LWL-Newsroom

Mitteilung vom 13.11.19

Presse-Infos | Kultur

40 Jahre LWL-Industriemuseum

Ausstellung, Festveranstaltung und Buch zum Jubiläum

Bewertung:

Dortmund (lwl). 1979, als der Strukturwandel in vollem Gange war und viele Fabriken und Zechen zwischen Rhein und Weser stillgelegt wurden, beschloss der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) die Gründung eines dezentralen Industriemuseums. Heute ist das LWL-Industriemuseum mit seinen acht Orten in Westfalen-Lippe wichtiger Bestandteil im kulturellen Leben der Region. Mit der Wanderausstellung "Fabrik. Denkmal. Forum. 40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha" gibt das Landesmuseum in diesem Jahr Einblicke in die Entwicklung der ehemaligen Zechen und Fabriken zu lebendigen Orten der Industriekultur.

Am Sonntag (17.11.) um 15 Uhr wird die Schau im Rahmen einer Festveranstaltung zum Jubiläum in der Maschinenhalle der Zeche Zollern in Dortmund eröffnet. Die Rettung der Halle im Jahr 1969 hatte seinerzeit den entscheidenden Impuls für das innovative Konzept eines dezentralen Industriemuseums gegeben.

Das neue Industriemuseum sollte in seiner Gesamtschau die Industriegeschichte Westfalens repräsentieren, die "Kultur des Industriezeitalters beispielhaft darstellen, Denkmäler erschließen und für die Öffentlichkeit zugänglich machen", heißt es im Gründungsbeschluss der Landschaftsversammlung von 1979. Berthold Socha begleitete die Entwicklung von Anfang an - nicht nur als Referent der LWL-Kulturabteilung, sondern auch als passionierter Fotograf. Seine analogen Schwarzweiß-Aufnahmen ergründen die skulpturalen Qualitäten der acht Standorte, zeigen Menschen, die am Aufbau beteiligt waren, und die heutige Nutzung.

"Für unser Haus bilden Sochas Schwarz-Weiß-Fotografien ein einzigartiges Archiv. Sie zeigen eine sehr persönliche Sicht auf den langen Weg von der Fabrik zum Denkmal und weiter zum gesellschaftlichen Forum, wie wir das Museum heute verstehen", fasst Dirk Zache, Direktor des LWL-Industriemuseums, zusammen. Er erinnert daran, dass mit der Gründung des Industriemuseums vor 40 Jahren ein "ganz neuer Museumstypus" entstand: "Die Industrie-Arbeit kam nicht ins Museum, sondern das Museum zur Arbeit, an die authentischen Orte, das hatte es vorher noch nicht gegeben. Mit dieser Museums-Gründung beginnt die Industriekultur in Deutschland."
Neu war auch die museale Zuwendung zu den Themen Arbeit und Alltag. So begleiteten Interviewprojekte zu den Erfahrungen und Erinnerungen von Frauen und Männern im Umfeld der Standorte die Museumsarbeit von Anfang an. Der Museumsdirektor: "Mit Zeitzeugen geführte Gespräche waren in den 1980er Teil einer Geschichtsschreibung von unten. Sie sind bei der Rezeption der Vergangenheit heute selbstverständlich. Unser Erinnerungsarchiv umfasst mittlerweile 1.600 Ton- und Videoaufnahmen."
Heute ist das Landesmuseum für Industriekultur mit seinen insgesamt rund 500.000 Besuchern jährlich ein gesellschaftliches und kulturelles Forum. "Unsere Häuser sind im Laufe von 40 Jahren Orte der Begegnung, des Austauschs und der kulturellen Teilhabe geworden."

Eröffnung
Bei der Eröffnung der Ausstellung "Fabrik. Denkmal. Forum" am Sonntag (17.11.) um 15 Uhr in der Maschinenhalle im LWL-Industriemuseum Zeche Zollern begrüßt Michael Pavlicic, stellvertretender Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, die Gäste. In einer anschließenden "Jubiläumsrunde" sprechen der Dortmunder Stadtdirektor Jörg Stüdemann, RTG-Touristikerin Nicole Trittschack Museumsleiterin Dr. Anne Kugler-Mühlhofer, Norbert Tempel, Referatsleiter Technik und Restaurierung sowie Berthold Socha über 40 Jahre LWL-Industriemuseum und Industriekultur. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Jubiläumsband
Bei der Eröffnung stellt das Museum auch seine neue Publikation zum Jubiläum vor:
In Bewegung. 40 Jahre LWL-Industriemuseum, Hg. LWL-Industriemuseum, Christiane Spänhoff, Vera Steinborn, Dirk Zache. Essen, 2019. ISBN 978-3-8375-222305, Preis: 29.95 Euro

Für die Präsentation der Socha-Ausstellung wurden Fotografien und Infotafeln dreifach produziert, damit die Schau an mehreren Orten parallel laufen kann. Die aktuellen Ausstellungsdaten:

Fabrik. Denkmal. Forum
40 Jahre Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha

Glashütte Gernheim, Petershagen: 14.9.-22.12.2019
Zeche Zollern, Dortmund: 17.11.2019-8.3.2020
Ziegeleimuseum Lage: 24.11.2019-29.3.2020

Infos unter http://www.ausstellungen-industriemuseum.lwl.org

Katalog:
Fabrik. Denkmal. Forum. 40 Jahre LWL-Industriemuseum fotografiert von Berthold Socha. Hg. LWL-Industriemuseum, Dirk Zache. Dt./Engl. 116 Seiten, Klartext Verlag, Essen 2019, ISBN 978-3-8375-2116-0, Preis: 14,95 Euro


+++ Einladung für Redaktionen +++
Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme an der Eröffnung ein. Um 14.30 Uhr stehen Ihnen die Gesprächspartner der Jubiläumsrunde für ein offizielles Pressefoto in der Maschinenhalle zur Verfügung. Wir freuen uns auf Ihr Kommen und Ihre Berichterstattung.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Industriemuseum Zeche Zollern
Westfälisches Landesmuseum für Industriekultur
Grubenweg 5
44388 Dortmund
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Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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