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Mitteilung vom 30.07.26

Presse-Infos | Maßregelvollzug

Ein Zeichen der Hoffnung gegen die Sucht

LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem erinnert an verstorbene Drogengebrauchende

Stemwede (lwl). Feierlich und nachdenklich legen sie weiße Steine unter das goldene Kreuz auf dem roten Tartansportplatz hinter dem Sicherheitszaun. Auf den Steinen stehen Namen - auf manchen einer, auf einigen auch mehrere. Mit dieser berührenden Geste gedachten Patienten und Mitarbeitende der LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem am Internationalen Gedenktag für verstorbene Drogengebrauchende in der vergangenen Woche auch ehemaligen Patienten und Wegbegleitern.

Unter den Gästen war auch Dietmar Meier, der Erste stellvertretende Bürgermeister der Gemeinde Stemwede. Er suchte das direkte Gespräch mit den Patienten und zeigte sich tief gerührt von ihren persönlichen Geschichten. In seiner Rede dankte er zudem den Mitarbeitenden der Klinik Schloss Haldem, die tagtäglich mit den Patienten an deren Sucht arbeiten. Sie trügen jeden Tag dazu bei, dass ein Weg aus der Abhängigkeit möglich wird, und setzten damit ein wichtiges Zeichen der Unterstützung.

Wie dringlich diese Arbeit ist, untermauerte Pflegedirektor Stefan Schuchardt mit aktuellen Zahlen: 2150 Menschen verstarben im vergangenen Jahr in Deutschland an den Folgen ihres Drogenkonsums. Dies sei erneut mehr als im Vorjahr und bedeute einen traurigen Höchststand. Problematisch sei laut Schuchardt vor allem, dass die Opfer immer jünger werden. Ursächlich hierfür sei der zunehmende Mischkonsum, also eine gefährliche Kombination aus Medikamenten, Alkohol und weiteren Substanzen, deren Wechselwirkungen gerade junge Menschen oft nicht überblicken könnten. Schuchardt mahnte, dass Sucht kein Randphänomen sei, sondern Menschen mitten aus unserer Gesellschaft betreffe.

Mit den Folgen der Sucht und den damit einhergehenden Krankheitsbildern arbeitet das Team der Haldemer Klinik jeden Tag. "Der heutige Tag ist deshalb auch ein Tag der Hoffnung. Für jeden Menschen, den wir hier begleiten dürfen, für jeden Schritt aus der Sucht heraus, den wir gemeinsam gehen, steht ein Leben, das nicht in dieser traurigen Statistik enden musste", betonte Schuchardt.

Pastor Michael Beening vom Evangelischen Kirchenkreis Lübbecke spendete den Anwesenden nicht nur Trost, sondern machte den Patienten auch aktiv Mut. Wer sich in Schloss Haldem einer Therapie anvertraue, sei viel besser dran als die Menschen, derer an diesem Tag gedacht wurde. "Sie haben eine Chance, dem Kreislauf von Drogengebrauch und Kriminalität zu entkommen", adressierte er an die Patienten.

Musikalisch umrahmt wurde die Gedenkfeier von emotionalen Beiträgen. Zwischen den Reden spielte das Duo Sabrina und Flo die Stücke "Meine Soldaten" von Maxim sowie "Oft gefragt" von AnnenMayKantereit. Zudem sorgte ein Patient mit seiner Gitarre für bewegende Momente.


Hintergrund
Die LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem in Stemwede (Kreis Minden-Lübbecke) ist ein Fachkrankenhaus für suchtkranke Straftäter und verfügt über rund 190 stationäre Therapieplätze. Der überwiegende Teil davon ist besonders gesichert. Neben den stationär untergebrachten Patienten versorgt die Klinik auch etwa 30 bereits beurlaubte Patienten sowie rund 60 aus dem Maßregelvollzug entlassene Patienten über die Forensische Nachsorgeambulanz (FNA).

Rechtsgrundlage für die Aufnahme ist eine gerichtliche Verurteilung nach Paragraf 64 Strafgesetzbuch (StGB) zu einer Maßregel der Besserung und Sicherung in einer Entziehungsanstalt.

Nach Bedarf werden vereinzelt auch psychisch kranke Patienten aufgenommen, bei denen eine Verurteilung nach Paragraf 63 StGB vorliegt sowie Patienten, die bis zu ihrer Gerichtsverhandlung vorläufig (gemäß Paragraf 126a Strafprozessordnung) untergebracht werden sollen.



Pressekontakt:
Bianca Hannig, LWL-Maßregelvollzug, 0251 591-3476 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235, presse@lwl.org
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Maßregelvollzugsklinik Schloss Haldem
Haldemer Str. 79
32351 Stemwede
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