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Mitteilung vom 16.04.26

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Werke von Gerhard Richter neu im LWL-Museum für Kunst und Kultur: LWL: "Sie bereichern unser Haus"

Münster (lwl). Hochkarätige Kunst hält Einzug im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster: Das Museum freut sich über zwei großformatige Ölgemälde von Gerhard Richter (*1932 in Dresden). Die Werke "Strich (auf Blau)", (1979) und "Strich (auf Rot)", (1980) kommen als Dauerleihgaben aus dem Kreis Soest neu in die Sammlungspräsentation. In Soest hingen die Bilder mit dem ungewöhnlichen Format von 1,90 mal 20 Meter seit 1980 in einem Schulgebäude. Richter gewann 1979/80 mit den beiden Gemälden den "Kunst am Bau"-Wettbewerb für das Forum der Kreisberufsschule in Soest. "Strich (auf Rot)" war noch vor kurzem in einer umfassenden Richter-Ausstellung in Paris zu sehen.

"Die beiden großen Gemälde bereichern das LWL-Museum für Kunst und Kultur", so der Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), Dr. Georg Lunemann. "Das weist überdies auf die besondere Verbundenheit des Kreises Soest zum LWL hin, die sich auch in der Unterstützung durch Eva Irrgang, ehemalige Soester Landrätin und amtierende Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, zeigte. Dass wir neben anderer Kunst von Richter im Museum nun auch die Werke aus Soest bewahren und zeigen dürfen, erfüllt uns mit Stolz." Gerhard Richter gilt international als einer der bedeutendsten zeitgenössischen Künstler.

"Mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur haben wir einen benachbarten und renommierten Ort gefunden, an dem wir die Richter-Gemälde in guten Händen wissen", sagt der Landrat des Kreises Soest, Heinrich Frieling. "Fast 50 Jahre schmückten die Werke die Halle in unserer Berufsschule: Jetzt war es an der Zeit, einen neuen Standort zu finden mit klimatechnisch modernen Bedingungen, um die Werke dauerhaft zu sichern. Vor Ort in Soest werden sie durch originalgroße Kopien ersetzt."

Die LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger führt aus: "Im LWL-Museum haben wir beste Bedingungen für die zwei Richter-Werke. Restauratorisch und konservatorisch werden die Dauerleihgaben mit großer Sorgfalt betreut. Im größten Ausstellungsraum des Hauses mit 290 Quadratmetern können die Bilder eine neue Wirkung entfalten."

Die Gemälde bestehen jeweils aus vier Tafeln und erinnern aufgrund ihrer extrem ausgedehnten Proportionen an einen Fries. Richter soll über die Entstehung gesagt haben, dass keine andere Arbeit ihm derart viel Mühe und Zeit abverlangt hat wie die "Striche". Bekannt ist Richter vor allem für seine fotorealistischen Arbeiten, von denen sich auch zwei Werke in der Sammlung des LWL-Museums befinden. Zu Beginn der 1960er Jahre benutzte Richter erstmals Fotografien aus Zeitungen und Illustrierten als Vorlagen für Gemälde.

Mithilfe eines Projektors warf er die Ausschnitte auf die Leinwand, malte sie ab und verfremdete sie anschließend. So sind auch die großformatigen "Striche" entstanden. Was auf den ersten Blick wie eine malerische Geste mit dickem Farbauftrag wirkt, enthüllt sich bei genauem Hinsehen als ebene Fläche: Der Künstler fotografierte die Skizzen für die Werke und malte den pastosen Farbauftrag anschließend ab.

"Neulich habe ich eine der beiden Arbeiten noch in der Richter-Retrospektive in Paris bewundert. Jetzt beleben die Bilder die Architektur unseres Ausstellungsraums, als wären sie dafür gemacht", so der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold. Es sei seit langer Zeit das erste Mal, dass beide Werke gemeinsam, außerhalb des Schulgebäudes, in der vollen Länge von 20 Metern gezeigt würden.

Gerhard Richters Werk ist geprägt von einer stilistischen Vielfalt in Bezug auf Techniken, Themen und Motiven und reicht von fotorealistischen Naturdarstellungen, den "unscharfen" Gemälden nach Fotografien und abstrakten Gemälden bis hin zu Glas- und Spiegelobjekten bzw. Installationen.

Zu seinen Hauptwerken gehört das fotorealistische Bild "Lesende" (1972), das Fenster im Südquerhaus des Kölner Doms (2007), und der Birkenau-Zyklus (2014). Richter lehrte von 1971 bis 1993 als Professor für Malerei an der Kunstakademie Düsseldorf. Zuletzt war ihm Anfang des Jahres eine umfassende Retrospektive in der Fondation Louis Vuitton in Paris gewidmet.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Tel. 0251/591-235 und Claudia Miklis, Pressesprecherin, LWL-Museum für Kunst und Kultur, Telefon +49 (0)251 5907-220, claudia.miklis@lwl.org, http://www.lwl-museum-kunst-kultur.de
presse@lwl.org



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