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Mitteilung vom 04.04.19

Presse-Infos | Kultur

Kunsttransport in Zeiten des Brexit

LWL-Museum für Kunst und Kultur erhält Außenskulptur aus England

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Münster (lwl). Die elf Tonnen schwere Skulptur "Moor Shadow Stack" von Sean Scully wurde am Donnerstag (4.4.) vor dem Eingang des LWL-Museums für Kunst und Kultur am Domplatz in Münster aufgestellt. Mit einer Höhe von 4,6 Meter sowie einer Breite und Tiefe von 3,7 Meter kündigt das Kunstwerk aus Stahl ab sofort die Ausstellung "Sean Scully. Vita Duplex" an, die das LWL-Museum für Kunst und Kultur vom 5. Mai bis 8. September zeigt. Zwei weitere Skulpturen werden in den Ausstellungsräumen zu sehen sein.

Ein Grund für die frühe Anlieferung und Installation der Skulptur ist der vielfach angekündigte Brexit. Die Skulpturen des irischen Künstlers waren zuvor im Yorkshire Sculpture Park in England zu sehen. Da bis dato unklar ist, welche Konsequenzen der Brexit für den internationalen Leihverkehr hat, war es dem Kunstmuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) wichtig, die Kunstwerke noch vor dem Brexit nach Münster zu transportieren. So konnte gewährleistet werden, dass die Skulpturen von Scully auf jeden Fall zum Ausstellungsbeginn am 5. Mai vor Ort installiert sind.

Paul Bradley, der als freier Kurator und Berater viele Ausstellungen von Scully begleitet, berichtete, dass es in den britischen Behörden aufgrund des Brexit aktuell zu langen Verzögerungen kommt. Ein- und Ausfuhren bestimmter Güter, wie beispielsweise der internationale Schwertransport eines Kunstwerkes, sind immer an Genehmigungen gebunden. Bradley schilderte, dass die vielen Anträge die britischen Behörden momentan überlasten.

"Moor Shadow Stack" besteht aus mehreren Schichten und erzählt eine ganz persönliche Geschichte des Künstlers: Sein Vater, von Beruf Friseur, zählte jeden Abend sein eingenommenes Kupfergeld auf dem Esstisch. Sean Scully durfte als Kind die Türme aus Geld anschließend abzählen. Diese Erfahrung inspirierte ihn zu seinen Auftürmungen von Metall. So symbolisiert die Skulptur Scullys Auffassung zu abstrakter Kunst: "Nichts ist abstrakt: Es ist immer noch ein Selbstbildnis. Ein Bildnis des eigenen Zustands", Sean Scully.

Die Ausstellung "Sean Scully. Vita Duplex" (5.5. - 8.9.) zeigt den Künstler in seiner Doppelrolle als Maler und Autor. Zu sehen sind Werke aller Medien: Gemälde in Acryl und Öl auf Leinwand, Pastelle, Aquarelle, Zeichnungen, Skizzenbücher und Druckgrafiken sowie einige seiner Fotografien. Darüber hinaus stellt das LWL-Museum im Innen- und Außenraum drei Skulpturen von Scully aus, die erstmals in Deutschland zu sehen sind. Die Werke erlauben dem Besucher, die Sinnlichkeit der malerischen, zeichnerischen und skulpturalen Medien im Vergleich wahrzunehmen. Entstanden ist die Schau in Kooperation mit der Staatlichen Kunsthalle Karlsruhe. Dort lief die Ausstellung in ähnlicher Form im vergangenen Jahr.

Zudem gibt es im LWL-Museum in Münster ein umfassendes Angebot der Kunstvermittlung mit Rundgängen, Kunstgesprächen und Workshops. Auch das Kulturprogramm knüpft mit Konzerten, Lesungen und Vorträgen an die Ausstellung "Sean Scully. Vita Duplex" an. Die Eröffnung, an der Sean Scully persönlich teilnimmt, findet am Samstag (4.5.), um 16 Uhr statt.


Die Pressekonferenz findet am 3. Mai um 11 Uhr im LWL-Museum für Kunst und Kultur, Domplatz 10, 48143 Münster statt. Der Künstler ist anwesend.



Pressekontakt:
Frank Tafertshofer, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-235 und Nora Staege, Telefon 0251 5907-311, presse.museumkunstkultur@lwl.org
presse@lwl.org



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Westfälisches Landesmuseum
Domplatz 10
48143 Münster
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