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Mitteilung vom 10.10.19

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Provenienzforschung in NRW

LVR und LWL beenden zweijähriges Projekt: Empfehlungen für eine Verbesserung der Provenienzforschung 20 Jahre nach Washingtoner Konferenz

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Münster/Köln/Düsseldorf (lwl). Woher stammen die Objekte in den Museumssammlungen, Bibliotheken, Archiven, im Handel oder in Privatbesitz? Wie wurden sie hergestellt, wann, wo und von wem auf welche Art genutzt? Solchen Fragen geht die Provenienzforschung nach. Die Herkunftsforschung - insbesondere zu Besitzerwechseln im Zeitraum von 1933 bis 1945 und die Suche nach Kulturgütern, die in der Zeit des Nationalsozialismus den Eigentümern geraubt oder auf andere Weise entzogen worden sind, ist eine Kernaufgabe in Museen. Die Landschaftsverbände Westfalen-Lippe (LWL) und Rheinland (LVR) haben sich im Rahmen des zweijährigen Projekts "Provenienzforschung in NRW" intensiv mit einer Empfehlung für eine systematische, flächendeckende und nachhaltige Provenienzforschung beschäftigt.

Das LWL-Museumsamt für Westfalen und die LVR-Museumsberatung haben Kontakte zu zahlreichen Fachleuten aus Wissenschaft, Kultur und Museen genutzt, um den Bedarf zu eruieren und praktikable Maßnahmen zu entwickeln. Außerdem fand eine Umfrage zum Thema "Provenienzforschung und Dokumentation" an 1.100 Museen in NRW statt.

Vor 120 Fachleuten aus dem gesamten Bundesgebiet haben die LWL- und LVR-Experten am Mittwoch (9.10.) in Düsseldorf die Ergebnisse und Empfehlungen der Forschungs- und Entwicklungsarbeit präsentiert: Dazu gehören unter anderem praxisorientierte Arbeitshilfen, Leitfäden und Handreichungen. Mit einem Dokumentationskoffer sollen die Mitarbeiterinnen in Museen die nötigen Hilfsmittel für den Umgang mit Objekten im Rahmen der Dokumentation und Inventarisierung erhalten. Nur Objekte, die auch dokumentiert sind, können auch erforscht werden.

Empfehlungen zielen auf eine systematische, flächendeckende sowie nachhaltige Provenienzforschung in NRW ab. Kern ist die Einrichtung einer Koordinationsstelle "Provenienzforschung in NRW". An diesem Knotenpunkt könnten bestehende Forschungen sichtbar, gebündelt und qualifiziert werden. Anregungen, Ideen und Fragen aus unterschiedlichen Bereichen wie (Kultur-)Politik, Kommunen oder Kulturerbe bewahrende Institutionen sowie Betroffenen und deren Nachfahren könnten hier im Sinne einer Servicestelle bearbeitet werden.

"Die Zeit drängt, 20 Jahre nach der Washingtoner Konferenz", unterstrich Milena Karabaic, LVR-Dezernentin Kultur und Landschaftliche Kulturpflege. "Die beiden Landschaftsverbände haben mit ihren Museumsberatungsstellen in diesem Projekt wichtige Grundlagen für eine Optimierung der Provenienzforschung in NRW gelegt." Fragestellungen, Methoden und erste Ergebnisse der Provenienzforschung in NRW präsentiert im Sommer 2020 eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes in Kooperation mit der LVR-Museums¬beratung an acht Museen in ganz NRW. "Nach diesem ersten wichtigen Meilenstein wollen wir nun das Thema Provenienzforschung auch in der breiten kulturinteressierten Öffentlichkeit platzieren, denn die Herkunft der Dinge geht nicht nur Fachleute an", sagte LWL-Kulturdezernentin Dr. Barbara Rüschoff-Parzinger. "Es geht schließlich um die Erweiterung des Blicks, etwa auf die kolonialen Bestände der Museen, da stehen wir noch ganz am Anfang."

Die Publikation "Provenienzforschung in NRW. Informationen und Empfehlungen für eine systematische, flächendeckende und nachhaltige Provenienzforschung" können Interessierte kostenfrei downloaden unter: https://museumsberatung.lvr.de/provenienzforschung



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org




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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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