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Mitteilung vom 04.11.19

Presse-Infos | Psychiatrie

Schuld und Scham - alles andere als peinlich!

Symposium über ein Tabu-Thema

Bewertung:

Bochum (lwl). Zwei der wichtigsten Affekte des Menschen sind Thema des diesjährigen 27. Wissenschaftlichen Symposiums für Psychotherapie der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie des LWL-Universitätsklinikums Bochum im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL): "Schuld und Scham" am 8. und 9. November im Kunstmuseum Bochum. Mediziner, Psychologinnen, Theologen, Philosophinnen und Literaturwissenschaftler verschiedener deutscher Hochschulen, Kliniken und Institute kommen zusammen, um über die zwiespältigen Gefühle zu reden und zu diskutieren.

"Hoch emotional, konfliktbeladen und in der Wirkung zumeist würdelos - so könnte man die beiden Affekte Schuld und Scham umschreiben", so Klinikdirektor Prof. Dr. Stephan Herpertz über das diesjährige Leitthema des Symposiums. "Hier geht es um Gefühle, die in erster Linie viele Probleme verursachen und im mitmenschlichen Umgang sehr hinderlich sind. Gleichzeitig erfüllen sie für das eigene Handeln auch eine Schutzfunktion und setzen Grenzen."

In therapeutischen Sitzungen berichten Patienten regelmäßig von Scham und Schuld, die unbehandelt in ein Schweigen gipfeln. Oft geht es um Familiengeheimnisse und schwierige Lebenssituationen, die tiefe Schuld- und Schamgefühle auslösen. Seit einigen Jahren ist jedoch auch eine Abkehr von Schuld und Scham zu beobachten. "Tatsächlich macht sich unter dem Einfluss der neuen Medien und mit einhergehender Anonymisierung eine gewisse Schamlosigkeit breit, übergriffiges Handeln wird toleriert", beschreibt Herpertz die gegenwärtigen gesellschaftspolitischen Veränderungen. "Dies erschwert den gesellschaftlichen Dialog, polarisiert und kann zu Extremhandlungen führen."

Das Themenprogramm des zweitägigen Symposiums reicht von Schuld und Scham in politischer und kultureller Hinsicht, über die männliche Scham, die Scham in Kindheit und Jugend bis hin zu Schuld und Scham im therapeutischen Alltag. Die Referentinnen, die aus ganz Deutschland anreisen, sprechen vor ausverkauftem Haus.

Achtung Redaktionen:
Ansprechpartner für Medien während der Tagung ist Rosa Sommer.

Alle Vorträge in Kürze
- "Das Zeitalter der Schuld" von Maria-Sibylla Lotter
- "Schuldlos? Schamlos? Macht...?" von Diana Pflichthofer
- "Die Scham-Schuld-Verschiebung" von Klaas Huizing
- "Was macht den männlichen Rollenkäfig so stabil?" von Matthias Franz
- "Die Bedeutung und Entwicklung der Scham in Kindheit und Jugend" von Bettina Schuhrke
- "Die Bedeutung von Schamaffekten im (psycho)therapeutischen Alltag" von Micha Hilgers
- "Wa(h)re Scham" von Alexandra Pontzen
- "Vom Drama der Scham" von Konrad Schüttauf
- "Psychotherapeutische Interventionen für den Praxisalltag" von Maren Lammers
- "Erleben von Schuld und Scham bei Patienten mit Krebserkrankung" von Iris Magdalena Sossalla
-"Sehen und Gesehenwerden" von Heinz Weiß



Pressekontakt:
Rosa Sommer, LWL-Universitätsklinikum Bochum, Telefon: 0179 4645487, rosa.sommer@lwl.org und Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



Anlagen:
Anlage 1: KLI_BO_Symp_20190529_Web.pdf


LWL-Einrichtung:
LWL-Universitätsklinikum Bochum
Alexandrinenstr. 1
44791 Bochum
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