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Mitteilung vom 23.06.26

Presse-Infos | Kultur

Studierende entwickeln Ausstellungskonzepte mit dem LWL-Römermuseum

Haltern/Köln (lwl). Im Rahmen ihres Seminars "Von der Ausgrabung in die Vitrine" am LWL-Römermuseum in Haltern am See haben Studierende der Universität Köln Ausstellungskonzepte für archäologische Originale entwickelt und umgesetzt. Diese Konzepte sind ab Dienstag (23.6.) in Sondervitrinen in der Dauerausstellung zu sehen. Ziel des Projekts war es, den gesamten Prozess von der Objektarbeit über die Texterstellung bis hin zu Vermittlungs- und Social-Media-Strategien praxisnah zu erproben.

"Uns ist wichtig, dass Studierende Museumsarbeit nicht nur theoretisch kennenlernen, sondern sie in allen Schritten selbst ausprobieren", erklärt Museumsleiter Mühlenbrock. "Gerade die Verbindung von wissenschaftlicher Präzision und verständlicher Vermittlung ist dabei eine zentrale Herausforderung."

Ausgangspunkt waren drei vorgegebene archäologische Exponate, zu denen die Teilnehmenden eigenständig Ausstellungsideen entwickeln sollten. Sie erarbeiteten Objekttexte, gestalteten Präsentationsideen und setzten sich mit der Frage auseinander, wie archäologische Funde für unterschiedliche Zielgruppen zugänglich gemacht werden können.

Ein Schwerpunkt des Seminars lag auf der zeitgemäßen Vermittlung über den Ausstellungsraum hinaus. Die Studierenden waren an der Entwicklung von Social-Media-Formaten zur digitalen Begleitung der Ausstellung sowie von Mitmachstationen beteiligt. Die Mitmachstationen sollen die Besucher:innen aktiv in die Auseinandersetzung mit den Objekten einbinden.

Neues für die Dauerausstellung: Gelungener Ankauf einer römischen Kasserolle

Eines der Objekte, das nun präsentiert wird, gelangte nicht aus einer Ausgrabung ins Museum, sondern durch einen Ankauf. Der Halterner Schornsteinfeger Peter Riddermann konnte aus einem Nachlass aus Haltern eine römische Kasserolle (lat. Patera) erwerben, die er, weil er um die Bedeutung des Stückes wusste, dem LWL-Römermuseum angeboten hatte. Das gut erhaltene Bronzegefäß ergänzt künftig die Sammlung des LWL-Römermuseums und dient hier als Beispiel für die Verbindung von archäologischer Forschung, Restaurierung und Vermittlung.

Die Kasserolle datiert in die augusteische Zeit (etwa um Christi Geburt) und stammt sehr wahrscheinlich aus dem Umfeld der römischen Lager in Haltern. Untersuchungen in der Restaurierung des LWL in Münster dokumentieren einen sehr guten Erhaltungszustand mit charakteristischer Patina sowie Bodenrückständen.

"Solche Objekte zeigen sehr anschaulich, wie viele Informationen in einem einzigen Fund stecken", so Prof. Dr. Eckhard Deschler-Erb vom Archäologischen Institut/ Archäologie der Römischen Provinzen an der Universität zu Köln. "Sie eignen sich besonders gut, um wissenschaftliche Arbeit und Vermittlungsfragen im Ausstellungskontext miteinander zu verbinden."

Das Seminar verdeutliche exemplarisch, wie eng Forschung, Sammlungspraxis und Vermittlung im Museum zusammenwirken - und wie Studierende durch eigene Projektarbeit reale Einblicke in museale Arbeitsfelder erhalten.

Aufruf zur Bürger:innen-Beteiligung

Das LWL-Römermuseum möchte dazu ermutigen, sich bei Fragen zu möglichen archäologischen Funden zu melden. Wer alte Fundstücke besitzt oder im Nachlass entdeckt, könne damit einen wichtigen Beitrag zur Erforschung der Geschichte Halterns leisten. Jeder Hinweis helfe, das römische Erbe der Stadt besser zu verstehen - und für kommende Generationen zu bewahren.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Römermuseum
Weseler Str. 100
45721 Haltern am See
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