); Teil 3: Biographische Bearbeitung (Frankfurt 1889); Teil 4: Stammtafeln nach der biographischen Bearbeitung (Paderborn 1889). Paderborn [u. a.] 1870-1889.


Gerking, Willy
Die Oldenburg bei Marienmünster. Zur lippisch-paderbornischen Geschichte der Oldenburg und ihrer Meierei. Detmold 2009.

Waldhoff, Johann
Zur Geschichte der Steinheimer Rittersitze. In: Mitteilungen des Kulturausschusses der Stadt Steinheim, Hefte 24/25, 1979/1980.
Systematik
Zeit2.18   1350-1399
2.19   1400-1449
2.20   1450-1499
3.1   1500-1549
3.2   1550-1599
3.3   1600-1649
3.4   1650-1699
3.5   1700-1749
3.6   1750-1799
3.7   1800-1849
Ort2.4.1   Bad Driburg, Stadt
2.4.6   Marienmünster, Stadt
2.4.7   Nieheim, Stadt
2.4.8   Steinheim, Stadt
2.7.3   Borchen, Gemeinde
Sachgebiet6.8.1   Adel
Datum Aufnahme 2010-06-15
Datum Änderung 2013-11-13
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