Mitteilung vom 28.01.26
Presse-Infos | Kultur
Westfälische Powerfrauen
Szenische Lesung im LWL-Museum in der Kaiserpfalz
Paderborn (lwl). Am Donnerstag (5.2.) um 19 Uhr lädt das LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn zur szenischen Lesung "Ungesehen und ungehört? Westfälische Frauen, die Geschichte machten". Schauspielerin Nicole Paul und Klarinettistin Carolin Nagel gestalten einen Abend, der drei prägende Frauenfiguren aus der westfälischen Geschichte in den Fokus rückt: Königin Mathilde, Elisabeth von der Pfalz und Fürstin Pauline zur Lippe.
Diese Frauen prägten durch ihre Taten und Lebenswege unterschiedliche Epochen der westfälischen Geschichte. Erhaltene Dokumente der Frauen - darunter Briefe und persönliche Aufzeichnungen - sowie Texte über ihr Leben werden vorgetragen. So kommen unter anderem Zeilen aus der Lebensbeschreibung der Mathilde zur Sprache, begleitet von musikalischen Klängen.
Die Plätze sind begrenzt. Der Eintritt kostet 10 Euro, inklusive eines Getränks. Karten können über den Online-Ticketshop des Museums: https://lwl-kaiserpfalz-shop.gomus.de/#/products/events oder direkt an der Museumskasse erworben werden.
Hintergrund
Königin Mathilde (um 895-968) stammt aus einem sächsischen Adelsgeschlecht und war eine der reichsten Adelstöchter aus Westfalen, ihre Familie ist im östlichen Westfalen (Enger/Herford) reich begütert. Ihre Bildung erhält sie im Stift Herford, wo ihre Großmutter Reinhild Äbtissin ist. 909 heiratet sie den deutlich älteren Herzog von Sachsen, Heinrich, aus dem Geschlecht der Liudolfinger. Diese Ehe wird zur Machtbasis der Herrscherdynastie der Ottonen. 919 wird Heinrich König und Mathilde Königin der Ostfranken. Ihre fünf Kinder prägen die Geschichte des Ostfrankenreichs. Historiker:innen nennen sie oft auch "Schwiegermutter Europas", weil sich fast alle großen europäischen Herrscherfamilien des 10./ 11. Jahrhunderts über ihre Kinder direkt oder indirekt auf sie zurückführen lassen. Mathilde versteht sich als Nachfahrin des berühmt-berüchtigten Sachsenherzogs Widukind.
In der Lesung werden ausgewählte Auszüge aus der Lebensbeschreibung von Königin Mathilde präsentiert, die ihre Verbindungen zu Westfalen und die Herausforderungen ihres Lebens als Königin aufgreifen.
Elisabeth von der Pfalz (1618-1680), wird 1618 als Tochter des Kurfürsten Friedrich V. von der Pfalz in Heidelberg geboren. Ihr Vater wird in den Wirren des Dreißigjährigen Krieges für kurze Zeit (1619-1620) zum König von Böhmen. Im Jahr 1621 flieht die ganze Familie dann in die Niederlande. So kommt es, dass Elisabeth im Exil am Hof in Den Haag aufwächst. Elisabeth ist bekannt für ihre weit gespannten internationalen Netzwerke, die später ihre Korrespondenz mit berühmten Philosophen der Zeit wie René Descartes erleichtern. Sie ist eine hochgebildete Frau: sprachlich bewandert, gut vertraut mit Mathematik und Naturwissenschaften sowie philosophisch interessiert und damit direkt eingebunden in den zeitgenössischen philosophischen Diskurs. Elisabeth bleibt zeitlebens ledig und wird mit knapp 50 Jahren Fürstäbtissin des Stifts Herford.
Ihre Korrespondenz mit berühmten Philosophen und Gelehrten ihrer Zeit zeigen ihre Intelligenz und ihr außergewöhnliches Engagement für das geistige Leben. Ihre Verbindung zu Westfalen und insbesondere ihre Zeit im Exil in den Niederlanden und als Äbtissin von Herford wird in der Lesung musikalisch untermalt und mit persönlichen Briefen und Dokumenten deutlich gemacht.
Fürstin Pauline zur Lippe (1769-1820) war eine der ersten weiblichen Repräsentantinnen der deutschen Aufklärung und eine starke Persönlichkeit in einer von Männern dominierten Zeit. 1796 heiratete sie den lippischen Fürsten Leopold I. und übernahm nach dessen Tod 1802 die Regentschaft für ihren minderjährigen Sohn Leopold II. Als Fürstin von Lippe zeigte sie nicht nur soziale Verantwortung, sondern setzte sich aktiv für die Bildung und das Wohl ihrer Untertanen ein. Unter ihrer Regentschaft erlebte Lippe eine Phase kultureller und sozialer Reformen. Pauline förderte die Wissenschaften und die Künste und zeigte ein bemerkenswertes Gespür für die Bedürfnisse ihrer Zeit.
In der Lesung wird ihr Leben als Frau, die über die traditionellen Rollenbilder hinausging, besonders gewürdigt.
"775 - Westfalen. Die Sonderausstellung" bis 1.3.2026
Von einer rätselhaften Ersterwähnung im Jahr 775 zum Herzogtum über ein Königreich bis zur preußischen Provinz. Westfalen hatte in der Geschichte viele Gesichter. In der Kaiserpfalz in Paderborn ist das Publikum an einem Stützpunkt Karls des Großen in den Sachsenkriegen durch Westfalens 1250-jährige Geschichte. Auf rund 1.000 Quadratmetern erleben Besuchende noch bis zum 1. März, wie sich Westfalen und seine Menschen über Jahrhunderte hinweg verändert haben. Archäologische Funde, kostbare Handschriften und westfälische Kunst erzählen von Tradition, Identität und Wandel. Zahlreiche interaktive Stationen und das Begleitprogramm laden zum Mitmachen ein.
Allgemeine Informationen zum Museumsbesuch
Eintrittspreise
Erwachsene: 11 €
Ermäßigt: 6 €
Gruppe ab 16 Personen: 9 € pro Person
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren: frei
Weitere Informationen finden Sie unter:
https://www.lwl-kaiserpfalz-paderborn.de
https://de-de.facebook.com/museuminderkaiserpfalz/
https://www.instagram.com/lwl_kaiserpfalzmuseum/
Pressekontakt:
Dr. Carolin Steimer, LWL-Archäologie für Westfalen, Telefon: 0251 591-3504 und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org
LWL-Einrichtung:
Museum in der Kaiserpfalz
Ikenberg 2
33098 Paderborn
Karte und Routenplaner
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
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