Mitteilung vom 06.01.26
Presse-Infos | Kultur
Über 1,61 Millionen Besuche: LWL-Kultureinrichtungen behaupten sich in einem Jahr großer Bauprojekte
Westfalen (lwl). Insgesamt 1,61 Millionen Besucherinnen und Besucher haben im Jahr 2025 die Museen, Stiftungen und Besucherzentren des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) besucht. Damit bestätigten die LWL-Kultureinrichtungen auch unter herausfordernden Bedingungen ihre hohe Attraktivität (2024: 1,71 Mio.; 2023: 1,80 Mio.), so die Einschätzung der LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger.
"Mit umfangreichen Bauinvestitionen auf der einen Seite und dem großen Ideenreichtum unserer Mitarbeitenden auf der anderen sichern wir nachhaltig unsere Attraktivität und stellen unsere Kultureinrichtungen zukunftsfest auf", erklärt die LWL-Kulturdezernentin.
"Angesichts der Großbaustellen in zwei unserer Museen sowie auf der Burg Hülshoff sind wir eigentlich von einem deutlich höheren Rückgang der Besuchszahlen ausgegangen", so Rüschoff-Parzinger weiter, die das Jahr insgesamt als erfolgreich bewertet. Tatsächlich liege der Rückgang gegenüber dem Vorjahr bei lediglich 102.000 Besuchen - ein Ergebnis, das die anhaltend große Resonanz auf das kulturelle Angebot des LWL unterstreiche.
Knapp die Hälfte dieses Rückgangs entfiel auf das LWL-Museum für Naturkunde. Trotz der umfangreichen Bauarbeiten für den Anbau "Forum für Naturwissenschaften" sowie der grundlegenden Sanierung des Altbaus blieben Museum und Planetarium durchgehend geöffnet und konnten über 220.000 Gäste begrüßen. Rüschoff-Parzinger: "Ein starkes Signal für die Verbundenheit des Publikums mit dem Haus".
Ein zentraler inhaltlicher Schwerpunkt des Jahres 2025 war das Jubiläum "1250 Jahre Westfalen". Mit einem breit angelegten Kulturprogramm aus 44 Förderprojekten und mehreren hundert Veranstaltungen luden der LWL und die LWL-Kulturstiftung gemeinsam mit Kulturschaffenden, Vereinen und Institutionen Menschen in ganz Westfalen dazu ein, Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Region zu entdecken und zu feiern. Weit über 100.000 Interessierte kamen zu den Jubliäumsveranstaltungen, die aber nicht in die Besuchendenstatistik aufgenommen wurden. Die zentrale Ausstellung "775 - Westfalen" im LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn, eröffnet im Mai durch den Schirmherrn Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, läuft noch bis zum 1. März 2026.
"Neben großen, publikumsträchtigen Sonderausstellungen wie etwa 'Kirchner. Picasso' im LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster sind es vor allem die vielen kleinen, innovativen Formate und Kooperationen, mit denen wir unsere Inhalte immer wieder neu, spannend und zeitgemäß vermitteln", betont Rüschoff-Parzinger. Beispielhaft dafür stehen die offene Künstlerresidenz im LWL-Freilichtmuseum Hagen, die neue Veranstaltung "Halloween auf Burg Hülshoff" oder der TikTok-Kanal des LWL-Museums für Archäologie und Kultur, der 2025 mit dem "DigAMus-Award" in der Kategorie "Beste zeitgemäße Vermittlung" ausgezeichnet wurde.
In den LWL-Museen für Industriekultur sind die Besuchszahlen gegenüber dem Vorjahr etwas angestiegen: Rund 440.000 Menschen kamen 2025 in die acht Häuser in Westfalen-Lippe (2024: 419.000; 2023: 449.000).
Münster
Das LWL-Museum für Naturkunde in Münster und sein Planetarium blicken auf ein Jahr zurück, das sich trotz einer Großbaustelle als erfolgreich erwiesen hat. Trotz laufender Baumaßnahmen für den Anbau "Forum für Naturwissenschaften" und für die grundlegende Sanierung im Altbau waren das Museum und sein Planetarium durchgehend geöffnet und hatten rund 221.000 Besuche (2024: 267.000; 2023: 354.000). Ein besonderer Publikumsmagnet waren das Planetarium und die große Sonderausstellung "Gene - Vielfalt des Lebens", die durchgehend gezeigt wurde. "Unser Angebot aus Ausstellung, Planetarium und zahlreiche Veranstaltungen überzeugt und unsere Themen erreichen die Menschen aller Altersgruppen", so Prof. Dr. Jan Ole Kriegs, Direktor des LWL-Museums für Naturkunde.
Zusätzlich zu den Shows zur Astronomie wurde das Planetarium mit Musikshows, wie "Music in Space" und Konzerten unter dem Sternenhimmel erneut zur Bühne für besondere Kulturerlebnisse. Fachvorträge, etwa vom Nobelpreisträger Prof. Dr. Reinhard Genzel oder Nachwuchsforscherin Klara Bertmann, machten aktuelle Forschung greifbar. Veranstaltungen wie "100 Jahre Planetarien", die "Mathe-Mind-Show" oder die Reihe zu Exoplaneten boten Zugänge für Laien wie für Fachpublikum. Aktionstage, wie das Science-Fiction-Event "May the Force" oder "Quanten und Kosmos", der den Zusammenhang zwischen Quantenmechanik und Kosmos begreifbar machte, sowie astronomische Vorträge ergänzten das Angebot.
Auch neue Formate und Veranstaltungen bereicherten das Jahresprogramm. So wurden zum Jahresende neue Angebote ins Programm aufgenommen, wie etwa die Eigenproduktion "Unser exotisches Universum" als Wissenschaftskommunikation, die astrophysikalische Phänomene visuell und wissenschaftlich fundiert vermittelt. Zudem wurde das Hörspiel "Die drei ??? und die Salztote" sowie das Theaterstück "Planet Robinson" von Freuynde + Gaesdte ins Abendangebot aufgenommen und wird 2026 fortgesetzt.
Die inklusive Sonderausstellung "Gene - Vielfalt des Lebens" punktet mit ihren Alltagsbezügen und der allgemeinverständlichen Vermittlungsweise. Daher war sie bei Familien sehr beliebt. Neben der Gene-Ausstellung bot das Museum ein abwechslungsreiches Jahresprogramm, bestehend aus generationenübergreifenden Workshops, Mitmachaktionen wie "Das große Schlämmen", Aktionstage wie "Die lange Nacht der Insekten", der Familientag zum Thema Gene, Ferienprogramme, Bastelstationen oder das "Gene-Lab". Sie ermöglichten jungen und erwachsenen Gästen Zugänge zu aktuellen Themen. Zudem setzte das "Green-Ticket" neue Impulse für einen nachhaltigen und klimaschonenden Museumsbesuch.
Das Jahr 2026 bringt eine neue Ausstellung. Die Gene-Ausstellung ist weiterhin zu sehen und bleibt ein zentraler Bestandteil des Angebots. Darüber hinaus ist für den Sommer die Eröffnung einer neuen paläontologischen Ausstellung geplant, die die Dinosaurier zurück ins LWL-Museum holt und auch zahlreiche andere Fossilien und die Erdgeschichte in den Fokus nimmt. Der Anbau "Forum für Naturwissenschaften", dessen Arbeiten 2025 planmäßig voranschritten, wird dem Haus in den kommenden Jahren neue räumliche und inhaltliche Möglichkeiten eröffnen.
Mit "Kirchner. Picasso" präsentiert das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster noch bis zum 18. Januar eine Ausstellung, die zwei große Künstler der Moderne gegenüberstellt. Diese Schau sowie die Ausstellung "Faszination Lack. Kunst aus Asien und Europa" und andere Angebote zogen 2025 rund 166.000 Besucherinnen und Besucher an (2024: 174.000; 2023: 151.000). Die Zahlen schließen die Besuche in der Zweigstelle Schloss Cappenberg mit ein.
Die Beliebtheit von "Kirchner. Picasso" spiegelt sich in den Besuchszahlen wider: Mit über 68.000 Besuchenden war das vierte Quartal das stärkste im Jahr. In der Ausstellung "Faszination Lack" zeigte das Museum im Frühjahr und Sommer erstmals die umfangreiche Lacksammlung, die 2023 vom Museum für Lackkunst in Münster übernommen wurde. Das Ausstellungsprogramm wird komplettiert durch weitere Angebote wie die Ausstellung "Performance People. Eine Ausstellung aus dem Skulptur Projekte Archiv", und die Kooperationsausstellungen mit dem Westfälischen Kunstverein der "Radar"-Reihe sowie die Ausstellung "Bürger sammeln für Westfalen. 200 Jahre Altertumsverein".
Der "Lange Freitag" bleibt ein beliebtes Event. Etwa 26.000 Menschen besuchten 2025 bei freiem Eintritt das Museum. Auch kreative Angebote wie die Kurse zum Aktzeichnen und die Tanzperformance "Inside/Out. An Attachment Piece - to a Museum" von Anouk van Dijk in Kooperation mit dem Tanztheater Münster fanden großen Anklang. Insgesamt nahmen rund 5.000 Menschen an eintrittspflichtigen sowie eintrittsfreien Veranstaltungen des LWL-Museums für Kunst und Kultur vor Ort teil.
Dortmund
Mit rund 108.000 Gästen kann die Zeche Zollern in Dortmund im Jahr 2025 auf ein erfolgreiches Jahr blicken. Diese Steigerung (2024: 99.000; 2023: 104.000) ist insbesondere auf beliebte Veranstaltungen wie die "Extra-Schicht", die Dortmunder Museumsnacht und die Gartenmärkte zurückzuführen, die jeweils mehrere tausend Menschen anlockten. Gut angenommen wurden auch die einmal monatlich stattfindenden Familiensonntage mit speziellen Angeboten für die jüngsten Gäste. Neue Zielgruppen und eine überregionale Aufmerksamkeit erreichte das LWL-Museum mit der Sonderausstellung "Das ist kolonial. Westfalens (un)sichtbares Erbe", die im Oktober nach einer Laufzeit von 16 Monaten zu Ende ging.
Bochum
Rund 22.000 Menschen besuchten in der von März bis Oktober dauernden Saison die Zeche Hannover in Bochum, deutlich mehr als 2024 (18.000; 2023: 20.000). Beliebt vor allem auch bei Familien war die Sonderausstellung "Industrie-Insekten. In einem unbekannten Land". Im Mittelpunkt standen Fotografien von Ute Matzkows und Klaus Rieboldt. Besonders an den Wochenenden lockten die Schau und das Begleitprogramm zahlreiche Gäste zur Zeche Hannover. Zu den publikumsstärksten Veranstaltungen zählten die "Extra-Schicht" mit 2.200 Gästen sowie der Familientag rund um das Kinderbergwerk "Zeche Knirps" mit vielen Mitmachangeboten.
Witten
2025 statteten rund 39.000 Menschen der Zeche Nachtigall in Witten (Ennepe-Ruhr-Kreis) einen Besuch ab - deutlich mehr als noch 2024 (29.000; 2023: 31.000). Als neue Höhepunkt lockten die monatlichen Familiensonntage mit umfangreichem Spiel-, Bastel- und Mitmachangebot für Kinder Gäste in das LWL-Museum. Allein in der Hauptsaison zog es im Rahmen dieser Aktionstage gut 3.000 Menschen auf das Museumsgelände. Neben gutem Wetter und überdurchschnittlich gut angenommenen Großveranstaltungen - Muttentalfest, Ökomarkt und Maustag verzeichneten zusammen knapp 5.400 Gäste - sorgten die konstant stark nachgefragten Museumsführungen, vor allem durch das Besucherbergwerk Nachtigallstollen, für ein rundum erfolgreiches Jahr auf Zeche Nachtigall.
Hattingen
Rund 93.000 Menschen besuchten 2025 die Henrichshütte in Hattingen (Ennepe-Ruhr-Kreis) und damit mehr als im Vorjahr (89.000; 2023: 118.000) - und das, obwohl der Hochofen aufgrund anstehender Sanierungsarbeiten nach wie vor gesperrt ist. Populäre Veranstaltungen wie die Extra-Schicht und der Hüttenlauf sowie Auto- und Motorradshows lockten 2025 jeweils Tausende Gäste auf das Museumsgelände. Gut etabliert haben sich nach mehreren Jahren auch Formate wie "Jazz in der Hütte" oder die Verkaufsausstellung "Revierkunst". Inhaltlich neue Akzente setzte das Museum mit der Werkstattausstellung "Ans Werk", die im Oktober eröffnete und der Vorbereitung der neuen Dauerausstellung dient.
Waltrop
Mit rund 73.000 Gästen kamen 2025 wieder mehr Menschen ins Schiffshebewerk Henrichenburg in Waltrop (Kreis Recklinghausen) als im Vorjahr (70.000; 2023: 76.000). Ein wesentlicher Grund für die Steigerung ist die Großausstellung "Container. Die globale Box". Zum Rahmenprogramm gehörte der "Tag der offenen Box" im August, bei dem Profi-Sprayer einen Container farblich gestalteten und Kinder ihr eigenes kleines Graffiti-Bild sprühen durften. Auch die Lasershow bei der "Extra-Schicht" und das milde Wetter beim Weihnachtsmarkt am ersten Adventswochenende lockten viele Gäste an.
Bocholt
Rund 41.000 Besucherinnen und Besucher kamen 2025 ins Textilwerk in Bocholt (Kreis Borken) und damit weniger als im Vorjahr (44.000; 2023: 33.000). Grund ist der Wegfall des Adventsmarktes, den 2024 fast 4.500 Gäste besucht hatten. Unter anderem aus Sicherheitsgründen musste die mehrtägige Veranstaltung abgesetzt werden. Abgesehen davon konnte das Textilwerk den Aufwärtstrend bei den Gästezahlen aus dem Vorjahr trotz vieler Baustellen in den Gebäuden und auf dem Museumsgelände verstetigen. Mit dazu beigetragen haben die Sonderausstellung "Behind Beauty. Hinter den Kulissen der Schönheitsindustrie" sowie vielfältige Angebote im Bereich Kulturvermittlung.
Lage
Mit 44.000 Gästen verzeichnet die Ziegelei Lage (Kreis Lippe) 2025 weniger Besuche als im Vorjahr (49.000; 2023: 48.000). Publikumslieblinge waren einmal mehr der Töpfermarkt im Herbst und der Weihnachtsmarkt - letzterer lockte am ersten Adventswochenende allein über 6.400 Gäste an. Durch noch mehr museumspädagogische Angebote insbesondere für Kinder konnte das LWL-Museum das Manko der aktuell fehlenden Dauerausstellung und zahlreicher Baustellen abfangen. Die Ziegelei Lage freut sich auf die Eröffnung der neuen Dauerausstellung im Frühjahr 2026.
Petershagen
Die Glashütte Gernheim in Petershagen (Kreis Minden-Lübbecke) besuchten 2025 rund 21.000 Menschen und damit geringfügig weniger als im Vorjahr (22.000; 2023: 18.000). Erneut gut angenommen wurden die Vermittlungsangebote des LWL-Museums: Allein 7.990 Teilnehmende, und damit gut 20 Prozent mehr als in 2025, konnte das Museum bei Führungen, Aktionen und Mitmachprogrammen begrüßen. Publikumsmagneten waren auch in diesem Jahr etablierte Veranstaltungen wie das Museumsfest, der Aktionstag "Türen auf mit der Maus" und der Christbaumschmuckverkauf. Den inhaltlichen Glanzpunkt stellte die Eröffnung der Sonderausstellung "Tradizione e innovazione: Glas aus Murano von 1945 bis 1970" im Oktober dar (bis 22.03.2026). Daneben ging das Museum mit zahlreichen Outreach-Angeboten der Überraschungswerkstatt neue Wege. Grundlegende Attraktion des Standorts bleibt weiterhin die Schauproduktion.
Detmold
Das LWL-Freilichtmuseum Detmold blickt zufrieden auf die Saison 2025 zurück. Das Museum verzeichnete trotz des wetterbedingt durchwachsenen Sommers ein gutes Ergebnis. Rund 142.000 Gäste besuchten 2025 das größte deutsche Freilichtmuseum im Kreis Lippe und zeigten damit erneut, wie beliebt es als Ausflugsziel ist (2024: 151.000; 2023: 178.000).
Das Jahr 2025 stand ganz im Zeichen der Nachhaltigkeit. Schwerpunktthema war die Umsetzung der 17 Nachhaltigkeitsziele am Praxisbeispiel des LWL-Freilichtmuseums: Fragen wie "Was kann das Museum für Änderungen bewirken?" und "Was haben wir schon erreicht?" standen im Fokus der Geländeausstellung, die einen Blick auf den eigenen Alltag und das eigene Wirken ermöglichte und dazu anregte, selbst an der Erreichung der Ziele mitzuwirken.
Der "Freilichtgenuss" lockte 2025 am 6. und 7. September etwa 7.000 Menschen in das Museum. An beiden Tagen luden zahlreiche Ausstellende mit regionalen Produkten und Kunsthandwerk zum Flanieren und Genießen ein. Mitmachprogramme regten dazu an, selbst kreativ zu werden. Das Team des LWL-Freilichtmuseums informierte unter anderem über historische Kulturpflanzen und bot insektenfreundliche Stauden und Sämereien zum Mitnehmen und alte Obstsorten zum Probieren an.
Zum Museumsadvent konnte das Museum noch einmal viele Gäste begrüßen. Das Wochenende stand ganz im Zeichen des Weihnachtsfestes um 1900 und vermittelte einen Eindruck des wohl schönsten Festes des Jahres mit den dazugehörigen Bräuchen, die sich um die Jahrhundertwende verändert haben. Historisch eingerichtete Stuben zeigten Momentaufnahmen aus der Weihnachtszeit, und Posaunen- und A-Capella-Chöre sorgten für eine festliche Stimmung.
Hagen
Das LWL-Freilichtmuseum Hagen ist mit rund 117.000 Besucher:innen (2024: 121.000; 2023: 120.000) in die Saisonpause gegangen. Beim Weihnachtsmarkt herrschte trotz gemischter Wettervorhersagen romantische Stimmung, wobei die Zahl der Gäste hinter den Erwartungen zurückblieb.
Die Saison 2025 stand ganz im Zeichen des modernen Handwerks, das ständiger Gast im Museum war. In der Sonderausstellung "Mission Machen" eröffnete sich nicht nur im 360-Grad-Panorama ein Blick auf aktuelle Entwicklungen in westfälischen Betrieben. Die Präsentation schuf neue Perspektiven auf das Kernthema des Museums. Einige der Betriebe, porträtiert von Tuula Kainulainen vom LWL-Medienzentrum, gaben ein Gastspiel und präsentierten ihr Können vor Ort.
Vielfältig war nicht nur das Begleitprogramm der Handwerksausstellung "Mission Machen", sondern auch das der Outdoor-Wanderausstellung "Wiesion" zu Krabbeltieren auf dem Grünland. Der Inklusionstag des Museums feierte das Miteinander.
Auch das Tischlerhandwerk zeigte sich bei der Ausstellung der Gesellenstücke der märkischen Tischlerinnung in seiner Vielfalt und verdeutlichte zugleich die hohen Anforderungen an die duale Ausbildung im 21. Jahrhundert: zwischen modernem Design, digitalen Techniken, handwerklichem Knowhow und Werkstoffkenntnis. Um den Werkstoff Holz kümmerten sich noch weitere Gäste: Bootsbauer-Gesellen präsentierten am Sägewerk, wie ein traditionelles Holzboot entsteht, stets umlagert von neugierigen Besuchenden.
Viele Fragen an die Vorführkräfte des LWL-Museums hatte auch die Düsseldorfer Bildhauerin Nele Waldert, die sich für traditionelle Handwerkstechniken interessiert und von Mai bis Oktober ihr Lager in der Papiermühle aufschlug. Ohne Berührungsängste schauten Besucherinnen und Besucher im offenen Atelier herein und suchten das Gespräch: das Freilichtmuseum als Künstlerresidenz.
Lichtenau-Dalheim
Die Stiftung Kloster Dalheim begrüßte im LWL-Landesmuseum für Klosterkultur 2025 insgesamt rund 70.000 Gäste. Das Museum im ehemaligen Augustiner-Chorherrenstift Dalheim verzeichnet damit im Vergleich zum Vorjahr (75.000; 2023: 64.000) einen leichten Rückgang der Besuche.
Am 18. Mai endete nach einjähriger Laufzeit die Sonderausstellung "Und vergib uns unsere Schuld?" über Kirchen und Klöster im Nationalsozialismus. Die Schau arbeitete die komplexe Wechselbeziehung von Christentum und Nationalsozialismus auf. Mit dem Auslaufen der Sonderausstellung schloss das Museum wegen Umbauarbeiten einen Teilbereich der Dauerausstellung (1.700 Jahre Klostergeschichte). Der leichte Rückgang der Besuchszahlen im Vergleich zum Vorjahr sei damit absehbar gewesen, sagt Museumsdirektor Dr. Ingo Grabowsky. Veranstaltungen wie "Das Gartenfest", das Freiluftfestival "Sommernachtslieder" und Europas größter Klostermarkt zogen erneut tausende Besucherinnen und Besucher an.
In puncto Familienfreundlichkeit konnte sich das LWL-Landesmuseum weiter verstärken: Neben den etablierten Veranstaltungen wie "Et labora! Handwerk im Kloster", dem Familienadvent mit Gespensterführung oder dem Rahmenprogramm der Großveranstaltungen mit Handwerksvorführungen, Klosterwerkstatt und Puppentheater können Familien nun gemeinsam mit der neuen "Forscherbox" den Klostergarten entdecken. Eine Schatzsuche durchs Kloster, die künftig auch für Kindergeburtstage gebucht werden kann, ist in Entwicklung.
Das kommende Jahr steht im Dalheimer LWL-Landesmuseum im Zeichen der nächsten großen Sonderausstellung "Die Macht der Regeln! Zwischen Freiheit und Kontrolle", die ebenfalls als Schau für Familien konzipiert wird. Ab dem 20. Mai fragt die Ausstellung nach dem Einfluss von Gesetzen, Geboten, Vorschriften und Verordnungen auf das Miteinander unterschiedlicher Gemeinschaften von der Schulklasse bis zum Staatsapparat und lädt zum Mitmachen ein.
Herne
Über 47.000 Personen besuchten im Jahr 2025 das LWL-Museum für Archäologie und Kultur in Herne (2024: 56.000; 2023: 51.000), wobei die Sonderausstellung "Mahlzeit!" in den ersten drei Monaten mit rund 15.000 Besucherinnen und Besuchern gut angelaufen ist. Viele interaktive Angebote und Mitmachstationen begeistern hier vor allem die jungen Gäste und ihre Familien.
Die bunten Angebote zur Extraschicht, zur langen Museumnacht und zu einem "Cosplaytag" fanden vor allem in den Social-Media-Kanälen ihren Widerhall. Der beliebte TikTok-Kanal des Hauses "Five Guides" erhielt eine besondere Ehrung: In Mainz nahmen die Vermittler:innen den "DigAMus Award", gefördert durch den Deutschen Museumsbund, in der Kategorie "Beste zeitgemäße Vermittlung" entgegen.
Vertieft hat das LWL-Museum auch die Zusammenarbeit mit der Jugendkunstschule Herne e. V. und der Stadt Herne zum Thema der Sonderausstellung "Mahlzeit!". Im Ferienprogramm "Kunst geht durch den Magen" setzten sich die Teilnehmenden künstlerisch mit Fragen wie "Wo und mit wem esse ich?", "Zu welchen Anlässen esse ich?" etc. auseinander. Sie erstellten eigene Kunstwerke, die jetzt in der Sonderausstellung präsentiert werden. Die Förderungen zu diesem Programm stammen von der Initiative "Kultur macht stark" des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und der Bundesvereinigung Kulturelle Kinder- und Jugendbildung e. V.
Eine kleine Wanderausstellung zur Geschichte von Frauen in der Archäologie "Ein gut Theil Eigenheit" ergänzte die künstliche Ausgrabungslandschaft der Dauerausstellung des Museums von Januar bis April.
Haltern
2025 lockte das LWL-Römermuseum in Haltern über 45.000 Menschen nach Haltern und bot ein Jahr voller Geschichte (2024: 60.000; 2023: 44.000). Besonders beliebt waren die Familiensonntage, die Themen von antiker Kriminalität bis zu römischen Alltagsgeschichten präsentierten. Ein Höhepunkt war "Rudern wie die Römer", bei dem 1.200 Teilnehmende die Kraft antiker Ruderer auf dem Stausee sehen konnten. Der spektakuläre Aktionstag "Gladius und Laserschwert" verband im Herbst römische Geschichte mit Popkultur und sorgte für ein außergewöhnliches Finale.
Seit Mai ist im LWL-Römermuseum ein goldenes Miniatur-Dosenschloss aus Petershagen-Frille zu bestaunen - ein zentimetergroßes Meisterwerk römischer Metallkunst des 3./4. Jahrhunderts. Eine Mitmachstation lud dazu ein, selbst in die Rolle eines Sondengängers zu schlüpfen. Wissenschaftlich prägte eine Grabung der LWL-Archäologie für Westfalen mit der Universität Köln das Jahr, die neben Gebäudespuren einen bronzenen Löffel und eine südspanische Weinamphore zutage brachte.
Paderborn
Die Sonderausstellung zum Jubiläum "1250 Jahre Westfalen" zeigt das LWL-Museum in der Kaiserpfalz in Paderborn noch bis zum 1. März 2026. Seit Mai 2025 haben 21.000 Menschen "775 - Westfalen. Die Ausstellung" besucht. Damit konnte das Museum seine Besuchszahlen gegenüber den Vorjahren wieder steigern (2024: 14.000, 2023: 17.000).
Von einer rätselhaften Ersterwähnung im Jahr 775 zum Herzogtum über ein Königreich bis zur preußischen Provinz: Westfalen hatte in der Geschichte viele Gesichter. In der Kaiserpfalz in Paderborn geht das Publikum an einem Stützpunkt Karls des Großen in den Sachsenkriegen durch Westfalens 1.250-jährige Geschichte. Auf rund 1.000 Quadratmetern erleben Besuchende, wie sich Westfalen und seine Menschen über die Jahrhunderte hinweg verändert haben. Archäologische Funde, kostbare Handschriften und westfälische Kunst erzählen von Tradition, Identität und Wandel. Zahlreiche interaktive Stationen und das Begleitprogramm laden zum Mitmachen ein.
Von Februar bis Mai 2025 blieb das Museum für die aufwendigen Aufbauarbeiten geschlossen. Zur feierlichen Eröffnung im Hohen Dom zu Paderborn kamen Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst.
Minden
4.300 Gäste freuten sich im Jahr 2025 über ein abwechslungsreiches Programm im und um das LWL-Preußenmuseum Minden (2024: 4.900; 2023: 5.300). Die Höhepunkte des Jahres waren neben dem Internationalen Museumstag die Eröffnung der Ausstellung "Europa in Harmonie. Preußen in Dur und Moll", das Festival "Platz da! Die Pferde kommen!" auf dem Simeonsplatz und ein Familientag am Kaiser-Wilhelm-Denkmal.
Am 5. Juli 2026 eröffnete die Sonderausstellung "Europa in Harmonie. Preußen in Dur und Moll" mit einem Konzert der OWL-Kammerphilharmonie. Die Präsentation wirft einen Blick auf die europäische Geschichte in Kriegs- und Friedenszeiten mit einem besonderen Fokus auf Preußen und die Rolle der Musik. Viele Konzertbesucher:innen nahmen die Möglichkeiten des Ausstellungsbesuchs wahr.
Vom 16. bis zum 20. September fand das Kulturfestival "Platz da! Die Pferde kommen!" statt. Die Kooperation mit dem Pferdesportverband Westfalen und den Kreisreiterverbänden Herford und Minden-Lübbecke brachte unter anderem Vorführungen mit echten Pferden, Hobbyhorsing, eine Jugendbuch-Lesung sowie Ponyreiten auf den Platz vor dem LWL-Museum. Inhaltlich ergänzt wurde die Veranstaltung durch die Ausstellung "Stadt, Land, Ross. Westfalen und die Pferde" zur Rolle der Tiere in Geschichte und Gegenwart. Mit gastronomischem und musikalischem Angebot war das Festival der Publikumsmagnet in einer sonnigen Septemberwoche.
Außerdem wurden 2025 die Kinderprogramme unter dem Titel "PMM for Kids" erweitert. Die Sonderausstellung "Preußen auf See" zog insbesondere zur Finissage am Internationalen Museumstag zahlreiche Gäste an und die Vortrags- und Gesprächsformate "Museum im Gespräch" und "Blaupause" ermöglichten Einblicke in die preußische Geschichte.
Das Kaiser-Wilhelm-Denkmal rückte am Tag des Offenen Denkmals in den Fokus. Besuchende nutzten das familiengerechte Angebot vor Ort am 14. September 2025. Neben einer Hüpfburg luden Gestaltungsangebote zum Mitmachen ein und zum Nachdenken über die Frage "Was ist ein Denkmal?". Die Rundgänge für Erwachsene wurden ebenso nachgefragt, wie die Kinderführungen mit Fritzi, dem Maskottchen des LWL-Preußenmuseums. Insgesamt besuchten 2025 177.000 Menschen das bedeutende Nationaldenkmal und Wahrzeichen der Stadt Porta Westfalica (2024: 193.000; 2023: 195.000).
Havixbeck
Mit ihrem Angebot erreichte die Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung 2025 rund 156.000 Menschen (2024: 173.000; 2023: 176.000). Trotz einer Großbaustelle auf dem Gelände lag die Besuchszahl in den Droste-Museen auf Burg Hülshoff und im Haus Rüschhaus bei über 13.000. Bei den digitalen Angeboten konnte eine um über neun Prozent gesteigerte Nutzung auf rund 6.300 Personen erreicht werden.
Insgesamt 6.400 Besuchende verzeichnete die Sonderausstellung "Körper:Sprachen" auf Burg Hülshoff. Die bis in den Sommer laufende Ausstellung des Künstlerkollektivs parallelgesellschaft thematisierte die Themen Sprache, Körper und Identität. Die Ausstellung "not dying" lockte Interessierte von April bis Oktober ins Rüschhaus, um sich dort mit Ingeborg Bachmanns Todesarten-Projekt auseinanderzusetzen.
Für elf Tage verwandelten sich die Veranstaltungsorte beim Droste Festival 2025 unter dem Motto "Landlord's Game" in ein großes Spielfeld. In 25 Veranstaltungen, darunter Lesungen, Installationen, Screenings und Performances, zog das Programm über Besitz, Macht und Umverteilung rund 600 Menschen an. Zu den Höhepunkten zählte "Badda-Droste", eine "parapolitische Show" für Abendunterhaltung vom Baddabäm!-Ensemble und dem Club Real, sowie "Pleasure", eine Dinner-Performance mit Helena Eckert, Julius Metzger und Jovana Reisinger.
Bei der erstmals durchgeführten Veranstaltung "Halloween auf Burg Hülshoff" verwandelte sich das Gelände der Burg in ein schauriges Ambiente, auf dem gruseliges Vergnügen für die ganze Familie auf dem Plan stand. Rund 400 Gäste trauten sich zu Lesungen, einer Kostümparade oder in den Grusel-Parcours.
2025 gehörte das Museum auf Burg Hülshoff jeden zweiten Sonntag im Monat den Kindern. An den sogenannten Kinder-Tagen wurden abwechselnd vormittags oder nachmittags Veranstaltungen für Kinder zwischen sechs und elf Droste Festival 2025 Jahren angeboten. Mit den Kinder-Tagen und "Halloween auf Burg Hülshoff" konnte die Zielgruppe der Kinder und Familien neu erschlossenen werden.
Pressekontakt:
Lena Hortian, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400
presse@lwl.org
Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 21.000 Beschäftigten für die 8,4 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen, zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 125 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.
Der LWL auf Facebook:
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