Mitteilung vom 03.07.26
Presse-Infos | Kultur
Barrierefrei in die Zukunft
LWL erklärt Schloss Oberwerries in Hamm zum Denkmal des Monats Juli
Hamm (lwl). Das Haupthaus von Schloss Oberwerries in Hamm wurde in den vergangenen Jahren nach einem Wasserschaden umfassend saniert. In einem zweiten Schritt ließ die Stadt Hamm unter Begleitung des LWL-Denkmalfachamtes einen barrierefreien Zugang einbauen - mit einem vorbildlichen Ergebnis. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat darum das Schloss zum Denkmal des Monats Juli erklärt.
Das Wasserschloss Oberwerries wurde im 17. Jahrhundert in Backstein errichtet und wirkt typisch münsterländisch. Bestehend aus stattlichem Haupthaus sowie Wirtschaftsgebäude mit Marstall und Torhaus erstreckt es sich auf zwei von Gräften umgebenen Inseln. Zwei bedeutende Barock-Architekten, Ambrosius von Oelde und Johann Conrad Schlaun, haben die Anlage geprägt. Das seit langem als Bildungs- und Begegnungsstätte genutzte Schloss wurde nun barrierefrei zugänglich gemacht.
"Der ebenerdige Zugang zum Schlossgebäude war eine Herausforderung, die innovativ und denkmalverträglich gelöst wurde", so die beratende LWL-Denkmalpflegerin Danae Votteler. Das Eingangspodest der zweiläufigen Freitreppe wurde komplett angehoben, um die Stufe an den Eingängen zum Erdgeschoss zu überwinden. "Dies war in diesem Fall möglich, da die Bausubstanz der Treppenanlage nicht mehr vollständig bauzeitlich ist," führt Votteler aus. Außen am Podest wurde ein Plattformlift so angebracht, dass vom Brüstungsgitter nur exakt zwei Elemente entnommen werden mussten. Für die Gestaltung der Umwehrung der Plattform wurden Bögen aus den barocken Bestandsgittern modern interpretiert.
"Die Einpassung erfolgte durch die Architektin mit größter Präzision und Liebe zum Detail - die technischen Bauteile sind sehr zurückhaltend ausgeführt," resümiert die Denkmal-Expertin. "Wir sind sehr froh über diese gelungene Lösung: Sie ist innovativ, modern und fügt sich sehr gut in die historische Architektur ein. Zusammen mit den Instandsetzungs- und Renovierungsarbeiten im Inneren ist das Schloss nun gut für die kommenden Jahre aufgestellt."
Die Maßnahmen im Überblick
Ausgangspunkt der Maßnahmen im Westflügel des Schloss Oberwerries war ein großer Wasserschaden im Rohrsystem innerhalb der Außenwände, der sich 2023 ereignete und über mehrere Geschosse ausbreitete. Obwohl überwiegend nachkriegszeitliche Bausubstanz betroffen war, war der Instandsetzungsaufwand groß. Neben dem Einbau von Ankern über dem Kellergewölbe mussten die Installationsleitungen erneuert und sämtliche Oberflächen der Raumschalen im gesamten Flügel überarbeitet werden. So konnten weniger geeignete Zementputze gegen substanzverträgliche Kalkputze ausgetauscht werden. Im Jahr 2025 wurden die Fassaden am Torhaus instandgesetzt. Dem folgen demnächst weitere Arbeiten an Dachwerk und Laterne.
Pressekontakt:
Ricarda Bodi, LWL-Museum für Archäologie, Tel.: 0251 591-3501
presse@lwl.org
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besuchendenzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Der LWL auf Facebook:
https://www.facebook.com/LWL2.0
zur Druckansicht dieser Seite
zu den aktuellen Presse-Infos