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Mitteilung vom 11.07.19

Presse-Infos | Kultur

Hidden Costs. Ewigkeitslasten

Fotografien von J Henry Fair auf der Zeche Hannover

Bewertung:

Bochum(lwl). Verseuchte Gewässer, überformte Reviere, geplünderte Landschaften von oft gigantischen Ausmaßen - von oben sind die versteckten Kosten, die die Industrialisierung der Natur und den Menschen hinterlässt, offensichtlich. Der amerikanische Künstler und Fotograf
J Henry Fair zeigt die "Ewigkeitslasten", an denen die Erde schwer trägt, auf großformatigen Fotografien. Eine Auswahl von 45 Arbeiten zeigt der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) jetzt in seinem Industriemuseum Zeche Hannover in Bochum. Zu sehen sind die großformatigen Fotos von Freitag (12.7., Eröffnung 19 Uhr) bis 27. Oktober in der Maschinenhalle und auf dem Außengelände der Zeche Hannover.

Schwerpunkte der Ausstellung sind die USA und Kanada einerseits sowie aktuelle Aufnahmen aus Deutschland andererseits. Auch an Rhein und Ruhr findet Henry Fair seine Motive. So sind unter den gezeigten Arbeiten 15 Aufnahmen aus Deutschland, darunter zahlreiche Bergbaumotive. Sie zeigen, dass Deutschland auch nach Schließung der letzten Zeche Ende 2018 vom Kohleausstieg noch weit entfernt ist: Ob Braunkohletagebau am Niederrhein, Kraftwerke zwischen Duisburg und Lünen oder Hochöfen in Schwelgern - Henri Fair hat aus der Luft "jede Menge Kohle" aufgenommen.

Für LWL-Museumsdirektor Dirk Zache ist die Ausstellung ein gutes Beispiel für das Verständnis des Museums als ein Forum, das gesellschaftlich relevante Themen aufgreift: "Klimaschutz und Nachhaltigkeit sind Themen, die die Menschen gerade stark beschäftigen, auch dank der Fridays for Future-Bewegung. Als ehemalige Produktionsstätten haben unsere Standorte selbst Anteil an der beklagten Ausbeutung unseres Planeten. Die Fotografien von J Henry Fair rütteln auf und tragen zur Diskussion bei", erklärte Zache am Donnerstag (11.7.) bei der Vorstellung der Ausstellung in Bochum.

Henry Fair geht mit seinen Luftbildern weltweit den sogenannten Ewigkeitslasten nach. Seine Fotografien sind zumeist aus dem Flugzeug in etwa 300 Metern Höhe aufgenommen. "Die Arbeiten faszinieren auf den ersten Blick in ihrer Abstraktion mit ihren ausdrucksstarken Strukturen und Farben. Erst auf den zweiten Blick werden die Narben sichtbar, die Rohstoffgewinnung und industrielle Produktion auf unserem Planeten hinterlassen", betont LWL-Museumsleiter Dietmar Osses.

Der Fotograf
"Die Faszination für Ruinen und industrielle Gebilde hat meine Arbeit immer geprägt. Ich wollte Kunst machen, die eine Geschichte über die Gefahren unserer konsumorientierten Entsorgungswirtschaft erzählt", berichtet Henry Fair im Katalogbeitrag. "Dies führte mich in die Höhle des Löwen. Ich schlich mich in Raffinerien und Kohlebergwerke ein. Aber die Bilder haben die Grenze zwischen Dokument und Kunst nicht überschritten und die am stärksten vergifteten Landschaften blieben unerreichbar." Als Künstler setzt Henry Fair auf die Macht der Bilder. Er fotografiert weltweit und stellt auch weltweit aus. Seine Arbeit zielt auf das Bewusstsein und die Haltungen des Betrachters. Fair: "Zu wissen, dass der Einzelne einen entscheidenden Unterschied machen kann, ist Grund zur Hoffnung. Wenn wir die Umweltkrise im Kontext ihres epischen Ausmaßes verstehen, können wir unsere Gesellschaft und Wirtschaft bewegen, Lösungen zu finden."

Begleitprogramm
Führungen durch die Ausstellung jeweils am letzten Samstag im Monat (27.7., 31.8., 28.9., 26.10.). Beginn 15 Uhr, kostenfrei

Mi, 31.7. - Fr, 2.8. jeweils 10 - 13 Uhr
Three Days for Future. Upcycling mit Köpfchen. Kreative Ideen für Nachhaltigkeit und schicke Wiederverwertung. Workshop für Kinder ab sieben Jahren. Kosten: 15 Euro, Anmeldung erforderlich.

Sa, 31.8. 15-16.30 Uhr
Die Zeche im Grünen. Wie sich die Natur ihren Platz zurückerobert. Naturführung für Familien. Kosten: 2,50 Euro

So, 1.9. 16-18 Uhr
Die Industrienatur der Zeche Hannover. Familienführung rund um das Zechengelände in Kooperation mit der Biologischen Station Östliches Ruhrgebiet. Anmeldung unter Tel. 02323 55541 oder info@biostation-ruhr-ost.de. Kosten: 5 Euro / ermäßigt 3 Euro

Do, 12.9. 18.30 Uhr
Die Emscher - der geopferte Fluss. Geschichte und Perspektiven. Vortrag und Diskussionsrunde mit dem Biologen Dr. Mario Sommerhäuser. Kostenfrei

Mo, 15.10. - Mi, 17.10. 10-13 Uhr
Three Days for Future. Upcycling mit Köpfchen. Kreative Ideen für Nachhaltigkeit und schicke Wiederverwertung. Workshop für Kinder ab sieben Jahren. Kosten: 15 Euro. Anmeldung erforderlich.

Do, 24.10. 18.30 Uhr
Was nach der Zeche bleibt: Ewigkeitsaufgabe Wasserhaltung. Vortrag und Diskussion. Kostenfrei.


Katalog
Hidden Costs. Ewigkeitslasten. Fotografien von J Henry Fair. Hg. LWL-Industriemuseum, Robert Laube. 120 reich bebilderte Seiten. Klartext Verlag, Essen 2018, ISBN 978-3-8375-2052-1, Preis: 19,95 Euro.

Eröffnung
Bei der Eröffnung der Ausstellung am Freitag (12.7.) um 19 Uhr begrüßt Michael Pavlicic, stellvertretender Vorsitzender der LWL-Landschaftsversammlung, die Gäste. J Henry Fair ist an diesem Abend anwesend. Gäste sind herzlich willkommen. Der Eintritt ist frei.

Hidden Costs. Ewigkeitslasten. Fotografien von J Henry Fair
13. Juli bis 27. Oktober 2019
LWL-Industriemuseum Zeche Hannover
Günnigfelder Straße 251 | 44793 Bochum
http://www.lwl-industriemuseum.de



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Christiane Spänhoff, LWL-Industriemuseum, Telefon: 0231 6961-127
presse@lwl.org



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Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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