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Mitteilung vom 18.03.26

Presse-Infos | Kultur

Venezianisches Glas - Muraneser Technik

Finissage der Ausstellung "Tradizione e innovazione"

Petershagen (lwl). Zum Abschluss der Ausstellung "Tradizione e innovatione" im LWL-Museum Glashütte Gernheim stehen am Sonntag (22.3.) noch einmal besondere Höhepunkte im Museum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) auf dem Programm.

Im Turm demonstrieren die Glasmachenden die Techniken des Fadenglases: Einfarbige oder mehrfarbige Stäbe werden bei dieser traditionellen Muraneser Technik zu Stäben mit Netzmuster, Spiralen oder Kugeln verarbeitet werden. Diese Stäbe werden dann zur Herstellung von Hohlgläsern verwendet. Die verschiedenen Verfahren werden im Glasturm anschaulich erläutert.

Zugleich können die Besuchenden noch einen letzten Blick in die Sonderausstellung werfen. Von 11 bis 16 Uhr werden regelmäßig Sonderführungen angeboten, die sich noch einmal den herausragenden Objekten der Ausstellung zuwenden und die Charakteristika der venezianischen Glaskunst zwischen 1945 und 1970 erläutern. Die Ausstellung wird ab April im Finnischen Glasmuseum Riihimäki zu sehen sein.

Hintergrund
Viele Manufakturen arbeiteten nach dem Zweiten Weltkrieg mit Entwerfern zusammen, die nicht mehr den in der muraneser Tradition verwurzelten Gestaltungsansätzen folgten. Die Meisterglasmacher der Insel griffen diese Inspirationen ebenfalls auf, konzentrierten sich jedoch eher auf handwerklich innovative Gestaltungen, die auf bisher unbekannte Weise mit der Glasmasse umgingen. Jahrhunderte alte Techniken und Inspiration durch zeitgenössische Kunst führten zu ungekannten innovativen Lösungen.

Wesentlichen Anteil an diesem Aufschwung der muraneser Glasproduktion hatte Paolo Venini, der in Kunstkreisen bestens vernetzte Inhaber einer Glasmanufaktur. Venini beauftragte seit den 1930er Jahren nationale und internationale Entwerfer, für ihn Glasobjekte zu entwickeln. Weitere muraneser Manufakturen griffen diese Tendenzen auf, etwa Aureliano Toso oder Alfredo Barbini, der in höchster handwerklicher Präzision ausgeführte massive Objekte am Ofen gestaltete, die den traditionellen Formenkanon überwanden. Insgesamt 54 Objekte aus Privatbesitz, die selten öffentlich gezeigt werden, lassen den Reichtum der Glasproduktion jener Epoche nachvollziehen. Ergänzt werden sie durch Bestände des Glasmuseums Frauenau.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Dr. Katrin Holthaus, LWL-Museum Glashütte Gernheim, Telefon: 05707 9311-221
presse@lwl.org



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