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Mitteilung vom 07.06.19

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"Fotografie Malerei Skulptur" Bildwelten der Gebrüder Viegener

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Westfalen/Hamm (lwl). Das fotografische und künstlerische Schaffen der drei aus Soest stammenden Brüder Eberhard, Fritz und Josef Viegener stellt ein Bild-Text-Band vor, den der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) in Zusammenarbeit mit dem Gustav-Lübcke-Museum in der Reihe "Aus westfälischen Bildsammlungen" herausgebracht hat: "Fotografie Malerei Skulptur. Bildwelten der Gebrüder Viegener".

Im Mittelpunkt steht der jüngste der Brüder, der Fotograf Josef Viegener, und seine Bedeutung als Chronist der Stadtgeschichte von Hamm. "Etwa 160 Seiten des Buches und gut 150 Fotografien sind dem Hammer Fotografen gewidmet, der es verstand, in seiner handwerklichen Auftragsfotografie gleichzeitig Impulse der fotografischen Moderne aufzugreifen", so der Leiter des LWL-Medienzentrums Prof. Dr. Markus Köster.

1925 eröffnete der damals 26-Jährige ein Fotoatelier in Hamm, einer Stadt, die mit rund 55.000 Einwohnern Sitz zahlreicher Verwaltungen und Justizbehörden, ein Zentrum des Ruhrkohlebergbaus und ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt war. So hatte sich in Hamm ein breiter Mittelstand entwickelt, deren Vertreter es sich vor allem an markanten Punkten der persönlichen Lebensgeschichte leisteten, sich von Viegener fotografieren zu lassen. Vor allem in den Wirtschaftswunderjahren florierte sein Fotoatelier. Außer mit lukrativen Aufträgen durch öffentliche Stellen und Unternehmen wurde der Fotograf auch mit Dokumentationen des städtischen Lebens beauftragt. Und eine breite private Kundschaft hielt ihm ebenfalls über Jahrzehnte die Treue. Nachdem Josef Viegener 1992 gestorben war, drohte der mehrere 10.000 Negative auf Glasplatten und Film umfassende Bestand entsorgt zu werden.

So entschloss sich im Jahr 2000 das LWL-Medienzentrum für Westfalen, ihn für sein Bildarchiv zu erwerben. "Ausschlaggebend dafür war die Einschätzung, dass der Fotonachlass Viegener nicht nur nahezu lückenlos sieben Jahrzehnte Hammer Stadtgeschichte spiegelt, sondern stellvertretend und beispielhaft für viele andere, längst verloren gegangene Atelierbestände Westfalens steht", so Köster.

Vor einigen Jahren stieß die Historikerin Dr. Maria Perrefort, Mitarbeiterin des Gustav-Lübcke-Museums, bei einer Porträtrecherche auf die Fotosammlung Viegener und erkannte ihren Wert für die Hammer Stadtgeschichte. Das bildete den Anstoß für eine Zusammenarbeit des Gustav-Lübcke-Museums und des LWL-Medienzentrums mit dem Ziel, die Fotosammlung wenigstens in Teilen zu erschließen. Etwas später entstand gemeinsam die Idee, ausgewählte fotografische Schätze der Sammlung durch einen Bildband in der Reihe "Westfalen in historischen Bil
dsammlungen" einer breiten Öffentlichkeit zugänglich zu machen.

Auf Initiative des Gustav-Lübcke-Museums wurde der Band um einen rund 70-seitigen Teil erweitert, der sich mit Josefs älteren Brüdern, dem Maler Eberhard und dem Bildhauer und Grafiker Fritz, beschäftigt. "Insbesondere Eberhard Viegener leistete mit seinen expressionistischen und neusachlichen Malereien einen bedeutenden Beitrag zur Moderne in Westfalen", so die stellvertretende Direktorin des Gustav-Lübcke-Museums Dr. Diana Lenz-Weber.

Zeitgleich mit dem Erscheinen des Fotobandes ist im Gustav-Lübcke-Museum in Hamm die Ausstellung "Foto Farbe Form. Bildwelten der Gebrüder Viegener" eröffnet worden, die bis zum 6. Oktober 200 Arbeiten der drei Brüder zeigt. Zudem lassen sich ca. 2.400 Fotografien von Josef Viegener im Portal des LWL-Bildarchivs online aufrufen (http://www.bildarchiv-westfalen.lwl.org).

"Fotografie Malerei Skulptur. Bildwelten der Gebrüder Viegener"
Herausgegeben vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe,
LWL-Medienzentrum für Westfalen und dem Gustav-Lübcke-Museum, Hamm.
240 Seiten, 19,90 Euro, ISBN 978-3-944327-72-3.
Erschienen im Tecklenborg-Verlag (Steinfurt). Bezug über den Buchhandel.



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
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