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Mitteilung vom 15.03.19

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LWL präsentiert Wort des Monats

"Klumpen" an den Füßen

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Westfalen (lwl). Kinder formen den feuchten Lehm mit ihren Händen zu einem Klumpen, der Bäcker rollt den Teigklumpen zu einer glatten Fläche aus, die Archäologinnen finden bei einer Ausgrabung einen großen Goldklumpen. Mit Klumpen ist hier jeweils eine dicke unförmige Masse gemeint. Da der Klumpen aus vielen verschiedenen Stoffen sein kann, können leicht spezielle Bedeutungen entstehen, vor allem in den Mundarten. Mit Themen wie diesem beschäftigen sich die Mundart- und Namenforscher beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL).

Auch im Plattdeutschen meint Klumpen eine dicke unförmige Masse. Gebräuchlich ist dieses Wort aber eben auch in einigen übertragenen Bedeutungen. So bezeichnet Klumpen oder Klump im äußersten Westen des Münsterlandes auch den Holzschuh. "Solche Schuhe wurden aus einem Stück oder eben Klumpen Pappelholz geschnitzt", erklärt Markus Denkler, Geschäftsführer der Kommission für Mundart- und Namenforschung beim LWL.
Das Wort ist vermutlich ein westlicher Import: Das westmünsterländische Klumpen schließt an das niederländische Klompen an. "Von Klumpen ist auch in Sprichwörtern und Redensarten oft die Rede: So sagt der Westmünsterländer, wenn etwas offensichtlich nicht stimmt: Dat kaas met de Klumpe föhlen. Wörtlich übersetzt: Das kann man mit dem Holzschuh fühlen", so Denkler weiter. Im östlichen Teil Westfalens - etwa ab Ochtrup, Ahaus, Coesfeld und Reken - werden Holzschuhe auf Plattdeutsch hingegen Holsken genannt. Diese Form ist im Laufe der Zeit aus der Zusammensetzung Holtschohe entstanden. Die Grenzlinie zwischen westlichem Klumpen und östlichem Holsken markiert eine bedeutsame Sprachscheide in Westfalen, oftmals zeigen sich nämlich westlich davon große Gemeinsamkeiten mit dem Niederländischen.



Pressekontakt:
Sarah Rütershoff, LWL-Pressestelle, Telefon: 0251 591-5400, presse@lwl.org
presse@lwl.org



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48143 Münster
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