Mitteilung vom 07.10.26
Presse-Infos | Psychiatrie
Marsberg und Gabriele Wacker: Liebe auf den zweiten Blick
Marsberg (lwl). 1987 bewirbt sich Gabriele Wacker beim damaligen Johannisstift - heute LWL-Einrichtungen Marsberg des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe. Mit der ausgeklappten Landkarte auf dem Beifahrersitz geht es von Münster ins Sauerland. Die Diplom-Pädagogin ist sich sicher: Marsberg wird es nicht. Als das Festnetz klingelt, sagt sie ja. "Einfach zum Probieren für ein oder zwei Jahre", so Gabriele Wacker "Ich hätte am Ende selber am wenigsten geglaubt, dass daraus fast vierzig Jahre werden."
Auf einer kleinen Abschiedsfeier lässt sie den Beginn ihrer Karriere Revue passieren. "Am Vorabend meines ersten Arbeitstags strahlte der WDR die Sendung "Mittwochs in⿊" live aus Marsberg aus, bei der es um die historischen Zustände in den Einrichtungen ging." Das Telefon stand nicht still. Viele Freundinnen und Freunde, Bekannte und ehemalige Kommilitonen riefen an mit der Frage: "Und da willst du wirklich hin? Ohne Strukturen, Land und Leute zu kennen?"
Gabriele Wacker wollte. In der Zeit nach der Psychiatrie-Enquête, die neue Leitlinien in der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen definierte, hat sie sich jahrzehntelang konsequent für ihr persönliches Leitmotiv eingesetzt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar." Nach mehreren beruflichen Stationen im Wohnverbund und im Pflegezentrum war sie zuletzt als stellvertretende Leiterin des Pflegezentrums tätig. "Was macht Marsberg und die Arbeit aus? Wir haben zusammen gelacht, geweint, auch mal gestritten, aber am Ende haben wir immer zusammengehalten und waren füreinander da. Das macht Marsberg für mich aus. Eine Liebe auf den zweiten Blick."
Genau wie mit der Schützenfestkultur. Dem Schützenwesen stand die Münsteranerin erst skeptisch gegenüber, bis es funkte. "Das Zusammen-Feiern, die gelebte Eleganz mit den Kleidern, Uniformen und Tänzen. Ich habe es geliebt", schwärmt sie. "Auch wenn die Zeiten härter werden: Die Schützenfeste müssen bleiben. Feiern mit allen Emotionen bedeutet Menschsein. Menschsein bedeutet Würde."
Andrea Engelmann, Leiterin des LWL-Wohnverbundes und LWL-Pflegezentrums und langjährige Weggefährtin, hat zu Gabriele Wacker betont: "Würde ist ein großes Wort. Es bedarf nicht der großen Gesten, sondern Würde zeigt sich im Kleinen. Es sind Momente, wie Geduld, Wertschätzung, Zuverlässigkeit und Hilfsbereitschaft."
Pressekontakt:
Julia Bütow, LWL-Klinikum Marsberg, Telefon 02992 601-1303, Julia.Buetow@lwl.org und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
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34431 Marsberg
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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 22.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besuchendenzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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