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Mitteilung vom 17.04.19

Presse-Infos | Kultur

Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber

Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes im Naturkundemuseum Münster eröffnet

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Münster (lwl). "Dies ist ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein gewaltiger Sprung für die Menschheit." Mit diesen berühmt gewordenen Worten beschrieb der amerikanische Astronaut Neil Armstrong, dessen Vorfahren aus Ladbergen in Westfalen stammten, am 21. Juli 1969 den Moment, als der erste Mensch einen Fuß auf den Mond setzte. Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) erinnert 50 Jahre später mit der Wanderausstellung "Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber" daran. Die Ausstellung wurde vom LWL-Museumsamt für Westfalen erarbeitet. Sie ist vom 18. April bis zum 23. Juni im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zu sehen, danach wandert sie durch weitere sieben Museen in Westfalen.

Das LWL-Museumsamt zeichnet in der kulturgeschichtlichen Wanderausstellung die historischen und politischen Entwicklungen mit dem spektakulären Wettlauf zwischen den beiden Großmächten USA und Sowjetunion bis hin zur Mondlandung nach, gibt technisch-naturwissenschaftliche Einblicke in das Thema und arbeitet auf, wie die Mondlandung in Westfalen aufgenommen worden ist. Zu sehen sind Objekte wie eine Münze, die aus Originalmaterial des Apollo 11-Raumschiffes gefertigt wurde. Ein besonderer Höhepunkt ist echter Mondstaub, der mit der Apollo 15-Mission auf die Erde gelangte.

Zur Ausstellung gehören auch Dinge, die den Betrachter zum Schmunzeln bringen, wie eine Apollo-Kochschürze. An fünf Medienstationen wird das Jahr 1969 wieder lebendig gemacht. Ein museumspädagogisches Begleitprogramm (Führung) und ein Angebot in einfacher Sprache machen die Ausstellung für möglichst viele Menschen zugänglich. Die Führung ist im LWL-Museum für Naturkunde voraussichtlich ab dem 30. April über das Servicebüro des Museums zu buchen. Das Angebot in einfacher Sprache steht voraussichtlich ab dem 7. Mai zur Verfügung.

"Die Ausstellung präsentiert abwechslungsreiche Exponate und spannende Themen. Dabei spannt sie einen Bogen von den Ereignissen des Sommers vor 50 Jahren bis hin zu gegenwärtigen Diskussionen über Nachhaltigkeit sowie Klimaschutz. Den Besucherinnen wird eine neue Perspektive auf das Verhältnis zwischen Mondlandung und unserer Region ermöglicht. Den Ausstellungsmachern ist es gelungen, neue Gedankenanstöße und Impulse zu liefern, die nicht zuletzt die Zerbrechlichkeit unseres Planeten verdeutlichen", so Gertrud Welper, stellvertretende Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, die die Ausstellung am Donnerstag (18.4.) eröffnet.

Wie Armstrong damals sagte, war es ein simpler Vorgang für ihn: Er brauchte nur den einen Fuß vor den anderen zu setzten und von der Leiter des Mondlandemoduls "Eagle" (Adler) zu steigen. "Doch es war viel mehr als nur ein Schritt. Jahrzehntelange Vorbereitung, Planung, Training, sowie heftige Rückschläge pflasterten den langen und gefährlichen Weg zum Mond", sagt Felix Banzhaf vom LWL-Museumsamt. "Die Männer und Frauen, die zuerst ins All flogen, waren zunächst keine hauptberuflichen Wissenschaftler, wie viele Astronauten und Kosmonauten heute, sondern Testpiloten und Kampfflieger. Die neue Raketentechnik, die den Transport in den Weltraum erst möglich machte, stammte ebenfalls aus dem Militär und war zunächst als Träger für Sprengstoff, also als Waffe geplant", so der Ausstellungsmacher weiter. Die Ausstellung weist auch auf die dunklen Seiten der Raumfahrtgeschichte hin und erinnert beispielsweise an das Leid der Zwangsarbeiter, die im Zweiten Weltkrieg in der deutschen Raketenproduktion eingesetzt waren.

Das spektakuläre Ereignis der Mondlandung verfolgten 1969 viele Millionen Menschen zu Hause, bei Freunden oder in der Kneipe an den damals noch nicht ganz so weit verbreiteten Fernsehgeräten. 28 Stunden dauerte eine Sondersendung im WDR. Die Faszination für die Weltraumfahrt und die Mondlandung war schon durch erste technische Errungenschaften und Erfolge gewachsen, wie beispielsweise den ersten Satelliten "Sputnik" oder Juri Gagarin als erstem Mensch im Weltraum. US-Präsident John F. Kennedy hatte die Aufregung noch verstärkt, indem er als Ziel erklärte, den Mond noch vor dem Ende der 1960er Jahre zu erreichen. Vorstellungen, Träume und Sehnsüchte spiegelten sich auch in der Popkultur wieder und befeuerten die zeitgenössische Aufbruchstimmung - was vor dem Hintergrund des Kalten Krieges durchaus gewollt war.

"Selbst Kinder waren begeistert: Weltraumspielzeug stand ganz oben auf der Wunschliste der Jungen, Familien lasen Jules Vernes 'Reise um den Mond' und andere Bücher oder besuchten die Sternwarten", so Banzhaf. Perry Rhodan, eine Science-Fiction-Serie im Heftroman, startete bereits 1961 mit der Landung des titelgebenden Helden auf dem Mond. Der erste Band war stark von der realen Raumfahrt inspiriert. Der Erfolg hält bis heute an: Im Frühjahr 2019 ist Band 3000 der wöchentlich erscheinenden Geschichten herausgekommen. Von der (realen) Mondlandung inspiriert, entstanden neue Lieder, Briefmarken, Spielzeuge, Modelle und Filme. Die Wanderausstellung zeigt mit entsprechenden Objekten, welche populärkulturelle Effekte die Mondfahrt hatte.

Mit der ersten Mondlandung endete zwar ein langer Wettstreit, doch die Forschung im All und auf dem Mond begann erst richtig. So forschte auch der westfälische Astronaut Ulrich Walter im Weltraum. Wie hat sich die Raumfahrt bis heute entwickelt? Und wie könnte es weitergehen? Gibt es konkrete Pläne, wieder zum Mond zu fliegen? Auch auf diese Fragen gibt die Ausstellung Antworten.

Zur Ausstellung erscheint ein 148-seitiges Begleitbuch mit 151 Bildern, davon 128 in Farbe. ISBN: 978-3-927204-9-11 Preis: 14,90 Euro. Erhältlich im LWL-Museumsamt und an den jeweiligen Ausstellungsstationen.


Im LWL-Museum für Naturkunde (Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium, Sentruper Straße 285, 48161 Münster) wird die Ausstellung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt.
Eintritt: Eintritt frei für Kinder bis 17 Jahren, Erwachsene 7,50 Euro
Geöffnet: dienstags bis sonntags (und an Feiertagen) von 9 bis 18 Uhr


Sommer 1969 - Westfalen im Mondfieber
Eine Wanderausstellung des LWL-Museumsamtes zum 50. Jahrestag
der ersten bemannten Mondlandung

LWL-Museum für Naturkunde, Sentruper Straße 285 in 48161 Münster
19. April bis 23. Juni


Die weiteren Stationen:

Stadtmuseum Bergkamen 30. Juni bis 25. August

Museen der Stadt Lüdenscheid 1. September bis 27. Oktober

Naturkunde-Museum Bielefeld 3. November 2019 bis 26. Januar 2020

Stadtmuseum Lippstadt 2. Februar 2020 bis 29. März 2020

Museum für Naturkunde Dortmund 5. März 2020 bis 28. Juni 2020

Mindener Museum 4. Juli 2020 bis 27. September 2020

Stadtmuseum Iserlohn 4. Oktober 2020 bis 29. November 2020



Pressekontakt:
Markus Fischer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235
presse@lwl.org



LWL-Einrichtung:
LWL-Museum für Naturkunde
Westfälisches Landesmuseum mit Planetarium
Sentruper Str. 285
48161 Münster
Karte und Routenplaner



Der LWL im Überblick:
Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit mehr als 17.000 Beschäftigten für die 8,3 Millionen Menschen in der Region. Der LWL betreibt 35 Förderschulen, 21 Krankenhäuser, 18 Museen sowie zwei Besucherzentren und ist einer der größten deutschen Hilfezahler für Menschen mit Behinderung. Er erfüllt damit Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Ebenso engagiert er sich für eine inklusive Gesellschaft in allen Lebensbereichen. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, dessen Aufgaben ein Parlament mit 116 Mitgliedern aus den westfälischen Kommunen gestaltet.


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