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Mitteilung vom 21.09.22

Presse-Infos | Psychiatrie

Robbe "Paro" stellt sich am Aktionstag "Leben mit Demenz" in Warstein vor

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Warstein (lwl). Demenz verändert das Leben der Betroffen und deren Angehörigen. Die alltäglichen Aktivitäten der Erkrankten sind mehr oder weniger stark eingeschränkt. Bedauerlicherweise gibt es keine Heilung dafür. Um mit der Nachricht Demenz besser umgehen und den Betroffenen und Angehörigen Unterstützung und Hilfe geben zu können, wurde das "Netzwerk Miteinander", das 2019 den heutigen Namen erhielt, bereits 2015 gegründet. Ziel ist es, niederschwellige Unterstützungsangebote bei Demenz im Raum Warstein und Rüthen anzubieten. Um dieses Ziel zu erreichen, haben sich fast 20 Netzwerkpartner zusammengeschlossen und machen sich gemeinsam für diese Thematik stark.

Am vergangenen Samstag nahmen seitens des LWL-Landschaftsverbandes Westfalen Lippe das LWL-Pflegezentrum Warstein und die gerontopsychiatrischen Stationen der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein am Aktionstag "Leben mit Demenz" teil.

Melanie Rautert (Gesundheits- und Krankenpflegerin der LWL-Klinik Warstein) beginnt mit einem Zitat von Antoine de Saint-Exupéry: "Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar". Für die gelernte Krankenschwester beschreibt dieses Zitat die Auswirkungen der Demenzerkrankung sehr gut. "Demenz ist eine tragische Erkrankung, besonders wenn man bedenkt, welche Fähigkeiten und Fertigkeiten verloren gehen. Hier kann die robotorgesteuerte Robbe "Paro", die in der LWL-Klinik Lippstadt ihren Einsatz findet, neben vielen anderen ein Hilfsmittel sein, um mit den Betroffenen in Interaktion zu treten und gleichzeitig ein beruhigendes Umfeld zu schaffen", so Melanie Rautert weiter.

Die Robbe "Paro" erwacht sozusagen durch Ansprache und Streicheleinheiten, schlägt die großen Augen auf und quittiert Berührungen durch wohlige Töne. "Wahrnehmen und spüren sind wichtige 'Kommunikationsmittel’, die auch in den Angehörigengesprächen eine wichtige Rolle spielen", betont Melanie Rautert abschließend.

Deshalb ist es auch Christina Berghoff, der Leiterin des LWL-Pflegezentrums Warstein, besonders wichtig, die Demenzthematik und die Netzwerktätigkeiten zu unterstützen und sich aktiv am Aktionstag zu beteiligen. Sie stellte mit einigen Mitarbeiterinnen sowohl die LWL-Tagespflege als auch das LWL-Pflegezentrum vor und informierte Interessenten in einem Fachvortrag über herausforderndes Verhalten bei Demenz. Gerade für Angehörige stellt dies eine besondere Herausforderung dar und macht den Alltag oft zu einer Belastungsprobe. Wenn eine Versorgung in der häuslichen Umgebung nicht mehr möglich ist, bietet das LWL-Pflegezentrum teil- und vollstationäre Plätze an.

Für das Netzwerk Miteinander war es ein erfolreicher Tag, denn viele Besucher:innen haben trotz Regenwetter den Weg ins Gemeindehaus Warstein gefunden und konnten sich anschließend im Café, das von der LWL-Tagespflege betrieben wurde, mit Kaffee und selbstgebackenen Kuchen stärken.

Hintergrund
Das LWL-Pflegezentrum Warstein betreut 126 Bewohnerinnen und Bewohnern und hält zusätzlich drei Plätze für die Kurzzeitpflege vor. Weiterhin werden 14 Gäste in freundlicher und häuslicher Atmosphäre in unsere Tagespflege betreut. Fachliche Schwerpunkte im LWL-Pflegezentrum sind die Betreuung und Versorgung von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen, gerontopsychiatrischen Erkrankungen oder Menschen mit einer Abhängigkeitserkrankung.

In den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein werden insgesamt 78 psychisch erkrankte Menschen ab dem 58. Lebensjahr auf den gerontopsychiatrischen Stationen behandelt. Schwerpunkt ist es, individuell abgestimmte Behandlungskonzepte zu erstellen, um eine passgenaue Nachsorge sicher zu stellen.

An beiden Standorten (Lippstadt und Warstein) wird die "Familiale Pflege" angeboten. Das ist eine Beratungsmöglichkeit für Angehörige mit pflegebedürftigen Familienmitgliedern. Auf der gerontopsychiatrischen Station GW02 in Warstein werden momentan Möglichkeiten der Nachsorgeangebote für Patient:innen nach der stationären Versorgung etabliert.

Gemeinsam mit dem LWL-Pflegezentrum wird monatlich ein Angehörigengespräch organisiert, um auf Fragen aus der Bevölkerung einzugehen und im konkreten Fall Hilfeleistungen anzubieten. Je nach Erkrankungszustand führt die Versorgung der Demenzerkrankten deren Angehörigen an die psychischen und physischen Belastungsgrenzen. Um hier Entlastung anzubieten, werden in der LWL-Tagespflege, die vom LWL-Pflegezentrum Warstein angeboten wird, wochentags 14 Gäste von 8 bis 16 Uhr in freundlicher und häuslicher Atmosphäre versorgt.

"Die Tagespflege kann den Alltag der an Demenz erkrankten Menschen wertvoll bereichern und die Angehörigen entlasten. Außerdem können sich Angehörige durch die Anbindung an ein professionelles Team immer wieder Tipps und Tricks für die Versorgung zuhause einholen", so Christina Berghoff.



Pressekontakt:
Sandra Werne, LWL-Klinik Warstein, Tel.: 02945 981 5088 und Thorsten Fechtner, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



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59581 Warstein
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