Mitteilung vom 03.06.26
Presse-Infos | Psychiatrie
Unterstützung für abstinente Suchtkranke
Neues Reha-Angebot der LWL-Klinik Dortmund in Unna
Unna (lwl). Für Menschen in der Region, die von einer Alkohol- oder Medikamentenabhängigkeit betroffen sind und ihre Abstinenz langfristig erhalten wollen, gibt es in Unna ein neues Angebot: Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) bietet nun direkt am Innenstadtring die sogenannte ganztägig ambulante Rehabilitation an. Die Einrichtung in Unna gehört zum LWL-Rehabilitationszentrum Ruhrgebiet "Förderturm" und damit zur LWL-Klinik Dortmund. Die Räumlichkeiten befinden sich am Südring 31 im Zentrum von Unna.
Menschen mit Medikamenten- oder Alkoholsucht
Arne Lueg ist Chefarzt im Bereich Suchtmedizin an der LWL-Klinik Dortmund. "Sucht ist keine Charakterschwäche, sondern eine Krankheit", betont der Mediziner. Hilfsangebote seien wichtig, um die Menschen nicht mit der Krankheit allein zu lassen. Das gelte nicht nur für den Entzug, sondern auch für die Abstinenz danach. Genau darauf ziele das Angebot der Reha-Einrichtung ab: Menschen, die von einer Medikamenten- oder Alkoholabhängigkeit betroffen sind, können das Angebot nutzen, wenn sie bereits abstinent sind, also wenn sie bereits aufgehört haben, die Suchtmittel zu konsumieren. Das speziell auf diese Menschen zugeschnittene Programm könne eine wichtige Hilfe auf dem Weg zur langfristigen Abstinenz sein, erklärt der Chefarzt.
Abends wieder zu Hause
Dr. Roland Löhr ist Erster Oberarzt des LWL-Rehabilitationszentrums, zu dem auch die neue ganztägig ambulante Rehabilitation in Unna gehört. "Es gibt Menschen, die nicht so einfach über längere Zeit von zu Hause wegkönnen oder wegwollen. Das kann verschiedene Gründe haben, wie einfach nur gern im eigenen Bett schlafen zu wollen und daheim Unterstützung durch die Familie zu haben", erklärt der Suchtmediziner den ambulanten Ansatz der Einrichtung. Löhr ergänzt: "Es kann auch eine Möglichkeit für Menschen sein, die wegen Kinderbetreuung, Pflege von Angehörigen oder sonstiger Verpflichtungen sonst gar keine Unterstützung in Anspruch nehmen. All diese Menschen profitieren von der ganztägig ambulanten Rehabilitation besonders."
Über einen Zeitraum von zwölf Wochen und an sechs Tagen pro Woche nehmen die Rehabilitanden Angebote aus dem ärztlichen, therapeutischen und sozialen Bereich wahr. Es gibt ärztlich geführte Gesundheits-Gruppen, Psychotherapie, Ergotherapie, Bewegungstherapie und mehr. Die Menschen sollen so zum einen am Erhalt ihrer Abstinenz arbeiten und zum anderen solle soziale Teilhabe ermöglicht werden, wie der Erste Oberarzt erklärt.
Zentral an einem Ort
Das neue Angebot am Südring in Unna ist eine Bündelung verschiedener Gruppen und Maßnahmen des LWL-Rehabilitationszentrums Ruhrgebiet "Förderturm". Chefarzt Arne Lueg führt an, dass die Angebote so zum einen zentral an einem Ort stattfinden können, und zum anderen, dass die Anbindung und zentrale Lage in Unna attraktiv seien. Tatsächlich ist die Einrichtung am Südring sowohl mit dem PKW als auch mit dem ÖPNV sowie fußläufig oder mit dem Fahrrad von der Stadtmitte aus gut zu erreichen.
Info:
Weitere Informationen, Kontakt und Anmeldung
Interessierte melden sich nicht selbst für die Rehabilitation an, sondern machen dies zusammen mit Hausarztpraxen und speziellen Sucht-Beratungsstellen. Ebenso kann im Rahmen eines stationären Klinikaufenthalts eine Reha mit den jeweiligen Fachleuten der Klinik besprochen werden. Voraussetzungen sind unter anderem Abstinenz und Volljährigkeit. Das Angebot steht Menschen der gesamten Region offen, man muss also nicht in Unna wohnen. Interessierte, Beratungsstellen und Fachleute können sich unverbindlich bei der Suchttherapeutin Ortrud Warnken informieren. Das geht per E-Mail an Ortrud.Warnken@lwl.org oder telefonisch unter 0 23 03 / 99 77 51 2.
Info: Ambulante Rehabilitation bei Spielsucht
Frances Trümper ist vielen im Kreis Unna durch ihre langjährige Arbeit beim Arbeitskreis gegen Spielsucht e.V. bekannt. Das ambulante Reha-Angebot für Menschen, die von (Glücks-)Spiel- oder Mediensucht betroffen sind, führt sie nun als Mitarbeiterin des LWL weiter. Dafür nutzt sie die andere Seite desselben Gebäudekomplexes am Innenstadtring mit der Adresse Schillerstraße 18. Interessierte, Beratungsstellen und Fachleute können sich unverbindlich bei Frances Trümper über das Angebot informieren. Das geht per E-Mail an FrancesMaria.Truemper@lwl.org oder telefonisch unter 0152 / 29 74 66 61.
Pressekontakt:
Philipp Stenger, LWL-Klinik Dortmund, Telefon: 0231 4503-3855
presse@lwl.org
LWL-Einrichtung:
LWL-Klinik Dortmund
Marsbruchstr. 179
44287 Dortmund
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 20 Krankenhäuser, 20 Museen, zwei Besuchendenzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 114 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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